7. Oktober 2019, 09:05

Gesetzliche Pflegeversicherung muss durch eine Pflegevollversicherung ersetzt werden

Symbolbild Bild: pixabay
Bei der letzten Vorstandssitzung der AWO-Nördlingen, sprach Rita Ortler an, dass das Armutsrisiko für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen erheblich ist, da zwar die Kosten für Pflege steigen, nicht aber der Anteil, den die Pflegeversicherung trägt.

„Wir fordern, dass unsere Bundesregierung hier entgegensteuert“, so Ortler, „und dass dies möglich ist zeigt eine neue Studie der Hans-Böckler-Stiftung (HBS)“. Diese kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass dieses Risiko durch eine Pflegevollversicherung deutlich gesenkt werden könnte.

Dazu erklärte Gabriele Fograscher, 1.Vorsitzende des Ortsvereins Nördlingen: „Die AWO fordert seit Langem, dass die Pflegeversicherung die Kostensteigerungen in der Pflege abfangen muss. Die Studie zeigt: Das ist möglich und finanzierbar. Die Bundesregierung muss nun handeln und dafür sorgen, dass alle Menschen gute Pflege erhalten können. Denn die Kosten in der Pflege werden weiter steigen, weil lange nötige Reformen für die Verbesserung der Pflege umgesetzt werden. Schon jetzt können sich viele Menschen ihre Pflege nicht mehr leisten, ohne in die Armut zu rutschen und auf ihre Angehörigen oder Hilfe zur Pflege im Rahmen der Sozialhilfe angewiesen zu sein. Das ist entwürdigend und schürt Existenzängste. Eine Pflegevollversicherung ist über eine soziale Bürgerversicherung finanzierbar! Die AWO setzt sich seit langem für die Einführung einer sozialen Bürgerversicherung ein und sieht sich in Ihrer Forderung noch einmal bestätigt, so Fograscher.

Im Bundesdurchschnitt lagen zuletzt die Kosten, die Versicherte selbst für ihre stationäre Pflege übernehmen mussten bei 1.750 Euro monatlich. Zum Vergleich: Zum Ende des Jahres 2017 lag das durchschnittliche Netto-Renteneinkommen in den alten Bundesländern bei monatlich 1.231 Euro und in den neuen Bundesländern bei monatlich 1.169 Euro. 

„Unsere Petition „Eigenanteil bei der stationären Pflege begrenzen“ wurde Anfang dieses Jahres von 74.000 Menschen gezeichnet. Schon das hat gezeigt, dass dieses Thema von der Bundesregierung nicht länger ignoriert werden kann. Die Studie bekräftigt, dass eine Entlastung der Pflegebedürftigen nicht nur nötig, sondern auch möglich ist“, betonte der stellvertretende Vorsitzende Georg Wiedemann.

In der nächsten Mitgliederversammlung der AWO-Nördlingen wird dies eines der Themen auf der Tagesordnung sein, so Rita Ortler! (pm)