25. November 2019, 15:25

Fachkräftesicherung im Fokus

Bild: Bundesagentur für Arbeit
Am 3. Dezember findet der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung statt. Diesen Tag möchte Richard Paul, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Donauwörth, zum Anlass nehmen, um Menschen mit Behinderung als Fachkräfte weiter in den Fokus der Unternehmen zu rücken.

„Am 3. Dezember ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung. Diesen Tag möchte ich zum Anlass nehmen, um Menschen mit Behinderung als Fachkräfte weiter in den Fokus der Unternehmen zu rücken. Denn dieses Potenzial kann helfen, die Auswirkungen des Bedarfs an Arbeits- und Fachkräften zu verringern. So sind beispielsweise arbeitslose Menschen mit Schwerbehinderung im Mittel sogar etwas höher qualifiziert als arbeitslose Menschen ohne Schwerbehinderung. Außerdem sind sie zumeist loyale und motivierte Mitarbeiter. Die Agentur für Arbeit Donauwörth unterstützt Arbeitgeber zudem bei der Finanzierung notwendiger Qualifizierungsmaßnahmen“, so Richard Paul, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Donauwörth.

Um konkurrenzfähig zu bleiben, benötigen Betriebe vor allen Dingen eines – Fachkräfte! In Zeiten der voranschreitenden Digitalisierung der Arbeitswelt wird dies nur noch viel deutlicher. Die Zeiten, in denen man sich aus einer Vielzahl von Bewerbern die besten aussuchen konnte, sind leider schon längst vorbei. Daher gilt es über alternative Wege der Fachkräftesicherung nachzudenken. Als Agentur für Arbeit sehen wir hier drei Wege, die Betriebe beschreiten können: Ausbilden, Gewinnen und Entwickeln von Personal.

Obwohl viele Unternehmen bereit wären auszubilden, können längst nicht mehr alle Ausbildungsstellen besetzt werden – es sind mehr Ausbildungsstellen vorhanden als Bewerber. „Um aber dennoch Nachwuchskräfte zu finden, sollten Arbeitgeber alle Möglichkeiten nutzen, ihr Unternehmen als attraktiven Ausbildungsbetrieb darzustellen, sei es über die Sozialen Medien, Online-Börsen, die eigene Homepage, oder auch Ausbildungsmessen. Für Betriebe, die auch schwächeren Jugendlichen eine Chance geben, bieten wir ein umfangreiches Förderspektrum an“, betont Paul.

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Donauwörth sind in den letzten 12 Monaten durchschnittlich rund 6.300 Arbeitsstellen gemeldet. 82 Prozent davon sind Arbeitsstellen für Fachkräfte und Experten bzw. Spezialisten. Demgegenüber stehen 5.800 Arbeitslose, von denen rund 59 Prozent beim Hauptberufswunsch eine Tätigkeit mit dem Anforderungsniveau Fachkraft, Spezialist oder Experte angegeben haben und entsprechend etwa 41 Prozent, welche sich eine Helfertätigkeit wünschen. Die Chancen, dennoch eine Fachkraft zu finden, erhöhen Arbeitgeber, wenn sie nicht die hundertprozentig passende Kraft suchen, sondern auch Kompromisse eingehen. Potential steckt unter anderem auch bei Menschen mit Schwerbehinderung.

Unter arbeitslosen Menschen mit Schwerbehinderung ist der Anteil mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung im Agenturbezirk Donauwörth aktuell höher als bei Arbeitslosen ohne Schwerbehinderung. Wer eine Behinderung hat, ist zwar in einer Hinsicht eingeschränkt, hat aber in vielen anderen Belangen vielleicht gerade darum besondere Stärken entwickelt. Dabei zählt: Behinderung ist nicht gleich Behinderung.

Auch in der Entwicklung von Fachkräften aus der eigenen Belegschaft steckt ein großes Potential. Hierzu berät die Agentur für Arbeit Betriebe seit Jahresbeginn verstärkt, insbesondere über die Fördermöglichkeiten im Rahmen des Qualifizierungschancengesetzes, durch das die Weiterbildungsmöglichkeiten für Beschäftigte massiv ausgeweitet wurden.

Unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 20 erreichen interessierte Arbeitgeber ihren Arbeitgeber-Service vor Ort. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beraten zu Unterstützungsmöglichkeiten der Agentur für Arbeit rund um das Thema Fachkräftesicherung. (pm)