Konzert

»Erzsébet Báthory«: ein Konzert der Capella de la Torre

Bild: Nathalie Schnider-Lang
Am 27.06.2026 fand in der ehemaligen Klosterkirche Auhausen das Konzert des Vereins Musica Ahuse e.V. statt. Die Capella de la Torre erzählte dabei die dramatische Lebensgeschichte der Erzsebet Bathory.

Im Rahmen des diesjährigen Programms "Klang der Frauen" schlug Capella de la Torre einen ungewöhnlichen Weg ein: Eingebettet in die dramatische Lebensgeschichte der Erzsebet Bathory, einer Frau aus einem mächtigen ungarischen Adelsgeschlecht um 1600 erklang Musik aus dieser Zeit von ungarischen und anderen Komponisten.

Aus der weiblichen Sicht der Protagonistin wurden Gerichtsakten aufbereitet und das Leben der Bathory erzählt. Ihre Stimme, von Annamaria Lang mit ungarischem Akzent charmant interpretiert, erklang aus dem Lautsprecher und leuchtete die unterschiedlichen Wertungen der geschichtlichen Vorgänge aus. Wurde sie zu recht angeklagt oder wurde sie nicht eher aus Habsucht, Missgunst, Frauenhass oder religiösen Gründen vor Gericht gezerrt? Diese Deutung legen die im Konzert dargelegten Schilderungen nahe.

Capella de la Torre, die weltweit bekannte Formation aus historischen Blasinstrumenten wie Schalmei, Pommer, Dulzian, Posaune, Laute, Orgel und Percussion wurde in diesem Konzert ergänzt durch die temperamentvolle Sopranistin Margaret Hunter und Lisa Schöttl am Hackbrett, eine echte Bereicherung.

Ein perfektes Zusammenspiel, wie von Capella bekannt, allesamt virtuose Künstler, allen voran die Leiterin des Ensembles, Katharina Bäuml an der Schalmei. Kunstvolle und variantenreiche Arrangements boten den einzelnen Instrumentalisten Raum zu solistischen Auftritten und Improvisationen, die mitunter sehr modern anmuteten.

Neben bekannten Weisen aus dem 16. Jahrhundert bekam das Publikum auch temperamentvolle ungarische Tänze von Giovanni Picchi oder Johann Wohlgemuth geboten oder ein "Amoris flammula" von Pal Esterhazy.

Ein Konzert, das nachwirkt durch seine phantasievollen Wechsel der Instrumentierungen, der vielseitigen Stimmungen von innig getragenen Stücken und pathetisch bis zu fröhlich-rhythmischen Interpretationen. (dra)