Schützengau Donau-Ries

Sebastianifeier zum 539. Mal in Donauwörth gefeiert

Schützen aus dem Schützengau Donau-Ries, denen an der Sebastianifeier 2026 der Sebastianiorden in Großgold verliehen wurde. Bild: Jennifer Wagner
Mehrere hundert Schützinnen und Schützen haben in Donauwörth die Sebastianifeier zum 539. Mal begangen. Nach dem Gottesdienst im Liebfrauenmünster zogen sie durch die Innenstadt ins Festzelt, wo die Verleihung der Sebastianiorden den Höhepunkt der Feier bildete.

Die Sebastianifeier in Donauwörth ist am Samstag, 18. Januar 2026, zum 539. Mal begangen worden. Anlass ist traditionell der Sebastiani-Tag am 20. Januar, an dem die Schützinnen und Schützen ihres Schutzpatrons, des Heiligen Sebastian, gedenken.

Nach einem feierlichen Gottesdienst im Liebfrauenmünster zogen mehrere hundert Schützen, angeführt von der Stadtkapelle Donauwörth, über die Reichsstraße in Richtung Festzelt auf dem Schwabenhallenparkplatz. Dort fand der Festakt statt. Das Festzelt wird nicht nur für die Sebastianifeier genutzt, sondern auch am kommenden Samstag, 24. Januar, für die Faschingsparty im Anschluss an den Faschingsumzug in Donauwörth.

Mit Blick auf die Landesgartenschau 2028 ist das Festzelt auf dem Schwabenhallenparkplatz allerdings ein Auslaufmodell: Ab dem kommenden Jahr wird es dort nicht mehr möglich sein, ein Festzelt aufzustellen. 1. Gauschützenmeisterin Heike Wildfeuer-Fick zeigte sich gelassen und sagte in ihrer Rede: „Wir lassen uns überraschen, wie es wird, wenn nächstes Jahr die Vorbereitungen für die Landesgartenschau fortgeschritten sind. Aber wir Schützen sind flexibel.“

Kein Wahlkampf im Festzelt

In ihrer Ansprache stellte Wildfeuer-Fick zudem klar, dass die Sebastianifeier keinen politischen Charakter haben solle. Gleichzeitig appellierte sie aber eindringlich an die Schützinnen und Schützen, ihr Wahlrecht wahrzunehmen. Sie sagte: "Unsere Sebastianifeier soll keine politische Veranstaltung sein, sondern zur Ehrung unserer Schutzpatronen und zur Ehrung vieler verdienter Personen aus unseren Schützenhäusern dienen. Es ist mir aber ein ganz großes Anliegen, euch zu bitten, zur Wahl zu gehen. Wir haben keine Wahlpflicht, aber eine moralische Verantwortung. Es stellen sich einige sehr engagierte Menschen aus unseren Reihen für politische Ämter zur Verfügung. Macht Briefwahl, schaut euch die langen Listen in aller Ruhe durch und wählt mit Bedacht."

Stefan Rößle, der zum letzten Mal bei der Sebastianifeier als Landrat Grußworte sprach, griff in seiner Rede die Predigt von Stadtpfarrer Robert Neuner auf und spannte den Bogen zur heutigen Gesellschaft. „Ich habe heute genau zugehört bei der Predigt vom Stadtpfarrer Neuner und mir kommt ein Künstler in den Sinn, um hier an die Gedanken anzuknüpfen, nämlich Peter Lenné, der mal gesagt hat: "Nichts gedeiht ohne Pflege." Und so sinngemäß: Wenn man auch das Liebgewonnene nicht pflegt, dann droht es kaputt zu gehen.“

Rößle würdigte die Schützinnen und Schützen als wichtige „Pflegekräfte“ der Gesellschaft und verwies auf die Geschichte des heiligen Sebastian, der nach seiner schweren Verletzung von der frommen Irene gepflegt wurde. „Es ist eine brutale Geschichte, aber vielleicht doch auch Sinnbild für die heutige Gesellschaft, denn bei uns ist auch einiges ins Wanken geraten: Tugend und Moral. Man kann fast sagen, unsere Gemeinschaft steht unter Beschuss.“ 

Trotz dieser Herausforderungen zeigte sich Rößle zuversichtlich: „Aber der Sebastian wurde gesund gepflegt und ich glaube, wir dürfen zuversichtlich sein, dass auch wir genügend Pfleger haben, die unsere Gesellschaft gesund pflegen können.“

