Viele Gäste, darunter fast alle „Nordheimer“ Stadträte, die Gauschützenmeisterin Heike Wildfeuer-Fick und die örtlichen Vereinsvorstände, verfolgten interessiert seine Ausführungen über die Renovierung der ehemaligen Dorfwirtschaft mit paralleler Errichtung einer hochmodernen Schießstätte im Keller. Vorstand Belli skizzierte wie schwierig es war, wieder einen sozialen Treffpunkt im Stadtteil zu schaffen.
Die verschiedensten Überlegungen und Planungen über nahezu fünf Jahre scheiterten letztlich immer an der Finanzierbarkeit. Eine Lösung zeichnete sich im Herbst 2024 ab: Auf Initiative von Nordheims Stadtrat Raimund Brechenmacher mietete die Stadt Donauwörth die sich im „Dornröschenschlaf“ befindliche ehemalige Dorfwirtschaft von der Eigentümerfamilie Dietenhauser an und an die „Vereine“ weiter, um dort ein Dorfgemeinschaftshaus mit separater Schießstätte betreiben zu können.
Mit Vertragsunterzeichnung zum 01. März letzten Jahres zwischen der Stadt Donauwörth und dem Schützenverein Nordheim, stellvertretend für die örtlichen Vereine, erfolgte der Startschuss für sehr arbeitsintensive acht Monate, die am 30. November mit dem „Tag der offenen Tür“ ihren positiven Abschluss fanden.
Zuvor mussten aber noch gemeinschaftlich die Ärmel hochgekrempelt werden und bei den drei Bauabschnitten „Gasträume, Theke, Küche“, „Sanitäranlage“ und „Luftgewehrstand“, für den ausschließlich die Schützen verantwortlich zeichneten, die Sanierungsschritte festgelegt werden.
Neben einigen wenigen Fachfirmen trafen sich die freiwilligen Helfer jeden Samstag, um die anstehenden Arbeiten, die zuvor in der eigenen WhatsApp-Gruppe angekündigt wurden, zu erledigen. Die Palette war breit und umfasste alle Arbeiten, die bei einer Gebäude-sanierung anfallen.
Zwischen 5 und 20 Aktive – Frauen und Männer – kamen an den Samstagen zur Baustelle und führten je nach handwerklicher Kenntnis die unterschiedlichsten Tätigkeiten aus oder sorgten mit Essen sowie Kaffee und Kuchen für die Motivation der Helfer.
Laut Vorstand Reinhold Belli häuften sich rund 1200 Stunden beim Dorfgemeinschaftshaus und beim Schießstand im Keller nochmals 900 Stunden an ehrenamtlicher Tätigkeit an. Er bedankte sich sehr herzlich bei allen Helferinnen und Helfern für ihr großartiges Engagement und ihre über die Monate anhaltende Unterstützung.
Hierfür stellvertretend nannte er Bernhard Pfeiffer für den Bereich „Elektroinstallation“ und Franz Motz für den Bereich „Trockenbau“, ohne die es echt schwierig geworden wäre. Als bereichernd bewertete er, dass die Dscheina Darters Donauwörth im Gaststättennebenraum ihren Sport ausüben.
Dankesworte richtete er auch an die Stadt Donauwörth bzw. stellvertretend an die anwesenden Stadträte für die generelle und finanzielle Unterstützung beim Vorhaben „Dorfgemeinschaftshaus“.
Der Schützenmeister leitete nun zu seinem allgemeinen Rechen-schaftsbericht über, denn trotz der „Bauarbeiten“ galt es auch, das reguläre Vereinsleben zu organisieren. Neben der Teilnahme des Vereins bei verschiedenen weltlichen und kirchlichen Anlässen fanden mehrere vereinsinterne Besprechungen und 14 Sitzungen mit den anderen Vereinen und Gruppierungen zur Gestaltung und den Betrieb des Dorfgemein-schaftshauses statt. Auch beim Nordheimer Jugenderlebnistag und am Tag der offenen Tür brachte sich der Verein ein.
Der Mitgliederstand pendelte sich bei 104 Personen ein, wovon 32 Damen und 12 Jungschützen sind.
Nach einem dicken Lob an sein Team übergab der Vorstand an Sportwart Gerd Zausinger für die schieß-sportliche Berichterstattung. Dieser reflektierte die größeren und kleineren Erfolge einzelner Schützen sowie der vier Rundenwettkampf-Teams. Während zwei Nordheimer Teams in die Gauliga aufstiegen, ging das traditionelle Pokalschießen mit dem Auchsesheimer Nachbarverein leider nicht so positiv aus. Er dankte allen aktiven Schützen, dass sie trotz des Arbeitseinsatzes am Dorfgemein-schaftshaus noch Zeit fanden, rege am Stand der Donauwörther Schützengilde, wo man die letzten fünf Jahre zu Gast war, zu trainieren.
Durch den Umstand, dass der Schützenverein auch für das Dorfgemeinschaftshaus verantwortlich zeichnet, erfolgen zwei getrennte Kontenführungen. Beide „Kassen“ wurden ohne Beanstandung geprüft.
Dass der neue Schießstand die Vereinskasse stark schmälern wird, war bekannt. Dank der Eigenleistung,
der großzügigen Spenden und der Zuschüsse im Rahmen der Sportförderung durch den BSSB und die Stadt Donauwörth kann der Verein dennoch finanziell beruhigt in die Zukunft blicken.
Im Namen des verhinderten Oberbürgermeisters Jürgen Sorré zeigte Baureferent und Stadtrat Walter Surek nochmals den steinigen Weg bis zur Verwirklichung des Nordheimer Dorfgemeinschaftshauses als sozialer Treffpunkt aller Stadtteilbewohner auf und dankte allen Helfern bei der Verwirklichung. Seinen besonderen Dank richtete er an 1. Schützenmeister Reinhold Belli, der mit dem Schützenverein die Gesamtverantwortung übernahm, an seinen Stadtratskollegen Raimund Brechenmacher, der die Initiative ergriff und durch seine Gespräche vor Ort den Weg ebnete und an Familie Dietenhauser, die durch ihre Bereitschaft zur Vermietung das Dorfgemeinschaftshaus erst ermöglichte.
Ehrungen
Zusammen mit Gauschützenmeisterin Heike Wildfeuer-Fick ehrte Vorstand Reinhold Belli folgende Personen:
50 Jahre Mitgliedschaft
Günther Rieß
Georg Müller
25 Jahre
Uwe Strobel
Sebastiani-Medaille Silber:
Verena Brechenmacher
Gold:
Fabian Zinsmeister
Mannschaftspokal für den Ausstieg von der A-Klasse in die Gauliga:
Schützenteam, vertreten durch Fabian Zinsmeister
Auflageteam, vertreten durch Jürgen Rammer
Auch die Gauschützenmeisterin fand sehr anerkennende Worte für die Aktivitäten der Nordheimer Schützen und freute sich auf viele weitere Treffen bei schießsportlichen Verwanstaltungen. (dra)