Ehrung

Zwei Nördlinger*innen mit „Christel DeHaan-Sozialpreises“ ausgezeichnet

Preisträgerin Ingeborg Barisch verewigt sich im Goldenen Buch der Stadt Nördlingen. Bild: Christina Atalay / Stadt Nördlingen
Im Rahmen eines Empfangs im Rathausgewölbe wurde jüngst der „Christel DeHaan-Sozialpreis“ verliehen. Ausnahmsweise an zwei Preisträger. Martin Süß nahm die Ehrung persönlich vor Ort entgegen. Ingeborg Barisch konnte ihren Preis aufgrund ihres angeschlagenen Gesundheitszustandes leider nicht persönlich entgegennehmen.

Christel DeHaan hat im Jahr 1995 durch eine umfangreiche Stiftung den nach ihr benannten Sozialpreis ins Leben gerufen. Ihr Ziel war es, Menschen auszuzeichnen, die sich in ganz besonderem Maße sozial für andere engagieren. Ein besonderes Anliegen war ihr dabei stets, dass das Engagement einzelner Personen gewürdigt wird, die sich in der Hingabe für die Mitmenschen auszeichnen. Alle zwei Jahre verleiht die Stadt Nördlingen den Preis an Personen, die aus der Bürgerschaft vorgeschlagen wurden. „Da in diesem Jahr zwei Personen besonders herausstachen und vor wenigen Jahren die Stiftersumme nochmals deutlich erhöht worden war, konnten wir dieses Jahr zwei Preisträger auszeichnen,“ so Oberbürgermeister David Wittner.

Martin Süß pflegte seine kranke Ehefrau über 35 Jahre hinweg aufopferungsvoll zu Hause. Sie war nur kurze Zeit nach der Geburt der gemeinsamen Tochter an Multipler Sklerose erkrankt. 18,5 Jahre war Erika Süß ein voller Pflegefall und an das Krankenbett gebunden. „Sie pflegten Ihre Frau selbstständig, ohne ambulante Hilfe und Pflege und unterstützten darüber hinaus Ihre Mutter bei der Pflege Ihres Vaters. Treusorgend mit viel Fürsorge unter großen Entbehrungen brachten sie sich selbstlos im wahrsten Sinne ein", so Oberbürgermeister David Wittner in seiner Laudatio, in der der Martin Süß bewundernswertes Engagement erläuterte und ihm für dieses im Namen der Stadt Nördlingen sehr herzlich dankte.

Eigene Interessen in den Hintergrund gestellt

Ingeborg Barisch betreute von 2008 bis 2021 ihren Bruder Peter, der am Down-Syndrom leidet. Während dieser Zeit war Peter auch Beschäftigter der Werkstätte der Lebenshilfe und wohnte zusammen mit Frau Barisch in der Münzgasse. „Frau Barisch war sehr bemüht, Ihren Bruder möglichst am normalen Leben teilhaben zu lassen. Gemeinsam besuchten sie gerne Cafés, kulturelle Veranstaltungen und Gottesdienste in St. Salvator. Sie stellte Ihre eigenen Interessen in den Hintergrund und bewältigte eine Aufgabe, deren Übernahme als Schwester nicht selbstverständlich ist – selbstlos im wahrsten Sinne. Durch die Übernahme der Versorgung ihres Bruders verhinderte Frau Barisch, solange es ihre eigene körperliche Kraft zuließ, dass er einem Heim anvertraut werden musste", berichtete Oberbürgermeister David Wittner.

Durch ihre eigene schwere Erkrankung war sie im Vorjahr gezwungen ihrem Bruder einem Wohnheim der Lebenshilfe anzuvertrauen. Mittlerweile lebt sie selbst in einer Pflege-WG, wo Oberbürgermeister David Wittner sie im Nachgang der Verleihung, zu der sie krankheitsbedingt nicht kommen konnte, besuchte, um ihr persönlich sehr herzlich für ihr aufopferndes Engagement zu danken.

Beide Preisträger erhalten neben dem Preisgeld freien Eintritt in die städtischen Museen und durften sich ins Goldene Buch der Stadt Nördlingen eintragen. (pm)