Fördervertrag

Sichtbare Jahrhunderte im Bürgerhaus in der Nördlinger Herrengasse

Bürgerhaus in der Herrengasse in Nördlingen Bild: Deutsche Stiftung Denkkmalschutz/Schabe
Einen Fördervertrag über 40.000 Euro für die Instandsetzung von Dach, Holzdecken und Holzwänden in einem Bürgerhaus in der Herrengasse in Nördlingen reicht die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale aus.

Einen Fördervertrag über 40.000 Euro für die Instandsetzung von Dach, Holzdecken und Holzwänden in einem Bürgerhaus in der Herrengasse in Nördlingen reicht die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale aus. Das bis vor einem Jahr leerstehende denkmalgeschützte Gebäude, das als Bestandteil des Ensembles „Altstadt Nördlingen“ in die Haager Liste eingetragen ist, gehört nunmehr zu den über 500 Objekten, die die DSD dank privater Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Bayern fördern konnte.

Zum Objekt:

Das ehemalige Bürger- und Handwerkerhaus besteht aus einem zweigeschossigen Vorderhaus und einem zweigeschossigen schmalen Rückgebäude mit Satteldach und traufseitigem Laubengang. Das Vorderhaus wurde 1470 unter Einbeziehung eines Vorgängerbaus von 1410 errichtet, das Hinterhaus um 1546. Der Gesamtkomplex wurde 1693 zur Färberei umgebaut, später im Erdgeschoss weitgehend versteinert. Eine Erweiterung des Rückgebäudes in Apsisform lässt sich auf um 1789 datieren. Erwähnenswert ist die geschnitzte Haustüre aus dieser Zeit, aus der auch die Tormauer stammt.

Das bedeutende Baudenkmal mit zweigeschossigen Kehlbalkendächern und doppelt liegenden Stühlen, die man über angeblattete Kopfbänder ausgesteift hat, wurde in den Jahrhunderten wiederholt dem jeweils aktuellen Geschmack angepasst. So weisen im Hauptgebäude etwa die mit Balustergeländer versehenen Treppenläufe und eine Holzkassettendecke im Erdgeschossflur auf eine Umgestaltungsphase im späten 17. Jahrhundert hin. Weitere Neuerungen folgten im Jahrhundert darauf. Aus dem 18. Jahrhundert haben sich etliche Feldertüren, im ersten Obergeschoss eine Rokokostuckdecke sowie zahlreiche profilierte Fensterstöcke und einige Vierflügelfenster mit aufwendig gestalteten Beschlägen erhalten. Das Anwesen besitzt mit alldem eine überaus qualitätvolle und ungewöhnlich vollständig erhaltene historische Ausstattung. (pm)