5. Oktober 2020, 12:59

Dörfer müssen wieder attraktiver werden

Manfred Blaschek (3. Bürgermeister Kaisheim), Markus Ferber (CSU-Europa-Abgeordneter), Martin Scharr (Bürgermeister Kaisheim),
Markus Harsch (Marktgemeinderat) Bild: Doris Dollmann
Europa-Abgeordneter Markus Ferber besuchte den neu gestalteten Dorfplatz in Bergstetten sowie die Arbeiten der Dorferneuerung in Gunzenheim.

„Die Dörfer müssen wieder attraktiver werden!“ Dies bekräftigte der CSU-Europa-Abgeordnete Markus Ferber bei seinem Besuch des neu gestalteten Dorfplatzes in Bergstetten. Wie berichtet, flossen dafür rund 620.000 Euro aus dem Förderprogramm ELER (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums in der EU), in die Kaisheimer Gemeindekasse.

Ergebnis kann sich sehen lassen

Sichtlich begeistert vom Ergebnis testete Ferber das Senioren-Sportgerät. Um überhaupt in den Genuss der Fördermittel zu kommen, ist eine Voraussetzung nämlich unter anderem ein Angebot für Senioren und Jugendliche zu schaffen sowie die Verbesserung des Umwelt- und des Tierschutzes in der Landschaft, erläuterte Marktgemeinderat und dritter Bürgermeister Manfred Blaschek mit Blick auf das Insektenhotel. Derzeit leben in Bergstetten rund 190 Bürgerinnen und Bürger. Von den einst noch elf landwirtschaftlichen Betrieben, die außerhalb des Ortes waren, existiert keiner mehr. Die verpachteten Flächen werden von Landwirten bewirtschaftet, die teilweise aus dem rund 60 Kilometer entfernten Gersthofen kommen.

Attraktivität im ländlichen Bereich stärken

Um ein vermehrtes Abwandern der Menschen in die Großstädte zu verhindern, sei es deshalb um so notwendiger den ländlichen Bereich zu stärken, bekräftigte der Europa-Parlamentarier. In Schwaben seien vor allem auch die Landkreise Günzburg und Dillingen von der Abwanderung in die Großstädte betroffen. Deshalb sei es wichtig, Ideen und Programme umzusetzen, so wie es in Bergstetten beispielhaft der Fall sei. Und an Ideen mangelt es in Bergstetten nicht. Auf der Wunschliste steht unter anderem ein Bürgerhaus für die Vereine, in dem auch der Schützenverein eine neue Bleibe finden könnte. Derzeit befindet sich der Schießstand im dritten Stock in einem Teil des ehemaligen Hofgestüts. Die Verhandlungen über die Fortsetzung des ELER-Förderprogrammes seien bereits am Laufen. Mit einer „Bekanntgabe der Töpfe“, so Ferber, sei aber frühestens im Jahr 2022 zu rechnen.

Auch Dorferneuerung Gunzenheim profitiert von ELER

In vollem Gange ist derzeit die Dorferneuerung in Gunzenheim. Nach Auskunft  von Bürgermeister Martin Scharr wird das zwei-Millionen-Projekt mit etwa 870.000 Euro gefördert. Begonnen habe man jetzt mit den Kanalarbeiten. Nach dem Abbau der Dachständer folgen Strom- und Glasfaser-Kabel. Auch die Straßenführung wird entsprechend verändert, sodass zwischen Feuerwehr- und Schützenhaus ein attraktiver Dorfmittelpunkt für die knapp 270 Einwohner entsteht. Mitte nächsten Jahres soll der neugestaltete Dorfplatz fertig sein.