1. September 2020, 11:28

Arbeitsmarkt steht weiter unter Druck

Bild: DRA
Wie erwartet stieg die Arbeitslosigkeit im Landkreis Donau-Ries im August nochmals an. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 2,5 Prozent im Gegensatz zu 2,4 Prozent im Vormonat und 1,8 Prozent im Vorjahr.

In einem August war die Quote zuletzt im Jahr 2010 höher. Derzeit sind 1.980 Menschen ohne Arbeit, das sind 59 mehr als vor einem Monat und 593 mehr als vor einem Jahr. Richard Paul, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Donauwörth erläutert die aktuelle Entwicklung: „Der Arbeitsmarkt in der Region steht weiter unter Druck. Neben den enormen negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie seit diesem Frühjahr und den sich bereits seit letztem Jahr abzeichnenden konjunkturellen Schwächen einzelner Wirtschaftszweige macht sich in den Sommermonaten – wie jedes Jahr – auch ein saisonaler Einfluss auf den Arbeitsmarkt bemerkbar. In der bayerischen Ferienzeit sind häufig auch die Personalchefs im Urlaub. Dadurch erfolgen weniger Einstellungen. Zudem enden schulische oder betriebliche Ausbildungen und die jungen Menschen können nicht immer nahtlos in eine Anschlussbeschäftigung einmünden. Aktuell sind 327 Personen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren arbeitslos gemeldet, 78 mehr als im Juli und 97 mehr als vor einem Jahr.“

„Leicht zuversichtlich stimmt, dass die Abmeldungen in eine Erwerbstätigkeit von Monat zu Monat steigen. Im August haben sich deswegen 194 Menschen aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet. Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften zieht wieder an. Das lässt für die kommenden Monate hoffen“ so der Agenturleiter weiter.

Von den 1.980 arbeitslos gemeldeten Personen waren 1.433 (plus 99 im Vergleich zum Vormonat) bei der Arbeitsagentur und 547 (minus 40 im Vergleich zum Vormonat) im Jobcenter Donau-Ries gemeldet. 

Kurzarbeit

Die Entwicklung der Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit lässt die Auswirkungen der Coronakrise auf den Arbeitsmarkt weiterhin erkennen, wobei auch in diesem Monat deutlich weniger Anzeigen als in den ersten Monaten hinzugekommen sind. Von Anfang August bis Mitte letzter Woche wurden im Landkreis Donau-Ries 17 Anzeigen für 257 Personen eingereicht. Im gesamten Monat Juli waren es 25 Anzeigen für 944 Personen.

„Das konjunkturelle Kurzarbeitergeld sichert die Beschäftigung in nie dagewesenem Ausmaß. Die Phase der Kurzarbeit kann von den Betrieben aber auch sinnvoll genutzt werden, um Mitarbeiter zu qualifizieren und fit zu machen für die betrieblichen Anforderungen, die Strukturwandel und Digitalisierung mit sich bringen. Unsere Mitarbeiter/-innen im Arbeitsgeber-Service beraten die Unternehmen gerne zu den Fördermöglichkeiten“ rät der Agenturleiter.

Gemeldete Arbeitsstellen

Die Unternehmen melden wieder mehr Arbeitsstellen. Im August wurden 254 neue Arbeitsstellen gemeldet, das sind 75 Stellen bzw. 41,9 Prozent mehr als vor einem Monat. Im Vergleich zum Vorjahr fällt die Nachfrage nach Arbeitskräften jedoch deutlich geringer aus. So sind die Stellenmeldungen um 42,5 Prozent zurückgegangen. Aktuell sind 1.171 offene Arbeitsstellen gemeldet. Der Bestand liegt leicht unter Vormonatsniveau (-20), und mit minus 565 Stellen deutlich unter dem Wert des Vorjahres.

Gesucht werden Arbeitskräfte in den Bereichen Lager und Verkauf, Kfz-Technik und Maschinenbau, Elektrotechnik und Metallbearbeitung, Maschinen- Anlagen- und Kranführer. Das Anforderungsniveau liegt bei rund 85 Prozent der gemeldeten Stellen auf Fachkraftniveau oder höher.

Ausbildungsmarkt

Im Landkreis Donau-Ries meldeten sich seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober letzten Jahres 1.021 Bewerber um Berufsausbildungsstellen; 7,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig wurden von den Arbeitgebern 1.527 Berufsausbildungsstellen gemeldet; das entspricht einem Minus von 5,7 Prozent. 

„Erfreulicherweise verhält sich der Ausbildungsmarkt in unserer Region recht stabil. Die Arbeitgeber sind trotz der Krise weiterhin bereit auszubilden, um sich auch für die nächsten Jahre die dringend benötigten Fachkräfte zu sichern. Auch zum jetzigen Zeitpunkt bestehen noch gute Chancen für Schulabgänger, die noch keine Ausbildungsstelle oder eine andere Alternative haben, im Herbst mit einer Berufsausbildung zu beginnen. Hier kann ich nur jedem raten, sich so bald wie möglich mit unserer Berufsberatung in Verbindung zu setzen“ berichtet Richard Paul.

Zum Statistikstichtag im August waren noch 70 Bewerber ohne Ausbildungsstelle oder eine andere Alternative. Demgegenüber stehen 532 unbesetzte Ausbildungsstellen. Rein rechnerisch ergibt das 7,6 unbesetzte Ausbildungsstellen pro unversorgtem Bewerber.

In diesen zehn Berufen werden von den Betrieben noch besonders viele Azubi gesucht: Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Verkäufer/in, Fachverkäufer/-in - Fleischerei, Mauerer/-in, Anlagenmechaniker/-in – Sanitär, Heiz- und Klimatechnik, Zahnmedizinische/-r Fachangestellte/-r, Fachkraft Lagerlogistik, Kaufmann/-frau – Büromanagement, Friseur/-in, Tischler/-in. (pm)