16. April 2020, 10:03

Neues aus Resten vom Osterfest zaubern

Corona hat Ostern einen Strich durch die Rechnung gemacht - gut, dass man die Rest noch sinnvoll auf den Tisch bringen kann. Bild: pixabay
Das Osterfest ist vorbei und wie jedes Jahr stellt sich die Frage: Wohin mit den angefallenen Resten? Die Familie war heuer aufgrund der Ausgangssperre auf ein Minimum geschrumpft. Durch die wenigen Esser bleiben auch Reste von Schoko-Osterhasen, des Osterschinkens oder gekochte Eier übrig, die es nun gilt, raffiniert verpackt wieder auf den Tisch zu bringen.

„Die übriggebliebenen Reste können wir sinnvoll verwerten“, meint Brigitte Steinle, die am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Nördlingen die Fachschule für Ernährung und Haushaltsführung leitet. Zusammen mit Fachlehrerin Sonja Fäustlin hat sie sich Gedanken dazu gemacht, wie aus Schokohasen und Co. Neues gezaubert werden kann. „Viele der Ideen habe ich in der eigenen Küche ausprobiert. Selbst mein Mann ist bereits ein guter Flammerie-Macher und kreiert aus Schokoostereiern, sonstigen Schokoladenresten, Milch und Speisestärke die besten Schokopuddings“, sagt Steinle.

Sonja Fäustlin ist überzeugt, dass auch Kinder gerne bei der Resteverwertung mithelfen, wenn sie aus übriger Schokolade Schoko-Crossies zubereiten dürfen. „Einfach die Schokolade schmelzen und mit Cornflakes vermischen, teelöffelgroße Portionen auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben und auskühlen lassen“, schlägt Fäustlin vor. Wer mag, kann auch noch Mandelstifte dazugeben, so die Fachlehrerin. Ihre langjährige Erfahrung sagt, dass sich für das Zubereiten mit Kindern unzählige Backrezepte zur Schokoladenverwertung eignen. Dies haben auch schon die meisten Fachschülerinnen mit ihren Kindern getestet. Von Schokokuchen über Muffins bis zu Cookies kann eine Familie mit geringem Aufwand alle bisher verschmähten Schokoladenreste in neue Kreationen verwandeln, die selbst gemacht einfach viel besser schmecken. Im Internet und auch in der kostenlosen BMEL-Smartphone- und Tablet-App „Zu gut für die Tonne“ finden sich etliche Rezepte, die problemlos nachgemacht werden können.

Auch Herzhaftes lässt sich neu auftischen

Auch zu herzhaften Gerichten haben die Expertinnen Antworten. So hält sich der leckere Osterschinken im Kühlschrank ein paar Tage. Wegwerfen ist nicht notwendig. Solange er gut ist, kann er in Gerichten wie Schinkennudeln, „Spaghetti Carbonara“, Schinken-Sahne-Nudelsoße und als Schinkenbeilage in einer Quiche oder in einem Flammkuchen eine neue Verwendung finden.

Für die gefärbten Ostereier, die im Osternest liegen geblieben sind, bieten sich Gerichte an, die in der Form vielleicht noch nie auf den Tisch gekommen sind. Beispielsweise sind hart gekochte Eier eine hervorragende Zutat in einer Tarte mit Rucola, Ziegenfrischkäse und Kirschtomaten. „Der Salat, sei es ein frischer Kopfsalat oder Nudelsalat, kann auch einmal mit Eiern angerichtet werden“, schlägt Fäustlin vor. Oder einfach die Eier in einem Eiersalat mit Frischkäse-Joghurt-Marinade und Frühlingszwiebeln, Schinken und Kapern auf den Familientisch bringen. Mit Quark, Sauerrahm oder Frischkäse lässt sich ein leckerer Eier-Schnittlauch-Brotaufstrich zaubern.

Ein Klassiker zu Omas Zeiten waren Eier in Senfsoße mit Kartoffelpüree serviert. „Hierzu muss nur eine helle Einbrenne aus Mehl, Butter, Gemüsebrühe hergestellt werden, etwas Sahne und Senf zugegeben und kurz aufkochen lassen“, so Sonja Fäustlin, „dann die bereits gekochten Eier in die Soße einlegen bis sie warm sind.“ Mit Kräutern aufgepeppt ist das Gericht auch farblich ein Hingucker, ist sie sich sicher.

Zudem können gefüllte Eier beim Abendessen für Abwechslung sorgen. Diese sind schnell zubereitet. Hierzu halbiert man die gekochten Eier, löst den Dotter aus und vermischt ihn mit Senf, Mayonnaise, Gewürzen und füllt die Masse wieder in die halbierten Eier. Das Topping kann – je nach Vorrat – aus Lachs, Schinken, Kräutern bestehen.

Richtige Lagerung ist entscheidend

Wichtig zu wissen ist, dass sich hart gekochte Eier im Kühlschrank mindestens zwei Wochen halten. Für eine optimale Lagerung und positive Beeinflussung der Haltbarkeit sollten Eier immer mit der spitzen Seite nach unten gelagert werden, weil so die Luftkammer oben liegt. Wird das Ei verkehrt herum gelagert, kann die Luftkammer nach einiger Zeit aufsteigen, wodurch sich die Eihaut ablöst und Keime eindringen können. „Jeder sollte immer darauf achten, dass die Eier, die verwertet werden noch einwandfrei sind!“, mahnt die Fachlehrerin und ergänzt, dass man ein verdorbenes Ei beim Abschälen riecht und auch sieht. „Wenn das Eigelb schon durchschimmert, d.h. der Dotter Richtung Eischale gewandert ist, dann ist Vorsicht geboten“, warnt Fäustlin. (pm)

Für alle, die Interesse an einer gründlichen Ausbildung zu „Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung“ haben, bietet die Fachschule in Teilzeitform ab September 2020 wieder einen neuen Durchgang an. Nähere Informationen liefert die Webseite der Schule unter http://www.aelf-nd.bayern.de/bildung/hauswirtschaft/036331/index.php oder Telefon 0 90 81 / 21 06-0. Ein Informationsvormittag ist im Mai geplant.