3. November 2016, 15:56

Mit dem Fahrrad über die Alpen: Von Garmisch zum Gardasee

Über 370 Kilometer legte die Gruppe mit dem Fahrrad zurück. (Bilder: P-Seminar Gymnasium Donauwörth) Bild: DRA
In jedem blättle berichten wir euch über Menschen aus dem Landkreis, die auf die eine oder andere Art ein Abenteuer im Ausland erlebt haben oder erleben. In blättle 11 dreht sich alles um einige Schüler des Donauwörther Gymnasium:
Donauwörth – In der Oberstufe des Gymnasiums ist es üblich, dass die Schüler ein P-Seminar belegen. Robert Gleich, Sportlehrer am Gymnasium Donauwörth, hatte die Idee für ein besonderes P Seminar. Mit dem Fahrrad sollte es mit einer Gruppe von Schülern über die Alpen gehen. „Ganz uneigennützig ist das natürlich nicht gewesen“, erklärt er schmunzelnd. Zu Beginn des letzten Schuljahres machten sich Schüler und Lehrer dann an die Vorbereitung. Der größte Teil der Organisation lag dabei in den Händen der Schüler. Aufgeteilt in Teams ging es im Vorfeld an die Planung. Landkarten wurden gesichtet und GPS-Daten ausgewertet. Auch Trainingsfahrten in Füssen, Greuth und eine Kesseltalrunde standen auf dem Programm. Dabei sollten die Schüler erahnen können, was in den 6 Tagen Alpenüberquerung auf sie zukommen sollte und vor allem, ob alle körperlich in der Lage sind, die Strecke zu meistern.
Los ging es kurz vor Ende der Sommerferien. Ein Bus brachte die Schüler von Donauwörth nach Garmisch, dort sollte die Tour über die Alpen starten. Bereits am ersten Tag wartete
ein kleines Hindernis auf die Gruppe und zeigte gleich, dass nicht alles, was auf dem Papier funktioniert, auch in der Realität klappt: Der Bus mit dem Fahrradanhänger durfte nicht
vor dem Bahnhof in Garmisch anhalten und so musste gleich improvisiert werden. Nachdem aber die erste Hürde genommen war, startete die Gruppe auf ihre erste Etappe:
Bild entfernt.
Eigene T-Shirts dank der
Transalp-Sponsoren
Metallbau Glock, Fendt Caravan,
Maler Dollmann, AR-DL.
(Foto: P-Seminar Gymnasium Donauwörth)

