30. September 2020, 10:30

Leichte Entspannung auf dem Arbeitsmarkt

Bild: Bundesagentur für Arbeit
Corona hat weiterhin Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosigkeit bei Schülern steigt und auch Kurzarbeit ist immer noch ein Thema.

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich im September leicht entspannt. Die Arbeitslosenquote ist im Landkreis Donau-Ries gesunken und liegt aktuell bei 2,3 Prozent. Im Vormonat lag sie bei 2,5 Prozent und vor einem Jahr bei 1,6 Prozent. Aktuell sind 1.844 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 136 weniger als im August, aber 550 mehr als im September 2019.

„Den stärksten Rückgang der Arbeitslosigkeit verzeichnen wir – wie jedes Jahr in den Herbstmonaten – bei den jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren. Viele haben sich zum September in einer Ausbildung oder Berufstätigkeit abgemeldet. Derzeit sind 253 Jugendliche arbeitslos gemeldet; 74 weniger als im August. Für den Oktober erwarten wir eine Fortsetzung der Entwicklung, da sich dann auch die Studierenden zum Semesterbeginn abmelden“ berichtet Richard Paul, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Donauwörth.

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt stabilisiert sich zwar, ist aber auch vom weiteren Pandemieverlauf abhängig. Bedingt durch die Auswirkungen der Corona-Krise stehen die Chancen, aus der Arbeitslosigkeit eine Beschäftigung zu finden, schlechter als in den vergangenen Jahren. Nicht zu vergessen ist auch, dass viele Unternehmen noch in Kurzarbeit sind und der strukturelle Wandel sowie konjunkturelle Schwächen ebenfalls weiterhin zu Buche schlagen“, resümiert der Agenturleiter weiter.

Von den 1.844 arbeitslos gemeldeten Personen waren 1.316 (minus 117 im Vergleich zum Vormonat) bei der Arbeitsagentur und 528 (minus 19 im Vergleich zum Vormonat) im Jobcenter Donau-Ries gemeldet. 

Kurzarbeit

Im Landkreis Donau-Ries gingen im September 13 neue Anzeigen über Kurzarbeit für 59 Mitarbeiter ein; im August waren es 17 Anzeigen für 257 Arbeitnehmer. Statistische Ergebnisse über die tatsächlich realisierte Kurzarbeit als Hochrechnung liegen auf Landkreisebene bis April dieses Jahres vor. Während in den neu gestellten Anzeigen auf Kurzarbeitergeld für die Monate März und April insgesamt als Obergrenze über 28.000 Beschäftigte angegeben waren, haben im März 436 Betriebe für 3.945 Mitarbeiter und im April 822 Betriebe für 12.973 Mitarbeiter tatsächlich Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen.

Gemeldete Arbeitsstellen

Die Nachfrage nach Arbeitskräften bewegt sich weiterhin auf niedrigem Niveau. Im September wurden nur 190 neue Arbeitsstellen gemeldet; 64 weniger als im August. Im Vorjahresvergleich fällt die Zahl der Stellenmeldungen noch geringer aus. Hier ist ein Rückgang um 145 Stellen oder 43,3 Prozent zu verzeichnen. Im Landkreis Donau-Ries sind aktuell 1.165 offene Stellen gemeldet, 6 weniger als im Vormonat und 453 weniger als vor einem Jahr.

Gesucht werden Arbeitskräfte in den Bereichen Lager und Verkauf, Kfz-Technik und Maschinenbau, Elektrotechnik und Metallbearbeitung, Maschinen- Anlagenführer, Friseure und Büro- und Sekretariatskräfte. Das Anforderungsniveau liegt bei 84 Prozent der gemeldeten Stellen auf Fachkraftniveau oder höher.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Ende März 2020, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf 63.858. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Zunahme um 1.190 oder 1,9. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme im Verarbeitenden Gewerbe (+804 oder +3,2 Prozent); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung in der Arbeitnehmerüberlassung (–39 oder –1,5 Prozent).

„Die Auswirkungen der Corona-Pandemie zeichnen sich in diesen Zahlen noch nicht wirklich ab. Mit den nächsten Quartalszahlen vom Juni 2020, die erst im Dezember zur Verfügung stehen werden, können hierzu konkrete Aussagen getroffen werden“, gibt der Donauwörther Agenturchef zu bedenken. (pm)