Hitachi Rail wurde von der DB InfraGO mit der Modernisierung der Stellwerkstechnik zwischen Nördlingen, Donauwörth und Augsburg beauftragt. Der Abruf entsteht im Rahmen des Volumenvertrags für digitale Leit- und Sicherungstechnik und markiert einen wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung eines zentralen Streckenabschnitts der Riesbahn. Das Projekt trägt dazu bei, die regionale und überregionale Schieneninfrastruktur langfristig zuverlässiger, widerstandsfähiger und leistungsfähiger zu machen.
Der Abschnitt ist Teil des Korridors Skandinavien–Mittelmeer, einer europäischen Verkehrsachse, die Menschen und Wirtschaftsräume von Helsinki bis Malta verbindet. Die Modernisierung der Stellwerkstechnik schafft wesentliche Voraussetzungen dafür, dass dieser Korridor künftig stabiler betrieben und besser genutzt werden kann. Im beauftragten Abschnitt werden unter anderem veraltete mechanische und relaisbasierte Stellwerke aus den 1950er‑ und 1970er‑Jahren ersetzt.
Mit den Arbeiten wird die Infrastruktur robuster gegenüber Störungen, der Betrieb auf der Strecke planbarer und die Verfügbarkeit der Anlagen erhöht. Gleichzeitig entsteht am Standort Augsburg eine neue zentrale Anlage für digitale Stellwerks- und Zugbeeinflussungstechnik, die den Betrieb künftig effizienter steuern kann.
Technischer Hintergrund
Hitachi Rail ersetzt bestehende Anlagen durch digitale Stellwerkstechnik, bereitet das Stellwerk Meitingen-Mertingen für den Einsatz moderner Zugbeeinflussungstechnik vor und errichtet eine moderne Stellwerks- und ETCS Zentraleinheit im neu errichteten DTZ Augsburg. Damit werden Betriebsführung, Instandhaltung und Netzwerkstabilität deutlich verbessert – ein wichtiger Schritt hin zu einer durchgehend digitalisierten Infrastruktur. Als Generalunternehmer verantwortet Hitachi Rail dabei die Planung, Umsetzung und Integration aller Gewerke.
Die Maßnahme ist Teil der Sektorinitiative Digitale Schiene Deutschland, die darauf abzielt, die vorhandene Schieneninfrastruktur besser nutzbar zu machen. Durch digitale Stellwerkstechnik und das europäische Zugbeeinflussungssystem ETCS Level 2 können Züge künftig pünktlicher, zuverlässiger und störungsärmer verkehren. Damit stärkt das Projekt die Schiene als attraktives und nachhaltiges Verkehrsmittel.
Philipp Reim, Projektleiter Hitachi Rail in Deutschland, erklärt: „Mit der Modernisierung zwischen Nördlingen, Donauwörth und Augsburg leisten wir einen Beitrag dazu, dass die Schiene in Bayern und darüber hinaus zuverlässiger und zukunftsfähiger wird. Neben der Erneuerung alter Stellwerksanlagen bereiten wir die Infrastruktur erstmals auf kommende technologische Generationen vor. Damit stärken wir einen wichtigen Abschnitt des europäischen Korridors ScanMed.” (dra)