Großgold für Stefan Rößle

Höhepunkt der Sebastianifeier war die Verleihung der Orden in Großgold und Gold. Auch Landrat Stefan Rößle wurde in diesem Jahr die Ehre zu Teil, die Auszeichnung in Großgold verliehen zu bekommen. Die Ehrung übernahm die ehemalige Gauschützenmeisterin Rita Schnell, die in ihrer Laudatio die langjährige Verbundenheit Rößles mit dem Schützenwesen hervorhob. „Unser Landrat Stefan Rösle hat seit seinem Amtsantritt 2002 alle Einladungen zur Sebastianifeier in Donauwörth stets persönlich wahrgenommen“, sagte sie und verwies auf sein vielfältiges Engagement für Vereine, Jugendförderung, Ehrungen und den Schützengau Donau-Ries insgesamt.

Die Geehrten:

Sebastianiorden in Großgold: Anton Schneider (VSG Asbach-Bäumenheim, Cornelia Meckermann (Adler Berg), Harald Bender (Adler Buchdorf-Baierfeld), Klaus Frisch (Rote Rose Ebermergen), Annelise Buchart (Hubertus Eggelstetten), Gabriele Fackler (Tell-Grenz Erlingshofen), Wolfgang Schödl (Frisch-Auf Feldheim), Norbert Leinfelder (St. Sebastian Flotzheim), Ludwig Dürr (Hub.- und Wildsch. Fünfstetten), Claudia Utz (Burgschützen Hoppingen), Ernst Seifert (Einigkeit Kaisheim), Karl Hertle ("Zur Linde" Mauren), Karl Hemmeter (Edelweiß Möhren), Gerhard Christi (Burenschützen Nordendorf), Franz Schröttle (Altschützen Oberndorf), Irmgard Moss (Kgl. priv. SG Rain 1610), Günter Schröppel (SG Hubertus Riedlingen), Franz Koch (Altschützen Rögling), Hermann Mair (St. Sebastian Sulzdorf), Erich Dworschak (VSG 1849 Wemding). 

Sebastianiorden in Gold: Stefan Maurer (Edelweiß Altisheim), Dorothea Uhl (VSG Asbach-Bäumenheim), Michael Uhl (VSG Asbach-Bäumenheim), Klaudia Aue (VSG Asbach-Bäumenheim), Hans Stengel (SG Adler Berg), Kerstin Lettenbauer (SV Kesseltal Bissingen), Michael Baumann (Kgl. priv. SG Donauwörth), Tanja Schmidbauer (Rote Rose Ebermergen), Karin Göttler (Rote Rose Ebermergen), Andre Müller (Lechschützen Ellgau), Andreas Männl (Frisch-Auf Feldheim), Martin Behringer (St. Sebastian Flotzheim), Klaus Roßkopf (Hub.- und Wildsch. Fünfstetten), Xaver Eireiner (Hub.- und Wildsch. Fünfstetten), Florian Reigel (Almrausch Gosheim), Jutta Gwosdek (Tell Gunzenheim), Alfred Utz (Burgschützen Hoppingen), Georg Wittich (Einigkeit Kaisheim), Helmut Bühler („Zur Linde“ Mauren), Wolfgang Bresa (Edelweiß Möhren), Franz Josef Knauer (SG 1858 Monheim), Fabian Zinsmeister (Gemütlichkeit Nordheim), Christoph Mayr (Altschützen Oberndorf), Cornelia Meyer (Eichenlaub Oppertshofen), Cora Regina Riß (SG Hubertus Riedlingen), Nicole Dietenhauser (SG Hubertus Riedlingen), Wolfram Strauß (St. Sebastian Sulzdorf), Christian Herb (Hubertus Tagmersheim), Andreas Hinterhofer (Hubertus Tapfheim), Roland Hykel (VSG 1849 Wemding), Maria Näpfle (Adler Wörnitzstein), Markus Wenninger (St. Martin Wolferstadt), Sandra Hofmann (St. Martin Wolferstadt).

Redakteurin. Recherchiert und schreibt für online und im blättle. Immer unterwegs, ob bei einer politischen Diskussion, einem Unfall oder im Eins-zu-eins Gespräch mit ihren Interviewpartnern. Zimmerpflanzenbeauftragte im Redaktionsbüro. Steht in ihrer Freizeit auf dem Tennisplatz.
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