Wenn der Frühling Einzug hält, die Tage spürbar länger werden und die Natur in frischem Grün erwacht, beginnt nicht nur die Osterzeit – es ist auch die Zeit neuen Lebens in Feld und Flur. Während viele Menschen Ostern als Familienfest mit bunten Eiern und gelebten Traditionen begehen, ist diese Phase für Jägerinnen und Jäger von besonderer Bedeutung.
Der Osterhase gehört seit Jahrhunderten fest zum Brauchtum. Seine Ursprünge reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück, vor allem im süddeutschen Raum verbreitete sich die Vorstellung vom Hasen als Eierbringer. Als Symbol für Fruchtbarkeit und Neubeginn passt er ideal zur österlichen Botschaft. In der freien Natur lässt sich der Feldhase gerade jetzt wieder häufiger beobachten – etwa bei seinem eindrucksvollen „Boxen“ während der Paarungszeit.
Doch so vertraut sein Anblick ist, so schwierig sind vielerorts seine Lebensbedingungen geworden. Intensive Landwirtschaft, zunehmender Verkehr und der Verlust strukturreicher Landschaften setzen ihm zu. Umso wichtiger ist die Hegearbeit in den Revieren: Blühflächen, Brachstreifen und Feldgehölze schaffen wertvolle Rückzugsräume – nicht nur für den Hasen, sondern für zahlreiche Tierarten.
Der Frühling als sensible Zeit für viele Tierarten
Mit dem Frühling beginnt zugleich eine besonders sensible Zeit berichten Albert Reiner und Robert Oberfrank, die Vorstände des Jagdverbandes Donauwörth: die Brut- und Setzzeit. Rehkitze, Junghasen und viele Bodenbrüter sind jetzt auf Ruhe und Schutz angewiesen. Schon kleine Störungen können für den Nachwuchs fatale Folgen haben. Daher der Appell an alle Naturbesucher: Bleiben Sie auf den Wegen und führen Sie Ihre Hunde unbedingt an der Leine.
So verbindet das Osterfest auf besondere Weise Brauchtum, Natur und Verantwortung. Der Osterhase ist dabei weit mehr als eine Symbolfigur – er steht für das empfindliche Gleichgewicht unserer heimischen Tierwelt, das es zu bewahren gilt. (dra)