Kommunalwahl 2026

„Nicht verwalten, sondern gestalten“ - BSW stellt 10-Punkte-Programm für Asbach-Bäumenheim vor

Bild: BSW
In Asbach-Bäumenheim fand kürzlich eine Wahlkampfveranstaltung der BSW statt. Dabei stellte Manfred Seel die Themen der Partei für die Kommunalwahl und damit das zuvor erarbeitete 10-Punkte-Aktionsprogramm vor.

„Ich freue mich sehr, dass Sie heute Abend hier sind. Nicht, weil Wahlkampf ist – sondern weil Sie gekommen sind, um über unsere Gemeinde zu sprechen.“ Mit diesen Worten eröffnete Manfred Seel seine Vorstellung des Kommunalwahlprogramms des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) für Asbach-Bäumenheim.

Die Botschaft des Abends: Die Gemeinde stehe vor großen Herausforderungen – und brauche klare Konzepte statt Stückwerk. „Einige Dinge wurden angestoßen, ohne zu Ende gedacht zu sein. Andere Themen wurden gar nicht erst angepackt“, so Seel. Deshalb habe man ein 10-Punkte-Aktionsprogramm erarbeitet.

80-Millionen-Projekt im Fokus

Ein zentrales Thema ist die finanzielle Entwicklung der Kommune. Hintergrund ist das Großprojekt rund um den Neubau von Hallenbad sowie Grund- und Mittelschule. Rund 50 Millionen Euro Belastung für die Gemeinde Asbach-Bäumenheim stehen im Raum. „Es gibt kein Zurück mehr“, sagte Seel mit Blick auf die bereits getroffenen Beschlüsse. Gerade deshalb brauche es nun eine strategische und professionelle Finanzplanung. „Eine solche Belastung muss bis zum letzten Euro durchgerechnet sein.“ Wegen dieses Projekts dürften andere gemeindliche Aufgaben nicht ins Hintertreffen geraten.

Wärmeplanung und faire Wasserpreise

Auch die kommunale Wärmeplanung beschäftigt die BSW-Kandidaten. Jede Kommune müsse bis 2027 laut Bundesgesetz ein entsprechendes Konzept vorlegen. „Das darf nicht rein technokratisch passieren“, betonte Seel. Bezahlbare Energie- und Wasserversorgung sei Teil der kommunalen Daseinsvorsorge. „Faire Preise für Wasser sind keine Nebensache, sondern soziale Verantwortung.“

Sportzentrum als Treffpunkt für alle Generationen

Großes Potenzial sieht das BSW im Bereich Sport und Freizeit. Der TSV Bäumenheim sei „unser größter Verein und Aushängeschild“, müsse sich jedoch seit Jahren mit räumlich getrennten Sportstätten arrangieren. Die Idee: ein zusammenhängendes Sportzentrum am bestehenden Sportplatz. Mit Turnhalle, Reservespielstätte, Parkplätzen und einem Freizeitbereich mit Kneippbecken, Outdoor-Schach und Tischtennisplatten. „Wir wollen einen Ort der Begegnung schaffen – für Vereine, Familien und Senioren“, erklärte Seel. Dabei sollte auch die bestehende Schmutterhalle abgerissen werden und eine neue Sporthalle in der Nähe zum Sportheim entstehen. "Denn  wir geben jedes Jahr ein Vermögen für die Sanierung aus und werfen somit gutes Geld für ein Millionengrab raus."

„Gasthaus Sonne“ als Herzstück des Ortskerns

Besonders emotional wurde es beim Thema „Gasthaus Sonne“. Das traditionsreiche Gebäude sei einst gesellschaftlicher Mittelpunkt gewesen – Kino, Speiselokal, Veranstaltungsort. „Das war ein Treffpunkt für den ganzen Landkreis“, erinnerte Seel. Das BSW setzt sich für eine Wiederbelebung ein – mit Veranstaltungs- und Hochzeitssaal, Gastronomie und Kegelbahnbetrieb. Auch die weitere Entwicklung des Ortskerns müsse konsequent vorangetrieben werden. „Ein attraktiver Ortskern stärkt Identität, Handel und Gemeinschaft.“ Außerdem soll die durch den Abriss der Schmutterhalle entstandene Fläche mit einer klugen Neubebauung helfen, den Innenort zu stärken und Geld in das Gemeindesäckl bringen. 

Familienpolitik: „Zukunft beginnt bei unseren Kindern“

Einen klaren Schwerpunkt setzt das Programm bei Kindern, Jugendlichen und Familien. Seit Jahren werde bei Kindergartenplätzen improvisiert, kritisiert das BSW. Gefordert werden gebührenfreie Kitas, der Ausbau der Ganztagsbetreuung sowie moderne Betreuungseinrichtungen. Zudem brauche es ein verbindliches Konzept für offene Jugendarbeit. „Neben der Vereinsjugend darf die offene Jugendarbeit nicht vernachlässigt werden“, so Seel.

 

Seniorenheim

Auch ein Seniorenheim ist eine Form von Daseinsvorsorge und müsse auch für Asbach-Bäumenheim ein wichtiges Thema sein. Das klassische Seniorenheim mit Zimmer, kleine Wohnungen und auch offen für Mahlzeiten, die die älteren Bewohner vom Ort benützen können.

Unterstützung für Mittelstand und Handwerk

Nicht nur große Industriebetriebe, sondern auch kleine und mittelständische Unternehmen seien das Rückgrat der Gemeinde. Das BSW fordert eine gezielte Unterstützung für Handwerk, Gewerbe und Familienbetriebe. Kommunale Aufträge sollen verstärkt nach regionalen und sozialen Kriterien vergeben werden. „Wertschöpfung muss in der Region bleiben.“ Auch die Verwaltung nimmt das BSW in den Blick. „Verwaltung muss für die Menschen da sein – nicht umgekehrt.“ Gefordert werden klare Zuständigkeiten, transparente Verfahren und bürgernahe Öffnungszeiten.

„Asbach-Bäumenheim kann mehr“

Zum Abschluss formulierte Seel den politischen Anspruch deutlich: „Wir stehen für eine Kommunalpolitik, die sozial gerecht ist, wirtschaftlich vernünftig handelt und ökologisch verantwortungsvoll denkt.“ Seine Überzeugung: „Asbach-Bäumenheim kann mehr – wenn man es gemeinsam anpackt.“