17. Oktober 2019, 09:08

Michael Klink alias der „LinkMichel“

Bild: Claudia Müller
Tief in die Absurditäten des Alltags entführte Michael Klink alias der „LinkMichel“ die Gäste beim Harburger Kulturherbst.

Mit den Mountainbikern, den „selbstfahrenden Neonwurstpellen, die niemals vom Wolf angefallen werden, denn das Auge isst mit“ setzte der Neuffener Kabarettist gleich zu Anfang die erste perfekte Pointe. In diesem Stil wurden dann alle möglichen und unmöglichen Alltagssituationen beleuchtet. Beim Einkaufen im heimischen REWE: „Männer kaufen nur das was sie brauchen, Frauen bringen Berge von Regalfachblockierern mit nach Hause“. In der direkten Auseinandersetzung mit den „Alpha Kevins“: „Hey Alter, kann ich kurz vorne?“ wird dem Schwaben sein Alter ebenso bewusst, wie wenn 12 Jährige im Bus aufstehen um Platz zu machen. Die praktische Lebensuntauglichkeit der mit dem Gymnasium fertigen Tochter Johanna offenbart sich bei deren Reiseplänen: Johanna und der „Schwiegersebastian“ verkaufen in Vietnam auf dem Marktplatz Logarithmusfunktionen. Auch die Ehefrau kommt in dem Feuerwerk der in schwäbischer Mundart aber gut verständlich vorgetragenen Witze nicht zu kurz: „An Weihnachten ist der Dekorationszenit erreicht“, wenn selbst die Deko nochmal dekoriert wird, dann ist endgültig die Dekomanie ausgebrochen. Ohne Mikrofon, aber mit wirklich raumfüllender Bühnenpräsenz unterhält der mit mehreren Preisen ausgezeichnete Kabarettist an diesem Abend das Publikum in Harburg prächtig und die Frage „Schraubst Du noch oder brennt es schon?“ wird sich den Gästen vermutlich in nächster Zeit bei jedem IKEA Ausflug wieder in Erinnerung bringen. (pm)