Gutachten

Schwierige Parkplatz-Situation: Wemding braucht neue Konzepte

Bild: Doris Dollmann
In der Wemdinger Innenstadt sind Parkplätze oft Mangelware. Nun wurde eine Stellplatzanalyse vorgestellt, die das Problem aufzeigt und mögliche Lösungen einbringt.

Es ist ein Problem, das viele Städte umtreibt: Parkplatzmangel in der Innenstadt. Auch Wemding kämpft mit zu wenig Stellplätzen für Anwohner und Besucher. In Wemding wird die Situation durch den historischen Aufbau der Innenstadt und dem damit verbundenen Platzmangel verstärkt. Nun wurde ein Gutachten veröffentlicht, das eine im Rahmen der ISEK (Integriertes Stadtentwicklungskonzept) durchgeführte Untersuchung zusammenfasst.

Grundsätzlich sind in der Altstadt und im angrenzenden Stadtgraben 253 öffentliche Stellplätze ausgewiesen, die teilweise zeitlich beschränkt sind. Die Auslastung der Parkplätze in der Altstadt ist vor allem zu den Geschäftsöffnungszeiten hoch. Außerhalb des Grabenbereichs und der Altstadt war jedoch nur eine geringe Auslastung zu vermerken.

Daher kommt das Gutachten zu dem Schluss, dass zwar genügend Stellplätze vorhanden sind, das Angebot abseits der Einkaufslagen jedoch nur begrenzt in Anspruch genommen wird. Daher sind Strategien gefragt, die das Parken außerhalb der Altstadt attraktiver machen.

Zu wenig private Stellplätze für Anwohner, Beschäftigte und Kunden

Neben den öffentlichen Stellplätzen wurden auch die privaten Stellplätze unter die Lupe genommen. Für Wohnungen in der Altstadt müssten laut der Verordnung über den Bau und Betrieb von Garagen sowie über die Zahl der notwendigen Stellplätze (GaStellV) 488 Stellplätze vorhanden sein. Real sind es jedoch nur 313 – ein Defizit von 175 Stellplätzen.

Dazu kommen private Stellplätze für gewerbliche und sonstige Nutzung, z.B. Einzelhandel, Gastronomie, Verwaltung oder Kirche. Hier läge der Stellplatzbedarf nach GaStellV bei 757, vorhanden sind jedoch nur 36, was ein Defizit von 721 Stellplätzen bedeutet.

Nimmt man die öffentlichen und privaten Stellplätze zusammen, kommt das Gutachten zu dem Schluss, dass bei Weitem nicht genug Stellplätze vorhanden sind, um Bewohnern und Besuchern ausreichend Parkmöglichkeiten zu bieten. Daher braucht es neue Konzepte.

Quartiergaragen und Parkplatzausbau als Lösungsmöglichkeiten

Für die Anwohner sieht das Gutachten Quartiergaragen als eine Option. Diese könnten in Form von Parkscheunen in das historische Stadtbild integriert werden und jeweils einen Stadtquadranten abdecken. Die Standorte sollten sich dabei in der Nähe von Problembereichen befinden sowie an den Eingängen zur Altstadt. So könnte ein Teil des Verkehrs aus der Altstadt herausgehalten werden.

Zum Thema öffentliche Stellplätze für Beschäftigte, Besucher und Kunden schlägt das Gutachten eine verbesserte Nutzung von Stellplätzen außerhalb des Grabenbereichs vor. Zudem ist die Schaffung neuer Stellplätze dringend geboten. Dabei hat das Gutachten vor allem eine Vergrößerung der Parkplätze im Graben im Blick.

Zudem sollen die Parkplätze außerhalb der Altstadt besser ausgeschildert werden. So würde zusätzlicher Suchverkehr in der Altstadt verhindert werden. Außerdem startet der Gewerbeverband demnächst eine Aktion gegen Dauerparker, in der Hoffnung, dass diese freundlich informiert werden, dass sie auf einem Kurzzeitparkplatz parken. Ziel ist es, dass Kunden und Besucher einen Parkplatz finden.

Redakteur. Unterwegs für blättle und online. Geboren in Augsburg ist er über Freiburg, Wien und München endlich im schönen Donau-Ries angekommen. Hier hat er besonders die Themen Kunst, Kultur, Geschichte und Sport im Blick.

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