„Aus der Bevölkerung habe ich zahlreiche Aufforderungen zur Kandidatur erhalten“, erklärt Tanner. „Als Kandidat der FDP setze ich mich gleichermaßen für eine starke Wirtschaft, das Wohlergehen jedes Einzelnen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt ein. Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie sind dafür unverzichtbar.“
"Von der Bevölkerung habe ich zahlreiche Aufforderungen zur Kandidatur als Landrat erhalten", so der 61-jährige niedergelassene Arzt aus Nördlingen. "Als Kandidat der FDP setze ich mich für die Wirtschaft im Kreis genauso ein wie für das Wohlergehen jedes Einzelnen und der gesamten Gesllschaft. Dazu gehören immer auch Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie!"
Reformen müssten aus der Mitte der Gesellschaft kommen, nicht von den politischen Rändern, betont Tanner. Demokratie müsse erkennbar und wirksam bleiben – nur so behalte der Landkreis seine Stärke und Attraktivität. Tanner ist ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht München und lebt mit seiner Familie in Nördlingen. „Ich freue mich auf den Austausch mit den Menschen und viele persönliche Begegnungen im Wahlkampf“, so Tanner.
Wirtschaft, Verkehr und Bürokratieabbau
Ein zentrales Anliegen seiner Kandidatur ist die Stärkung der regionalen Wirtschaft. Dazu gehören der zügige Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes sowie die Sanierung beschädigter Kreisstraßen. Der Anschluss an den Augsburger Verkehrsverbund (AVV) müsse konsequent umgesetzt, die Hesselberg- und Dombühlbahn weiter ausgebaut werden. Auch die bessere verkehrliche Anbindung der Standorte Oettingen und Wemding sei notwendig.
Als besonders dringlich bezeichnet Tanner den Bürokratieabbau: „Ohne spürbare Entlastungen wird das derzeit hohe Wohlstandsniveau mittelfristig nicht zu halten sein.“ Zudem setzt er auf Digitalisierung sowie den Ausbau nachhaltiger Energieversorgung und -produktion.
Gesundheitsversorgung wohnortnah sichern
Die FDP stehe für eine wohnort- und bürgernahe medizinische Versorgung durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, so Tanner. Genauso müssen die Krankenhäuser und Seniorenheime im Kommunalunternehmen (GKU) erhalten und weiterentwickelt werden. Als Arbeitgeber im Gesundheitswesen will er sich für gute Arbeits- und Lohnbedingungen in der Pflege einsetzen.
Telemedizin, Robotik und Digitalisierung könnten unterstützen, betont Tanner. „Sie ersetzen jedoch nicht die klinische Untersuchung, die Pflege in Präsenz und das vertrauensvolle Gespräch zwischen Behandelnden und Patienten“.
Ordnung und Humanität in Migration und Asyl
„Wir stehen für eine geordnete, rechtsstaatliche Asyl- und Migrationspolitik auf kommunaler Ebene“, erklärt Tanner. Menschen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen, sollen Schutz finden – „fair, human und im Rahmen unserer Möglichkeiten“. Gleichzeitig fordert er zügige Asylverfahren und die konsequente Umsetzung geltenden Rechts. Kommunen dürften nicht überfordert werden, Bund und Land müssten für ausreichende Finanzierung sorgen. Integration gelinge vor Ort – durch Sprachförderung, Bildung, Arbeit und ehrenamtliches Engagement. „Vereine, Feuerwehren und Initiativen leisten hier Enormes und verdienen unsere Unterstützung.“ Wer dauerhaft im Donau-Ries lebe, müsse die Werte des Zusammenlebens respektieren und Verantwortung übernehmen. Ziel sei dabei ein gutes, sicheres und solidarisches Zusammenleben im Donau-Ries.
Bildung als Zukunftsaufgabe
„Bildung ist der Stoff, aus dem unsere Träume wachsen und die Zukunft Gestalt annimmt “, sagt Tanner, selbst Vater von drei Kindern. Schulen und Kindergärten müssten modern ausgestattet, bestehende Gebäude saniert und neue Einrichtungen geschaffen werden. Dabei seien Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit und gesundes Bauen zentrale Kriterien.
