19. März 2019, 13:33

Leichter Anstieg der Straftaten im Ries

Archivbild Bild: DRA
Gestern wurden die bayerischen Kriminalitätszahlen bekannt gegeben. Sowohl in Bayern als auch im nordschwäbischen Bereich werden leicht steigende Zahlen registriert.

Die Nördlinger Polizei meldet für das zurückliegende Jahr 2018 zwar einen deutlicheren Anstieg der Straftaten, aber angesichts des massiven Rückgangs im Vorjahr relativiere sich dieser Anstieg wieder. Die Aufklärungsquote liege, so heißt es im Bericht der Polizei weiter, mit knapp 65 % allerdings ebenfalls über dem Vorjahresergebnis (60 %) und damit auf Landesniveau (64,5 %). Polizeichef Walter Beck deutet die Zahlen  folgendermaßen: „Die Kriminalitätsbelastung (begangene Straftaten auf 100.000 Einwohner umgerechnet) liegt im Ries bei knapp 2900 und damit mehr als deutlich unter dem Landesschnitt (4571). Dies wiederum bedeutet, dass wir in unserer Region sehr sicher leben, wenn wir uns die Belastungszahlen insbesondere in den norddeutschen Großstädten (15.000) ansehen. Und Sicherheit bedeutet gleichermaßen auch Lebensqualität.“ 

Zugenommen haben im Ries unter anderem die Körperverletzungsdelikte, meldet die Polizei. Ein besonders starker Anstieg sei im Bereich der gefährlichen Körperverletzungen (das Opfer wird mit einem Gegenstand oder von mehreren Tätern attackiert), zu verzeichnen. Gerade bei diesen Aggressionsdelikten spiele nach wie vor der Alkoholkonsum, insbesondere im Zusammenhang mit Veranstaltungen, eine ganz wesentliche Rolle. 

Wie in Gesamt-Bayern liegt auch im Ries weiterhin das Gros der Straftaten mit knapp einem Drittel bei den Diebstählen. Im Ries ist die Zahl der Diebstähle um 11 % gestiegen. Erfreulich ist nach Angaben der Polizei der anhaltende Rückgang im Bereich der Wohnungseinbrüche von 16 auf 12.

Ebenso positiv sei die Entwicklung bei den Betrugsdelikten, wenngleich heutzutage durch Betrügereien der größte Schaden angerichtet werde. „Waren vor 20 Jahren noch Überfälle auf Banken, Tankstellen und auch Privatleute an der Tagesordnung, so haben sich die Ganoven von heute umorientiert. Durch nichts ist es leichter an Geld zu kommen, als durch Betrug und hier insbesondere durch den Betrug in der virtuellen Welt,“ so Walter Beck. Mit erheblicher Intensität trat laut dem Bericht der Polizei im vergangenen Jahr das Kriminalitätsphänomen des Callcenterbetrugs auf, bei dem Opfer telefonisch kontaktiert und durch Vortäuschung unterschiedlicher Drohkulissen oder Versprechungen letztlich zur Aushändigung bzw. Überweisung von Bargeld genötigt werden. Als Beispiele seien hier nur das Auftreten falscher Polizeibeamter, der Enkeltrickbetrug oder falsche Gewinnversprechen zu nennen. Oftmals sitzen die „Strippenzieher“ hier irgendwo im Ausland.

Besorgt zeigt sich die Nördlinger Polizei, was die Zunahme bei den Rauschgiftstraftaten anbelangt. „Wenn man berücksichtigt, dass es sich bei der Rauschgiftkriminalität um ein reines Kontrolldelikt handelt und wir hier relativ wenig Personal einsetzen können, so ist die Zahl der bekannt gewordenen 111 Straftaten schon besorgniserregend. Das Dunkelfeld wird hier ungleich größer sein“, so Walter Beck abschließend.(pm)