Spendenübergabe

Mobile Kühlmatte hilft beim Abschiednehmen

Vlnr: Bankdirektor Paul Ritter von den Genossenschaftsbanken im Landkreis, Anna-Maria Böswald und Nicole Gödel von den Sterneneltern Schwaben, Regionaldirektor Werner Schartel vom Genossenschaftsverband und Landrat Stefan Rößle bei der Übergabe von 3000 Euro an den Verein Bild: Stefanie Saam
3000 Euro für die SternenEltern Schwaben e.V. für eine mobile Kühlmatte.

 „Diese Spendenübergabe ging unter die Haut und hat keinen von uns kalt gelassen“, so Paul W. Ritter, Kreisverbandsvorsitzender der Genossenschaftsbanken am Ende des Termins mit den SternenEltern Schwaben. Seit 2020 begleitet der Verein werdende Eltern, die eine Tot- oder Fehlgeburt erleiden. Über diese „Sternenkinder“ zu sprechen, sei bis heute ein Tabuthema, so die Vorsitzende Anna-Maria Böswald aus Tapfheim.

Zusammen mit der Zweiten Vorsitzenden Nicole Gödel berichtet sie hautnah von den traumatischen Erlebnissen, wenn ein Kind während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder kurz danach verstirbt. Die meisten Eltern seien völlig überfordert. Hier bietet der Verein eine Akutbegleitung an und versucht, auch mit Ärztinnen und Ärzten, Hebammen und Pflegenden in Kontakt zu kommen, um alle Involvierten zu sensibilisieren.

Eltern wollen sich von ihrem toten Kind verabschieden, das sei räumlich oft schwierig und die Zeit dränge: „Denn verstorbene Neugeborene, vor allem Frühchen, verändern sehr schnell ihr Aussehen“, erklärt Anna-Maria Böswald. „Deshalb steht auf unserer Wunschliste seit langem eine mobile Kühlmatte.“ Als genau am weltweiten Jahrestag für Sternenkinder, dem 15. Oktober, die Nachricht von den Volksbanken Raiffeisenbanken kam, dass sie 3000 Euro aus dem VR-Gewinnsparen in Schwaben überreichen, war sofort klar: „Endlich können wir diese Kühlmatte kaufen!“

Diese kann nämlich auch zu Hause eingesetzt werden. So könne der kleine Leichnam angekleidet, aber gekühlt aufgebahrt werden und die Eltern könnten sich ohne Zeitdruck in einem angemessenen Rahmen verabschieden. Dies sei für die Trauerarbeit unschätzbar wichtig, betonen die beiden Vorständinnen. Auch Erinnerungsstücke wie Baby-Fotos, Hand- oder Fußabdrücke werden angefertigt und helfen bei der späteren Bewältigung.

Landrat Stefan Rößle dankte den Genossenschaftsbanken: „Das ist eine sehr großzügige Spende für eine sehr sinnvolle Sache“, so der fünffache Vater, der selbst im weiteren Familienumfeld mit diesem Schicksal in Berührung kam. Gerne habe er deshalb auch die Kooperation vorangetrieben für den „Erinnerungswald“ bei Wemding: Dort können Eltern seit 2020 ein Bäumchen pflanzen in Erinnerung an ihr verstorbenes Kind. Informationen für Eltern und Interessierte gibt es unter www.sterneneltern-schwaben.de. (pm)