Kinder und Jugendliche müssten frühzeitig befähigt werden, Chancen und Risiken der digitalen Welt zu erkennen. Wo nötig, sollen altersgerechte Integrationshilfen zur Verfügung stehen.
Sozialausgaben solide finanzieren
Angesichts stark gestiegener Sozialausgaben sieht Tanner dringenden politischen Handlungsbedarf. Nach dem Konnexitätsprinzip müsse der Bund die Kosten tragen, die durch Bundesgesetze entstehen – und nicht die Landkreise und Kommunen.
Der Haushalt des Bezirks Schwaben umfasste 2025 rund 1,2 Milliarden Euro, wovon gut 95 Prozent für soziale Aufgaben verwendet wurden. Die vom Landkreis zu entrichtende Bezirksumlage drohe von derzeit 25% auf 28% des Kreishaushalts anzusteigen.
„Wir müssen ehrlich darüber sprechen, welche Standards langfristig finanzierbar sind“, so Tanner. Sozialleistungen müssten regelmäßig auf Notwendigkeit und langfristige Finanzierbarkeit überprüft werden.
Förderung des Leistungs- und Breitensports, Erhalt und Ausbau der Sportstätten
Sport stärke Gesundheit, Gemeinschaft und Zusammenhalt. Tanner will sich für die nachhaltige Förderung des Leistungs- und Breitensports im Donau-Ries-Kreis einsetzen.Vereine und Ehrenamt sollen gezielt unterstützt, Sportstätten erhalten, modernisiert und barrierefrei ausgebaut werden. Gute Rahmenbedingungen für Training, Nachwuchsarbeit und Wettkampf seien eine Investition in die Lebensqualität aller Altersgruppen.
Regenerative Energien konsequent ausbauen
Der Landkreis Donau-Ries deckt seinen Stromverbrauch nahezu vollständig aus erneuerbaren Energien – also aus einem Mix von Solar, Wind, Wasserkraft und Biogas. Dieses Niveau gelte es zu halten, mahnt Tanner an – insbesondere angesichts auslaufender Förderungen. Hier will er durch Vermittlung und Unterstützung mit Anschlussförderprogrammen gegensteuern.
Dabei muss auch die Errichtung von Windenergieanlagen im Landkreis im größeren Umfang als bisher ermöglicht werden. Tanner will sich für die Verkürzung von Planfeststellungs- und Genehmigungsverfahren einsetzen.
Vorbild sei der kommunale Energiepark in Fuchstal, der durch die intelligente Kombination von Sonne, Biomasse, Wind und Wasser ein Vielfaches seines Eigenbedarfs erzeugt. Überschüssige Energie könne über ausgeklügelte Speichersysteme und Nahwärmenetze in kommunale und private Gebäude abgegeben werden. Die Solarflächen auf Dächern von Wohnhäusern, Firmen und kommunalen Gebäuden sollten erhöht werden. Der Einsatz von Flusswasser-Wärmepumpen muss in das Energiekonzept mit einbezogen werden.
Elektromobilität einfacher machen
Alle öffentlichen Ladepunkte im Landkreis müssen laut Tanner mit EC- oder Kreditkarte nutzbar sein. Die kommunale Elektromobilitätsberatung im Landratsamt soll wieder aufgenommen werden. Der Ausbau weiterer Ladeinfrastruktur, insbesondere leistungsstarker Schnelllader, müsse vorangetrieben werden.Desweiteren muss es Informationsveranstaltungen für Entscheidungsträger geben. Der Landkreis solle bei eigenen Fahrzeuganschaffungen konsequent auf Elektromobilität setzen und bestehende Konzepte zur Ladeinfrastruktur endlich umsetzen. Auch Fahrradladestationen und bessere Information zu Stromspeichern für Bauherren gehören für Tanner dazu. (dra)
Hinweis in eigener Sache
Die Interviews mit den fünf bisherigen Kandidaten sind nachzulesen im blättle 66. Hier E-Paper lesen: Zum Webkiosk