3. August 2020, 16:38

Kunst & Kultur lassen sich nicht unterkriegen

Trotz Corona war der erste Ausstellungstag sehr gut besucht. Bild: Fiorella Salamena
Kunst & Kultur lassen sich nicht unterkriegen: Die Wirtschaftsjunioren Donau-Ries veranstalteten das 6. Forum Junge Kunst.

Kunst sei nicht „nice to have“, sondern Teil der DNA unserer Kultur, so Nördlingens Oberbürgermeister David Wittner bei der Eröffnung des Forum Junge Kunst in der Alten Schmiede. Er dankte den Wirtschaftsjunioren, dass sie mit ihrem Engagement die Kunstszene in Nördlingen beleben und zum gesellschaftlichen Leben in der Region beitragen. Landrat Stefan Rößle und Bezirksrat Peter Schiele schlossen sich dem Dank an. „Unser Landkreis steht super da,“ so Landrat Rößle. „Aber gute Zahlen allein reichen nicht, damit die Menschen gerne bei uns leben wollen. Vielmehr müssen wir auch Seele und Gemüt ansprechen.“ Daher habe man mit dem Wirtschaftsförderverband gerne das Forum Junge Kunst auch finanziell unterstützt. Bezirksrat Peter Schiele überbrachte die Grüße und Wünsche des Schirmherrn, Bezirkstagspräsident Martin Sailer. Er freue sich, dass die Wirtschaftsjunioren durchgehalten und – wenn auch verspätet und unter Corona-Auflagen – das Forum ermöglicht haben. Diese Veranstaltung, die der Bezirk gerne unterstütze habe, sei ein starkes Zeichen und ein Schritt zurück zur Normalität.

Sichtlich stolz berichteten die Organisatoren, Michael Steber und Bernd Hertle von den Wirtschaftsjunioren, dass sich 21 junge Kunstschaffende aus dem Landkreis beworben hätten. 16 von ihnen seien von den Juroren, Dr. Sabine Heilig, Manfred Hahn und Marco Kleebauer, ausgesucht worden. Ganz besonders bedankte sich Michael Steber bei allen Sponsoren, die der Veranstaltung trotz aller Schwierigkeiten die Treue gehalten und bis zum Schluss unterstützt haben.

16 junge Kunstschaffende mit ganz verschiedenen Werdegängen, künstlerischen Ansätzen und Ambitionen hauchen der Alten Schmiede neues Leben ein und finden ein einmaliges Ambiente für ihre Werke. Bereits zwei Stunden vor der offiziellen Eröffnung hatten sich die Juroren Zeit genommen, um ein ganz persönliches Fachgespräch mit jedem Künstler, jeder Künstlerin zu führen. Immer wieder war zu hören, wie wichtig es den jungen Menschen ist, ihre Kunst einer breiten Öffentlichkeit zu zeigen und eine Rückmeldung zu erhalten. Die 17jährige Sarah aus Nördlingen malt seit sie 4 ist. Sie hat schon in Donauwörth und Nördlingen ausgestellt und ist immer wieder gespannt, welches Feedback ihre Bilder auslösen, welche Eindrücke und subjektive Wahrnehmung sie bei anderen Menschen hervorrufen.

Dr. Sabine Heilig bedankte sich bei den Organisatoren und beglückwünschte sie zur Wahl der Ausstellungsorte, die sie als „Unorte“ bezeichnete. Aufgelassene, verborgene Orte mit ganz eigenem Flair, die neugierig machen. „In einem solchen Umfeld kommt Kunst, speziell junge Kunst ganz anders zur Geltung als in einem cleanen Museumsraum.“ Sie würdigte jede einzelne Künstlerin, jeden einzelnen Künstler mit einer kurzen Beschreibung der ausgestellten Werke und ermutigte sie, sich mit den anderen auszutauschen und immer wieder die Öffentlichkeit zu suchen. „Publikum ist die beste Jury,“ so Dr. Sabine Heilig. „Gerade am Anfang der eigenen Karriere ist es wichtig, aus den eigenen, vertrauten Räumen in eine kritische Öffentlichkeit zu gehen.“ Sie freue sich, dass sowohl die Wirtschaftsjunioren als auch die Vertreter der Politik den Willen zeigen, diese einmalige Veranstaltung auch 2022 wieder anzubieten, und ermutigte die jungen Leute, sich auch dann wieder zu bewerben.(pm)