Wo sich bis vor Kurzem noch Bagger, Baustellenfahrzeuge und Absperrungen befanden, ist die Hutergasse in Nördlingen nun wieder frei befahrbar. Nach rund sechs Monaten Bauzeit hat die Stadt den sanierten Straßenabschnitt am Mittwochnachmittag offiziell eingeweiht. Für Oberbürgermeister David Wittner ist das Projekt ein wichtiger Beitrag, um die historische Altstadt nicht nur optisch, sondern auch technisch für die Zukunft zu rüsten.
Dass die Sanierung notwendig war, stand für die Stadt außer Frage. Die Fahrbahn bestand aus einer Mischung aus Großpflaster und Asphalt, Unebenheiten und ausgebesserte Stellen prägten das Bild - ein echter Flickenteppich also. Auch die Entwässerung funktionierte nicht mehr einwandfrei. Umso größer sei die Freude darüber, dass die Erneuerung nun abgeschlossen ist, erklärte Wittner.
Große Investitionssumme zahlt sich aus
Die Arbeiten begannen Mitte März mit der Erneuerung der Wasserleitung, Anfang Mai folgte dann der Kanalbau. Von Anfang Juli bis Mitte September wurde schließlich die Straße neu gestaltet. Insgesamt investierte die Stadt mehr als eine halbe Million Euro in Wasserleitung, Kanal und Straßenbau. Den größten Anteil machte mit 258.000 Euro der Straßenbau aus.
Im Zuge der Arbeiten wurden zudem Leerrohre für einen künftigen Glasfaserausbau verlegt. Damit soll verhindert werden, dass die frisch sanierte Straße in einigen Jahren erneut aufgebrochen werden muss. Die Sanierung stehe zugleich für den Anspruch, die Nördlinger Altstadt dauerhaft funktionsfähig, attraktiv und zukunftsfähig zu erhalten, bekräftigte Wittner. Mit Blick auf vergleichbare Projekte in der Münzgasse und der Hintergasse unterstrich er die Bedeutung solcher Investitionen: Es gehe darum, die Altstadt nicht nur mit einer schönen Oberfläche zu versehen, sondern auch die Infrastruktur darunter zu erneuern.
Barrierefreiheit und historisches Stadtbild im Einklang
Obwohl der betroffene Straßenabschnitt zwischen Kuhgasse und Herrengasse vergleichsweise kurz ist, war die Sanierung mit einigen Herausforderungen verbunden. "Die Länge einer Baustelle sagt in der Regel nur wenig über ihren tatsächlichen Aufwand auf. Unser Anspruch war es, eine dauerhafte Lösung zu die Anwohner zu schaffen, die gleichzeitig auch dem Charakter unserer Stadt entspricht“, erklärte Stadtbaumeister Jürgen Eichelmann.
Bei der Neugestaltung kam deshalb u.a. gesägtes Granitpflaster zum Einsatz. Der Grund: Die Oberfläche soll damit besser begehbar und grundsätzlich barriereärmer werden. Gleichzeitig galt es, den Charakter der historischen Altstadt zu bewahren. Für Wittner eine anspruchsvolle Aufgabe: „Wenn wir heute eine Straße ausbauen, dann sollte die auch barrierefrei gestaltet sein und zugleich [...] ins historische Stadtbild passen.“
Bei der Gestaltung des Straßenraums müssen dabei unterschiedliche Interessen berücksichtigt werden. Neben Autos und öffentlichem Nahverkehr zählen dazu Fahrräder, Fußgänger und weitere Verkehrsmittel, so der Nördlinger Oberbürgermeister. Hinzu kämen der Wunsch nach weniger versiegelten Flächen und eine möglichst barrierefreie Gestaltung. All diese Anforderungen miteinander in Einklang zu bringen, sei gerade in einer historischen Altstadt eine echte Herausforderung.
Mit der offiziellen Freigabe können Anwohner und Verkehrsteilnehmer die Verbindungsstraße durch die Altstadt nun wieder nutzen problemlos nutzen. Laut Stadtverwaltung blieb das Projekt voll im Kosten- und Zeitrahmen.