Tag 1: Garmisch – Landeck, 76 km, 600 HM, Planung: Sarah Dollmann, Katja Fischer, Alina Engelhardt
Die erste Etappe von Garmisch nach Landeck in Österreich schlug mit 76 Kilometern und 600 Höhenmetern gleich ordentlich zu Buche und stand nicht unter dem besten Stern, denn einmal falsch abgebogen, musste man Berge erklimmen, die man sich sonst hätte sparen können. Aber heißt es nicht immer „der Weg ist das Ziel“? Dieses erreichte die Gruppe dann über den Fernpass auch. Allerdings war es da bereits 19 Uhr, deutlich später als geplant.
Tag 2: Landeck – Nauders, 52 Kilometer, 900 HM, Planung: Markus Hirschbeck, Luca Gröbl
Trotz der Strapazen des ersten Tages startete die Gruppe an Tag 2 wieder bestens gelaunt in die 2. Etappe, die von Landeck nach Nauders führen sollte – insgesamt 52 Kilometer Strecke, die teils sehr malerisch am Inn entlang und durch Wälder hindurchführte. Auch Serpentinen mussten an Tag 2 überwunden werden. Einen Schreckmoment gab es an diesem Tag auch, da einer der Schüler stürzte. Das Rad hatte damit die Reise bereits hinter sich. Aber auch darauf war die Truppe bestens vorbereitet, denn das Begleitfahrzeug hatte alles Nötige dabei – auch ein Ersatzrad.
Tag 3: Nauders – Meran (Italien), 90 Kilometer, 400 HM, Planung: Yannik Portenhauser, Anil Arat
Ungefähr 90 Kilometer und 400 Höhenmeter mussten am dritten Tag zurückgelegt werden. Über den Reschenpass führte der Weg vorbei am Reschensee nach Meran. Da die Strecke ziemlich gerade verlief, erreichte die Gruppe, trotz einer kleinen Eispause, ihr Ziel deutlich früher als geplant. Bereits um 15 Uhr konnten die Radler ihre Sportgeräte in die Ecke stellen. Übernachtet wurde an Tag 3 auf einem Campingplatz in der Nähe von Meran. Beim Abendessen in einer gemütlichen Pizzeria ließ die Gruppe den Abend ausklingen.
Tag 4: Meran – Tuenno, 60 Kilometer, 1000 HM, Planung: Johannes Groß, Joel Mittel
Der Tag begann auf dem Fahrradweg in Richtung Bozen. 1000 Höhenmeter durften sich die Radler heute sparen, denn die wurden mit einer Zahnradbahn, der Mendelbahn, zurückgelegt. Danach ging es über den Mendelpass, meist bergab, weiter in Richtung Tuenno, das gegen 17 Uhr erreicht wurde.
Tag 5: Tuenno – San Lorenzo, 46 Kilometer, 1500, HM Planung: Ronja Brandner, Laura Braun
46 Kilometer und 1500 Höhenmeter – das war die Bilanz von Tag 5. Geplant war das so eigentlich nicht, denn eigentlich hatten sich die Schüler für die leichtere Familienrunde entschieden. Da die Beschilderung aber plötzlich nicht mehr vorhanden war, musste die Gruppe in den sauren Apfel beißen und die deutlich anstrengendere Expertenroute nehmen, um das Tagesziel – San Lorenzo – zu erreichen. Nach 9 Stunden kamen die Radler spät abends in ihrem Hotel an. Doch damit war der Tag noch nicht zu Ende. Nun musste sich die Gruppe auch noch auf die Suche nach Essbarem begeben, denn die Hotelküche hatte bereits geschlossen. Mit Hilfe des Begleitfahrzeugs konnte aber auch dieses Problem gelöst werden.
Tag 6: San Lorenzo – Riva del Garda, 50 Kilometer, 500 HM, Planung: Vanessa Zehrfeld, Lena Glock
Das Ziel – der Gardasee – lag heute in greifbarer Nähe. 50 Kilometer und 500 Höhenmeter trennte die Gruppe noch davon. Ohne weitere Vorkommnisse führte die Etappe auf einem ziemlich ebenen Radweg in Richtung Lago di Garda, genauer gesagt nach Riva del Garda. Der erste Weg führte die Schüler dann auch direkt zum See, dort holten sich einige ihre Belohnung für die Mühen der vergangenen Tage ab: Ein Bad im Gardasee. Anschließend ging es noch weiter nach Arco. Dort bezog die Gruppe insgesamt 5 Ferienwohnungen, denn nach der Reise waren noch drei Tage zur Entspannung am Gardasee geplant.
Tag 7–9: Riva del Garda
Die letzten Tage standen ganz im Zeichen der Erholung: Es wurde zusammen gegrillt und die individuellen Gruppen hatten Zeit für Aktivitäten. An Tag 9 war es dann Zeit, die Rückreise nach Donauwörth anzutreten. Viele schöne Erfahrungen konnte die Gruppe auf ihrem Weg über die Alpen sammeln. Die einstimmige Meinung am Ende: „Wir würden das sofort nochmal machen!“
Mehr Bilder findet ihr unter: https://www.donau-ries-aktuell.com/gallery/mit-dem-fahrrad-ueber-die-alpen/
Diana Hahn
Diana Hahn , Donau-Ries-Aktuell

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