18. Februar 2020, 11:31

Neues Leben im Nördlinger Bahnhof

Mit der Enthüllung des Schriftzugs "Landratsamt im Bahnhof" wurde das sanierte Gebäude seiner Bestimmung übergeben. Bild: Maximilian Bosch
Auch Regentage können schöne Tage sein: Das „Landratsamt im Bahnhof“ wurde am vergangenen Montag in Nördlingen eingeweiht. Damit ist dieses so wichtige historische Gebäude endlich keine offene Wunde im Stadtbild mehr.

Der etwa einstündige Festakt fand im Festzelt vor dem Bahnhof statt – zum Glück, denn der Regen ließ am Montag einfach nicht nach. Der Hausherr des sanierten Bahnhofsgebäudes, Oberbürgermeister Hermann Faul, erinnerte an die Geschichte Nördlingens als Eisenbahnerstadt: Nach der Eröffnung des Bahnhofs im Jahr 1849 sollte das Bauwerk die Entwicklung eines neuen Stadtviertels außerhalb der Stadtmauer befeuern, mit der Anbindung an das Schienennetz brach für Nördlingen ein neues Zeitalter an. Zeitweise lebten laut Hermann Faul 800 Familien in Nördlingen vom Arbeitgeber Bahn. Nach der Zerstörung des Bahnhofs im zweiten Weltkrieg und mit dem Bedeutungsverlust der Eisenbahn durch die Motorisierung des Straßenverkehrs war es damit aber vorbei.

Nachdem die Deutsche Bahn schon 2007 ankündigte, sich von dem Standort zu verabschieden, kaufte die Stadt Nördlingen das Bahnhofsgebäude 2013 von einem Investor zurück. Ziel war es, das Gebiet zwischen Wemdinger Tunnel und BayWa-Gelände zu entwickeln, und das ist nun gelungen. „Wir haben gemeinsam ein großes Werk und ein zukunftsweisendes Projekt für die Stadt abgeschlossen“, meinte Hermann Faul in Richtung der Mitglieder des Stadtrats. Ihnen dankte der OB ebenso wie MdB Ulrich Lange, der sich durch seinen nachdrücklichen Einsatz in Berlin um das Projekt verdient gemacht habe.

Nördlingens Oberbürgermeister Hermann Faul (links) und Landrat Stefan Rößle (Mitte) nahmen den Schlüssel von Architekt Frank Stürzl in Emfang. Bild: Maximilian Bosch

Dankbar kann Faul außerdem dafür sein, mit dem Landratsamt Donau-Ries den wohl sichersten und standorttreuesten Mieter gefunden zu haben, den man sich vorstellen kann. Die Nördlinger Außenstellen des Landratsamtes in der Nürnberger Straße und am Hafenmarkt werden in Kürze in das sanierte Bahnhofsgebäude umziehen. „Heute ist ein guter Tag für Nördlingen, fürs Ries und für unsere Mitarbeiter“, meinte Landrat Stefan Rößle in seinem Grußwort. Er dankte der Stadt Nördlingen für die große Investition von fünf Millionen Euro, der Bau sei stattlich und mache wirklich etwas her. Durch die gute Lage mit hervorragender Verkehrsanbindung und die Nähe zur Altstadt sei der Standort perfekt für das Landratsamt.

Exakt 50 Mitarbeiter werden laut dem Landrat künftig hier arbeiten. Man habe am neuen Standort mehr Angebote geschaffen, als es zuvor in Nördlingen gab. Gesundheitsamt, Kfz-Zulassungsstelle, Jugendamt, Familienhilfe, Schuldnerberatung, Geopark Ries, Bauamt (an zwei Tagen pro Woche), Wohnungsbauförderung, Migration, Zensus, BAföG, und auch Jobcenter (wenn auch nicht ständig besetzt): All das und noch einiges mehr ist bald an diesem zentralen neuen Anlaufpunkt des Landratsamtes in Nördlingen zu finden. Rößle lud alle interessierten Bürgerinnen und Bürger ein, sich am Tag der offenen Tür am Sonntag, 1. März, von 12 bis 17 Uhr selbst ein Bild der Einrichtung zu machen.

Hermann Faul (rechts) lud die Gäste nach dem Festakt zu einem Imbiss und zur Erkundung der Räumlichkeiten ein. Bild: Maximilian Bosch