Es soll das „Aushängeschild Bayerns“ werden, so bezeichnete Bayerns Bauminister Christian Bernreiter das Donauwörther Tanzhaus bei seinem Besuch am Freitagnachmittag. Anlass war der symbolische Baubeginn für die umfassende Sanierung des Gebäudes in der Reichsstraße.
Wer derzeit einen Blick ins Innere des Tanzhauses wirft, erkennt das Gebäude kaum wieder. Die Rückbauarbeiten sind abgeschlossen: Böden, Wandverkleidungen, Decken und zahlreiche Innenwände wurden entfernt und fachgerecht entsorgt. Momentan steht im Inneren nur noch das Gebäudeskelett. Damit ist der Weg frei für die nächste große Bauphase: den eigentlichen Umbau und die Neugestaltung für die künftige Nutzung.
In Zukunft wird das Tanzhaus mehrere Funktionen unter einem Dach vereinen. Im Erd- und Untergeschoss sollen eine neue Tourist-Information, die Stadtbibliothek sowie ein Café entstehen. In den Obergeschossen wird der Stadtsaal modernisiert. Ergänzt wird dieser Bereich durch einen neuen Cateringbereich, Garderoben und ein großzügiges Veranstaltungsfoyer.
Auch in den Dachgeschossen sind Veränderungen geplant: Dort entstehen Büroflächen sowie ein neues Trauzimmer.
Tanzhaus-Sanierung kostet 34 Millionen Euro
Oberbürgermeister Jürgen Sorré betonte beim symbolischen Baubeginn die besondere Bedeutung des Tanzhauses für die Stadt. Das Gebäude aus den 1970er-Jahren orientiert sich am historischen Tanzhaus und ist seit Jahrzehnten ein wichtiger Ort des gesellschaftlichen Lebens. „Es geht nicht nur um eine Sanierung, sondern um die Weiterentwicklung des Gebäudes“, sagte Sorré.
Die Gesamtkosten für das Projekt liegen bei rund 34 Millionen Euro. Der Freistaat Bayern unterstützt die Maßnahme im Rahmen der Städtebauförderung mit bis zu 16 Millionen Euro. Bei seinem Besuch überbrachte Minister Bernreiter symbolisch die erste Förderrate in Höhe von 4,8 Millionen Euro.
Mit der Sanierung soll das Tanzhaus künftig zu einem „Treffpunkt und Aufenthaltsort für alle Generationen“ werden, so Bernreiter. Auch der Landtagsabgeordnete Wolfgang Fackler bezeichnete das Gebäude als gesellschaftliches Herzstück der Stadt. Die neue Nutzung könne einen wichtigen Identifikationsort für Donauwörth schaffen.
Der Baubeginn markiert den Start eines neuen Kapitels für das Gebäude. Nach jahrelangem Leerstand und intensiven Diskussionen hatte ein Bürgerentscheid schließlich den Weg für die Sanierung freigemacht und sich damit gegen einen Abriss des Tanzhauses ausgesprochen. Die Sanierung soll Anfang 2028 - rechtzeitig zu Beginn der Landesgartenschau in Donauwörth - abgeschlossen sein.