Bei einem Festakt im Enderlesaal standen Menschen im Mittelpunkt, die in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten Herausragendes geleistet haben. Menschen, die durch ihr vorbildliches gesellschaftliches Engagement die Stadt bereichern.
Umweltpreis für Fahrradwerkstatt und SinnSalabim
Mit dem Donauwörther Umweltpreis würdigt die Stadt besondere Verdienste für Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Der Preis, der mit jeweils 500 Euro dotiert ist, ging in der Kategorie "Nachhaltige Innovation" an das Sozialkaufhaus SinnSalabim. Dort werden seit sechs Jahren Möbel, Spielzeug, Haushaltsartikel und Kleidung aus zweiter Hand wieder in den Kreislauf gebracht. Bei der Einrichtung der Stiftung St. Johannes stehen dabei nicht nur ökologische und nachhaltige Aspekte im Vordergrund, sondern auch soziale. Menschen mit Erwerbsunfähigkeit oder psychischen Beeinträchtigungen haben hier die Möglichkeit einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen. "Die Verbindung aus Secondhand und sozialem Engagement ist in dieser Form besonders innovativ", so Oberbürgermeister Jürgen Sorré in seiner Laudation.
In der Kategorie "Ehrenamtliches Engagement Einzelner oder Gruppen" entschied sich die Jury einstimmig, den Umweltpreis 2026 an Thomas Brückner von der SKM/Aktion Anker Fahrradwerkstatt zu verleihen. Er hat 2015 die Werkstatt initiiert. Seitdem hat sie jeden Samstagnachmittag geöffnet und ist Anlaufstelle für Menschen mit kleinem Geldbeutel. Ehrenamtler helfen Menschen, gebrauchte Räder wieder flott zubekommen. Verwendet werden unter anderem auch gestrandete Fahrräder, die im Stadtbereich aufgefunden werden. Die Ehrenamtlichen reparieren die Räder und verkaufen diese dann für einen kleinen Beitrag weiter.
Ehrenbriefe für Hochwasserhelfer
Im Rahmen des Festakts wurde außerdem Harald Strobel und Hubert Gerstmeier Ehrenbriefe für besondere Verdienste verliehen. Die beiden Auchsesheimer gaben beim verheerenden Hochwasser die Initialzündung für einen Behelfsdamm, um das Dorf zu schützen. In kürzester Zeit halfen Hunderte Helferinnen und Helfer aus der ganzen Region, um mit rund 80.000 Sandsäcken die Wassermassen aus dem Dorf fernzuhalten. "Mit Menschenketten und Muskelkraft vollbrachten sie alle zusammen mit fast übermenschlichem Einsatz das Unglaubliche: Sie retteten das Dorf!", so Oberbürgermeister Jürgen Sorré.
Drei weitere Ehrenbriefe haben Timo Bablock, Markus Schröttle und Michael Näßl. erhalten. Als Kommandanten der Feuerwehren in Auchsesheim, Nordheim und Zusum waren sie während der Hochwasserkatastrophe "Vorkämpfer, Vorbilder und Anlaufstelle vor Ort".
Henke und Dinger-Wilde mit Sozialpreis ausgezeichnet
Mit dem Friedrich-Drechsler-Sozialpreis wurden zwei Frauen ausgezeichnet, die sich über lange Jahre hinweg in besonderem Maße für den sozialen Zweck engagiert haben. Kerstin Henke und Christine Dinger-Wilde sind seit über 20 Jahren treibende Kräfte beim Donauwörther Waldbären e. V., der den Waldkindergarten im Stadtwald betreibt. Dort könnten Kinder nicht nur im Einklang mit der Natur und den Jahreszeiten lernen und sich entwickeln, auch auf Teamfähigkeiten und andere soziale Kompetenzen wird besonderer Wert gelegt. OB Sorré hob in seiner Laudatio besonders hervor, dass der Waldkindergarten nach wie vor von einem kleinen Verein betrieben wird, uns sich nicht wie in anderen Städten in großer Trägerschaft befindet.
Kulturmedaille für Gudrun Reißer
Besondere Ehre wurde Gudrun Reißer zuteil. Für ihr besonderes Engagement für das kulturelle Leben in der Stadt Donauwörth erhielt sie die Sebastian-Franck-Kulturmedaille.
Reißer war zunächst Leiterin der städtischen Museen und später langjährige Leiterin der Volkshochschule. Der Restauratorin und studierten Volkskundlerin und Historikerin lag vor allem die Geschichte der Stadt am Herzen. "Sie hat Bildung erlebbar gemacht - mit innovativen Formaten, mit thematischen Vortragsreihen und besonders mit ihren historischen Angeboten, die Geschichte aus den Seminarräumen hinaus in die Region getragen haben", so Laudator Jürgen Sorré. Als Stadtheimatpflegerin führt sie nun ihre Leidenschaft und ihr Wirken über ihre berufliche Tätigkeit hinaus fort.