Demokratie ist ein Begriff, der derzeit beinahe überall zu hören ist. Es müsse mehr für sie getan, sie gestärkt und mitunter sogar gerettet werden. Doch was bedeutet das eigentlich ganz konkret? Genau an diesem Punkt möchte die Stadt Nördlingen am 2. Oktober ansetzen.
Unter dem Titel „Lange Nacht der Demokratie feat. Wissenschaft“ soll es nicht nur um Demokratie und gesellschaftlichen Diskurs gehen, sondern vor allem um die Rolle von Wissen und Fakten. „Wir wollen ganz konkret auch aufzeigen, warum das wichtig ist, warum Demokratie nicht nur abstrakt, sondern ganz konkret die beste Staatsform ist, in der man leben kann“, erklärt Oberbürgermeister David Wittner. Gerade in einer Zeit, in der Künstliche Intelligenz Inhalte verändern könne und Wahrheit und Schein nicht immer leicht zu unterscheiden seien, brauche es wissenschaftliche Erkenntnisse als Grundlage für Diskussionen.
Mehr als 40 Programmpunkte in der Altstadt
Die „Lange Nacht der Demokratie“ ist eine bayernweite Initiative des Wertebündnis Bayern und seit ihrem Start 2018 deutlich gewachsen. Damals beteiligten sich zehn Kommunen, 2026 sind es bereits mehr als 60. Nördlingen gehört dabei zu den Städten mit einem besonders umfangreichen Programm und setzt als einzige teilnehmende Kommune Wissenschaft derart prominent in den Mittelpunkt.
Kulturamtsleiterin Dr. Franziska Emmerling beschreibt das Konzept deshalb als „Kulturfestival für Wissenschaft“. Mehr als 20 Institutionen, Vereine und Gruppen beteiligen sich mit weit über 40 Programmpunkten. Dazu gehören Vorträge, Experimente und Mitmachstationen ebenso wie Museumsangebote, Lesungen, Theater und ein Science Slam.
Roboter, KI und Wissenschaft zum Ausprobieren
Eines der Zentren wird das Klösterle. Dort zeigen unter anderem die Technische Hochschule Augsburg, die Technologietransferzentren und das Technologie Centrum Westbayern, woran direkt in Nördlingen geforscht wird. Besucher können unter anderem Roboter steuern, 3D-Druck ausprobieren und sich mit Drohnentechnik beschäftigen. Auch selbst entwickelte Roboter „Made in Nördlingen“ werden präsentiert.
Ein Thema zieht sich dabei durch zahlreiche Angebote: Künstliche Intelligenz. Die Besucher sollen erfahren, welche Möglichkeiten KI beispielsweise in Industrie und Forschung bietet, gleichzeitig aber auch lernen, deren Ergebnisse kritisch zu hinterfragen.
Unterhaltung gehört ebenfalls zum Konzept - wenn auch in leicht abgewandelter Form. Im Rathausgewölbe treten beim Science Slam „Mensch und Maschine“ junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gegeneinander an. In der Alten Schranne verbindet „Quantum Impro“ Improvisationstheater mit Quantenphysik. Für Kinder und Familien richtet die Fachakademie für Sozialpädagogik Maria Stern zudem eine Kinderuni ein. Weitere Stationen verteilen sich über zahlreiche Gebäude in der Altstadt. Wohin genau die Besucher am 02. Oktober müssen, wird durch gelbe Sterne auf dem Boden gekennzeichnet. Diese werden in den kommenden Wochen vom Kulturbüro mit Sprühkreide aufgebracht.
Eintritt zu allen Angeboten frei
Beginnen wird di Die „Lange Nacht der Demokratie feat. Wissenschaft“ ab 17:00 Uhr. Das Besondere: Der Eintritt zu allen Angeboten ist frei. Lediglich für den Science Slam im Rathausgewölbe und das Improtheater in der Alten Schranne müssen aufgrund begrenzter Kapazitäten kostenlose Tickets im Voraus reserviert werden.