26. November 2020, 08:01

Bundesweiter Vorlesetag mal anders

Die Journalistin Petra Plaum hatte den Kindern drei Kurzgeschichten mitgebracht und gab ihnen Ideen für eigene Erzählungen mit auf den Weg. Bild: Glaß
Der Autorenclub Donau-Ries war in der Grundschule Megesheim zu Gast am bundesweiten Vorlesetag.

Diesen Vorlesetag werden die Schüler der Grundschule Megesheim bestimmt nicht so schnell vergessen: Zum einen fanden die Lesungen unter strengsten Hygieneregeln mit viel Abstand und Maske statt, zum anderen waren echte Schriftsteller zu Gast, die den Kindern aus ihren eigenen Büchern vorlasen.

Rektorin Andrea Glaß begrüßte vier Schriftsteller des Autorenclubs Donau-Ries, die den Kindern trotz der Coronapandemie mit ihren Geschichten einen vergnüglichen und zugleich lehrreichen Vormittag boten.

Die Autorin Uli Karg aus Thierhaupten las bei den Erstklässlern die Geschichte „Die Schiefertafel“ vor. Dass die Schiefertafel unglücklicherweise zerbrach und das Kind deshalb von der Lehrerin eine Strafarbeit erhielt, empfanden die Schüler als zutiefst ungerecht. Die mitgebrachte Tafel und der Griffel veranschaulichten, wie Schule früher ablief.  Nach „Freddy Frosch“, einer Erzählung über eine Freundschaft unter Fröschen, folgte „Ein besonderes Weihnachtsgeschenk“. Diese Geschichte gefiel den Kindern am besten, denn auch sie basteln im Advent gerne für ihre Liebsten.

In der 2. Klasse las die Journalistin und Autorin Petra Plaum aus Donauwörth drei Kurzgeschichten vor: In „Schlaflos auf Mallorca“ fiel ein Urlaub ins Wasser und die Familie erkannte schließlich, dass es zu Hause doch am schönsten ist. In der Geschichte „Aufregung beim Schulschwimmen“ konnten sich die Schüler genauso mit den Hauptpersonen identifizieren wie bei der lustigen Erzählung über eine verrückte Erstkommunion, bei der sogar ein Zicklein und ein Papagei eine Rolle spielten. Petra Plaum gelang es mühelos, die Kinder zu fesseln und sogar zu eigenen Werken zu inspirieren.

Der Nachwuchs steht schon in den Startlöchern

Günter Schäfer, der in Reimlingen lebt, ist mit seinen Kinderbüchern und Lokalkrimis im Donau-Ries kein Unbekannter. Sein Krimi „Die Tote vom Mangoldfelsen“ ist ein Bestseller. In der 3. Klasse las er aus seinem Buch „Emmili ist da“ eine Geschichte um echte Freundschaft und wahre Werte vor. Im Anschluss löcherten ihn die Kinder mit Fragen nach seinem Alter, seinem Hauptberuf oder wie es eigentlich ist, ein Buch zu schreiben. Sie waren verblüfft, als sie hörten, dass er manchmal mitten in der Nacht aufsteht, um an seinen Geschichten weiterzuarbeiten.

Der in Monheim beheimatete Autor Johann Enderle, kam mit den Viertklässlern schnell über das Leben auf dem Bauernhof und insbesondere über Katzen ins Gespräch. Schließlich ging es in seiner Geschichte „Ein kleines Missverständnis“ um Erlebnisse aus seiner eigenen Kindheit. Mit der „kälbernden“ Katze hatte er die Lacher auf seiner Seite. Zu „Rotkäppchen und die sieben Gegeißelten“ wurde er von seiner Nichte animiert, verriet der Autor. Die Kinder waren von diesem verdrehten Märchen so begeistert, dass sie beschlossen, sich selbst auch eines auszudenken.

Fazit: Ein rundum gelungener Lesevormittag mit Autoren „zum Anfassen“, die in ihren Geschichten stets den Heimatbezug herstellten, die Kinder in ihren Bann zogen und sie dazu anregten, eigene Geschichten zu schreiben. Einige Schüler gingen am Ende der Lesung auf ihre „Schriftstellerkollegen“ zu und erzählten von ihren eigenen Buchprojekten. Der Autorenclub Donau-Ries sollte sich also keine allzu großen Sorgen um den Nachwuchs machen. (pm)