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Ungebetene Gäste auf dem Kopf
Kopfläuse - was tun? (Bild: Mara Kutzner)

Ungebetene Gäste auf dem Kopf

In Kindergärten und Schulen kommt es immer mal wieder vor, dass Kinder mit Läusen zu kämpfen haben. Warum sich das Problem mancherorts nicht leicht lösen lässt

Asbach-Bäumenheim – „In der Gruppe ihres Kindes sind Kopfläuse festgestellt worden“, wenn Nicole Simon diesen Zettel im Kindergarten in die Hand gedrückt bekommt, weiß sie schon was los ist. Sie muss ihren Sohn in den kommenden Tagen gründlich auf Läuse und ihre Nissen – die Eier – untersuchen. Wenn sie nicht unterschreibt, dies regelmäßig zu tun, darf ihr Kind den Kindergarten nicht besuchen. „Völlig richtig“, findet die Mutter aus Asbach-Bäumenheim. Schließlich kann nur so verhindert werden, dass sich die Läuse auch bei den anderen Kindern breitmachen. In der Gruppe des Hermann-Fendt Kindergartens, die ihr Sohn besucht, ist das unter den Eltern schon zur Routine geworden. Seit Sommer 2015 gab es regelmäßig den Laus-Elternbrief mit nach Hause.

In den vergangenen Wochen hat es nun auch Nicole Simons 6-jährigen Sohn getroffen. „Ich habe jetzt alle Stofftiere, Kissen und die Bettwäsche gewaschen“ erklärt die Mutter. Alles was nicht bei 60 Grad in die Waschmaschine kann, hat Simon in gut verschließbare Plastiksäcke gepackt und ausgelagert.  Ihren Sohn kontrolliert sie regelmäßig und wäscht ihm mit einem speziellen Mittel die Haare. Nachbarn und andere Spielkameraden ihres Sohnes, hat die Mutter über den Kopflausbefall informiert. Auch im Kindergarten hat Nicole Simon umgehend Bescheid gegeben. Dazu sind Eltern nämlich gesetzlich verpflichtet.  Diese Informationspflicht besteht auch, wenn das Kind bereits erfolgreich behandelt wurde. Die Leitung der Gemeinschaftseinrichtung ist dann zur Weitermeldung an das Gesundheitsamt verpflichtet. Sollte der Verdacht auf Kopflausbefall bei einem Kind vorliegen, empfiehlt das Gesundheitsamt den Eltern die Kopfhaut des Kindes über mindestens 12 Tage hinweg gründlich zu untersuchen. Entdeckt man lebende Läuse oder prall gefüllte Nissen im Abstand von maximal einem Zentimeter zur Kopfhaut, muss das Kind umgehend mit einem geeigneten Mittel behandelt werden. Mit einem Nissenkamm sollten die feuchten Haare gründlich ausgekämmt werden. Diese Behandlung muss auf jeden Fall nach 8 oder 9 Tagen – egal ob es noch Hinweise auf Lausbefall gibt oder nicht – wiederholt werden. Weiterhin empfiehlt das Gesundheitsamt Donau-Ries andere Familienmitglieder zu untersuchen und eventuell mitzubehandeln, Haustiere können von den Kopfläusen allerdings nicht betroffen sein.

Läuse sind ungefährlich aber lästig

„Kopfläuse sind ein lästiges und häufig wiederkehrendes Problem. Besonders in gemeinschaftlichen Einrichtungen wie Schulen oder Kindergärten verbreiten sich Läuse leicht, sie übertragen in unseren Breiten aber keine Krankheiten“, so daß Donau-Rieser Gesundheitsamt.

Alexander Kastl ist seit einem halben Jahr Leiter des Kindergartens in Bäumenheim und vermutet, dass es der Kindergarten in dieser Zeit alle 3 bis 4 Wochen mit Kopfläusen zu tun hatte. Das Besondere: Es trifft immer nur eine Gruppe. „Wir wissen nicht warum“, sagt Kastl ratlos. Den Ursachenherd könne man nicht festlegen, denn überall, wo große Menschenmengen aufeinander treffen, können sich Läuse verbreiten.

“Natürlich ist jede Einrichtung ist auf die Mithilfe der Eltern angewiesen”, sagt Alexander Kastl. Denn wenn nicht alle Eltern nach dem vorgegebenen Schema handeln, die falschen Mittel verwenden oder aber beim Kindergarten nicht Bescheid geben, ist es schwierig, einen Läsuebefall zu verhindern. Wichtig ist dem Kindergartenleiter zu betonen, dass es nichts mit mangelnder Hygiene zu tun hat, wenn ein Kind Läuse hat. Deswegen brauche sich niemand zu schämen.

Mittlerweile hat Alexander Kastl gemeinsam mit dem Gesundheitsamt Maßnahmen ergriffen, um das Lausproblem einzudämmen. Nun reicht es nicht mehr aus, bei Lausbefall im Kindergarten zu unterschreiben um zu versichern, dass das eigene Kind nicht betroffen ist. Wer Läuse auf dem Kopf des eigenen Kindes entdeckt hat, muss zum Arzt gehen und sich nach der Behandlung und Beseitigung der Läuse bestätigen lassen, dass das Kind „laus- und nissenfrei“ ist. Erst dann dürfen die Kinder wieder in den Kindergarten kommen.

Bei Lausbefall empfiehlt das Robert Koch Institut folgendes Schema

  • Tag 1:  Erste Behandlung mit einem Insektizid, nass auskämmen
  • Tag 5: Nass auskämmen (um früh nachgeschlüpfte Larven zu entfernen, bevor sie mobil werden
  • Tag 8, 9 oder 10: 2. Behandlung mit einem Insektizid (zwingen erforderlich um spät geschlüpfte Laven abzutöten
  • Tag 13: Nass auskämmen (zur Nachkontrolle)
  • Tag 17: Eventuell erneut auskämmen (zur nochmaligen Kontrolle)

 

Über Mara Kutzner

Redakteurin für online und blättle. Regionalpolitischen Kontroversen und sozialkritischen Themen geht sie mit Nachdruck auf den Grund. Stellt gerne kritische Fragen. Geht im Landkreis fürs blättle auf die Suche nach tollen Lifestyle Produkten. Ist auch privat sozial engagiert.