4. Juni 2020, 13:10

LuftArt in Nördlingen hängt wieder

Archivbild LuftArt 2008 Bild: Rudi Scherer
Die Nördlinger Altstadt ist nun bis zum Herbst wieder eine Galerie für Kunst in luftiger Höhe.

Der „Hingucker“ und die Ausstellung, die es in der Form in dieser Art und Weise im weiten Umkreis nicht gab, war die „LuftArt“ im Sommer 2008 in der Fußgängerzone in Nördlingen. Die Idee war bestechend und brachte Josef Briechle von seinen Urlaubsreisen in Spanien mit nach Waldshut-Tiengen. Dort animierte er befreundete Künstlerinnen und Künstler, zwölf Meter lange Stoffbahnen zu gestalten, die dann in der dortigen Fußgängerzone aufgehängt wurden.

Wolfgang Mußgnug, mit Sepp Briechle befreundet und künstlerisch immer auf neuen Wegen unterwegs, nahm die Idee auf und beide initiierten eine LuftArt in Nördlingen. 13 Künstlerinnen und Künstler gestalteten zunächst Entwürfe, die bei einer Vernissage in der Sparkasse vorgestellt wurden und Anfang Juli trafen sich alle auf dem Marktplatz, um ihre Entwurfskonzepte auf die Synthetik-Gewebebahnen zu malen. Und die Herausforderung, zwölf Meter lange und 3,2 Meter breite Kunstwerke zu schaffen, haben die Zwölf großartig gemeistert. Beteiligt waren nicht nur Nördlinger und Rieser Künstlerinnen und Künstler, sondern auch mit Josef Briechle, Bernd Salfner – gebürtiger Nördlinger und in Waldshut-Tiengen lebend – und Ulla Rohr, auch eben Künstler aus dem Schwarzwald. Und gerade die Arbeiten im öffentlichen Raum, die Gestaltung der Stoffbahnen vor Publikum, hat die Besucher auf dem Marktplatz fasziniert.

Am Ende der Woche konnte dann mit Hilfe des Stadtbauhofes die „Hängung“durchgeführt werden. Was aus einer Idee entstand, war ein großer  Publikumserfolg und brachte der Stadt eine ungeheure, breite, positive öffentliche Werbewirksamkeit. 

Ermöglicht wurde das einmalige Event durch die tatkräftige Unterstützung, insbesondere der Sparkasse Nördlingen, der Sparkassenstiftung, Rieser Volkshochschule e. V. und der Firma Sto. Letztendlich war es aber nur möglich durch die spontane, schnelle und positive Rückantwort der betroffenen Hauseigentümer. Die Mitarbeiter des Baubetriebshofes hatten im Vorfeld Haken an die Hauswände gedübelt, an denen die Stoffbahnen aufgehängt wurden.

Neuauflage bis Herbst 2020

Und was liegt näher, als Bewährtes und Bekanntes, eine derart schöne Aktion nochmals ohne großen Aufwand erneut zu präsentieren. Die Hauseigentümer hatten schon damals ihr Einverständnis erklärt, die vorhandenen Haken in der Fassade zu belassen, und diese können nun wieder genutzt werden. Die LuftArt hängt nun bis voraussichtlich September / Oktober wieder in der Fußgängerzone in Nördlingen. Ein Blickfang für Einheimische, eine Freude für Touristen und ein Zeichen, dass die Künstler in Nördlingen Kunst gestalten und zu einem liebenswerten und lebenswerten Nördlingen beitragen. Bereits jetzt hat Oberbürgermeister Wittner vorab Gespräche geführt und man darf gespannt sein, in wie weit weitere überregionale Aktionen und Ausstellungen oder Kunst-Events in den kommenden Jahren den Namen Nördlingens als „Kulturstadt“ bundesweit bekannt machen werden. (pm)