Kommunalwahl 2026

„Krönung des Wahlkampfs“ mit Söder und Marb

Der bayerische Ministerpräsident war für eine Wahlkampfveranstaltung mit Claudia Marb in Oettingen. Bild: Manuel Habermeier
Der Wahlkampf zur Kommunalwahl 2026 geht langsam in die heiße Phase. Mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder wartete Landratsamtskandidatin Claudia Marb nochmal mit einem besonderen Gast auf.

„In der Krone findet so die Krönung des Wahlkampfs mit dem Ministerpräsidenten Markus Söder und der Landratsamtskandidatin Claudia Marb statt.“ Mit diesen Worten führte der Landtagsabgeordnete Wolfgang Fackler in die Veranstaltung im Kronensaal in der Oettinger Krone ein. Und verpassen wollte diese „Krönung“ keiner, wie der vollbesetzte Saal bewies.

Knapp eineinhalb Stunden unterhielten sich der bayerische Ministerpräsident und die Landratsamtskandidatin Claudia Marb auf der Bühne und sorgten immer wieder für Gelächter im Publikum. So wurde sich unter anderem über den Duft eines Teenagerzimmers – sowohl Söder als auch Marb haben jeweils vier Kinder – ausgetauscht oder über sportliche Vorlieben gesprochen.

In entspannter Stimmung sprachen Dr. Markus Söder und Claudia Marb über verschiedene Themen. Bild: Manuel Habermeier

Dabei gab es auch großes Lob für den scheidenden Landrat Stefan Rößle, der einen bestens bestellten Landkreis hinterlässt. Der Problematik um die Nachfolge ist sich Söder daher bewusst. „Es ist leicht, ein Landkreis auf diesem Level zu werden, aber es ist schwer, das dann auch zu bleiben.“ Daher brauche der Nachfolger Empathie für die Bürger und Sinn für die Verwaltung. „Das ist bei dir beides vorhanden“, rückte er Claudia Marb in den Fokus für die Nachfolge und fügte hinzu: „Du kannst die erfolgreiche Arbeit von Stefan Rößle fortsetzen.“

Die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum

Aber auch ernste Themen waren Gegenstand des Gesprächs. So sprach Claudia Marb unter anderem über die Gesundheitsversorgung im Donau-Ries und dem im Wahlkampf immer wieder formulierten Wunsch der Bevölkerung nach einer pädiatrischen Station im Landkreis. Versprechungen hierzu konnte Markus Söder keine machen. „Wir müssen schauen, ob es in die Gesamtstruktur passt.“ Allerdings machte er sich generell für eine gute medizinische Versorgung im ländlichen Raum stark. „Es ist nicht alles in Regionalkliniken möglich, aber wir wollen keine Zweiklassenmedizin. Im ländlichen Raum muss es genauso erstklassige medizinische Versorgung geben, wie in den Städten.“

Dafür braucht es jedoch mehr Ärztinnen und Ärzte. Ein Problem, dass Bayern bereits seit Jahren aktiv angeht. Hierzulande können Studenten mit einem etwas schlechteren Abitur Medizin studieren, wenn sie sich dafür verpflichten, im Anschluss im ländlichen Raum zu arbeiten. „Das läuft nun seit fünf Jahren und ich glaube, das wird wirken. Dazu gibt es noch eine Landarztprämie“, so Söder. Zusätzlich sollen die Studienplätze ausgebaut werden, „um deutlich mehr Nachwuchs zu bekommen“.

Klares Handeln bei Migration und Wirtschaft

Auch zu anderen Themen hielt Söder mit seiner Meinung nicht hinter den Berg. So verteidigte er seinen Kurs bei der Migration. „Wir sagen ja zur Einwanderung.“ Aber die illegale Migration gelte es zu verhindern. Und da zeigen sich die Erfolge: „Die illegale Migration haben wir um 60 Prozent reduziert.“ Die illegale Migration sorgt aber nicht nur an den Grenzen für Handlungsbedarf, auch im Land gilt es das Thema anzugehen: „Jemand, der illegal da ist oder eine Straftat begeht, der muss das Land auch wieder verlassen“, positionierte sich Söder klar.

Bei der schwankenden Wirtschaft sieht der Ministerpräsident das Problem eher hausgemacht, wie er am Beispiel Verbrennerverbot verdeutlichte. Zwar sei es kompletter Quatsch, den Klimawandel zu leugnen, man müsse jedoch mit Verstand an die Sache herangehen. „Ich will, dass wir uns weiterentwickeln. Wir brauchen eine Möglichkeit für den Hightech-Verbrenner. Es kann nicht sein, dass wir unsere größte Wertschöpfungskette den Chinesen schenken.“

Kostengünstige Energie und Olympia für eine positive Zukunft

Und den Hightech-Gedanken stellt er auch bei der Energie in den Vordergrund. Um den hohen Strompreisen hierzulande entgegenzuwirken, braucht es Veränderungen. „Ob es die Rückkehr zur Kernenergie ist, weiß ich nicht“, gestand Söder, machte aber klar, auf welchem Weg er Bayern sieht: „Bayern wird ein Vorreiter sein bei Kernfusion.“ Eine Alternative zu billiger Energie gibt es dabei nicht. „Wenn wir keine billigere Energie bekommen, führt das am Ende zu Verlust. Und ich bin nicht bereit, unsere Wirtschaft, unseren Wohlstand und unsere Demokratie zu ruinieren.“

Neben weiteren Themen wie dem Länderfinanzausgleich und der Verschuldung für die Verteidigung hatte Markus Söder aber auch noch einen positiven Ausblick für das Land und hofft dabei auch auf die Olympischen Spiele. Diese seien eine Möglichkeit für Modernisierung und Innovation. „Ich glaube, dass dieses an die eigenen Grenzen gehen und sich austesten eine Vorbildwirkung hat.“ Eine Vorbildwirkung, die auch die Politik haben sollte, wie Söder weiß: „Es muss nicht immer nur alles negativ sein. Wir können auch mit Optimismus und guten Botschaften werben.“

Redakteur. Unterwegs für blättle und online. Geboren in Augsburg ist er über Freiburg, Wien und München endlich im schönen Donau-Ries angekommen. Hier hat er besonders die Themen Kunst, Kultur, Geschichte und Sport im Blick.

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