Festakt

Donauwörth verabschiedet seine Stadträte

Bild: Thomas Oesterer
Bevor der neue Donauwörther Stadtrat am 11. Mai offiziell startet, wurde die alte Wahlperiode mit einer feierlichen Verabschiedung beendet. Dabei wurden zehn langjährige Mitglieder geehrt.

Am 11. Mai startet in Donauwörth der neue Stadtrat mit seiner konstituierenden Sitzung in die kommende Wahlperiode. Bereits seit der Wahl Anfang März steht fest, wie sich das Gremium künftig zusammensetzen wird. Ein Aspekt sticht dabei schon auf den ersten Blick hervor: Erstmals zieht die AfD in den Donauwörther Stadtrat ein. Dadurch verschiebt sich die Sitzverteilung im Gremium – noch ist dies allerdings Zukunftsmusik.

Am gestrigen Montag fand entsprechend die letzte offizielle Sitzung des bisherigen Stadtrats statt, gefolgt von der feierlichen Verabschiedung der ausscheidenden Ratsmitglieder. Oberbürgermeister Jürgen Sorré zog zunächst eine Bilanz der vergangenen sechs Jahre, bevor im Enderlesaal der Festakt stattfand. Sorrés Bewertung fiel klar aus: Trotz großer Herausforderungen seien diese Jahre von starkem Zusammenhalt und sichtbaren Fortschritten geprägt gewesen. Besonders hob er die Zusammenarbeit hervor: „Danke – Ihnen allen! – für die hervorragende, kollegiale und stets konstruktive Zusammenarbeit der vergangenen Jahre.“

"Diese Wahlperiode wird anders"

Demnach begann die gemeinsame Amtszeit unter Pandemiebedingungen und wurde zusätzlich von Krisen wie dem Krieg in der Ukraine, finanziellen Unsicherheiten sowie einer schweren Hochwasserkatastrophe geprägt. „Nur eines war von Anfang an abzusehen: Diese Wahlperiode wird anders“, blickte Donauwörths Oberbürgermeister zurück. Dennoch habe der Stadtrat stets sachlich und respektvoll zusammengearbeitet: „Wir haben diskutiert – aber eines haben wir nie getan: auf persönlicher Ebene miteinander gestritten.“

Neben den zahlreichen Krisen konnten in Donauwörth in den vergangenen Jahren jedoch auch viele Projekte vorangebracht und teilweise sogar vollständig umgesetzt werden. Dazu zählen die Landesgartenschau 2028, der Neubau des Bürgerspitals, das Großbauprojekt „Tanzhaus“ sowie weitere Infrastrukturmaßnahmen. Sorré betonte dabei das gemeinsame Selbstverständnis: „Wir sind eines immer geblieben: Demokraten und Problemlöser.“ Insgesamt könne die Stadt „mit vollster Überzeugung“ stolz auf das Erreichte sein.

Stadtratsmitglieder werden verabschiedet

Mit Walter Surek, Joachim Fackler, Katrin Gleissner, Karl Kammer, Nicole Wermuth, Katja Heinrich, Franz Ost, Dr. Stefanie Musaeus, Barbara Kandler und Josef Reichensberger wurden im Anschluss an die Sitzung insgesamt zehn Ratsmitglieder verabschiedet. Eine Zahl, die schnell zeigt, welch große Veränderung im Donauwörther Stadtrat ansteht. Besonders beeindruckend: Ost, Musaeus, Kandler und Reichensberger prägten das Gremium zusammengenommen über 100 Jahre und wurden deshalb in besonderem Maße geehrt.

In der Festrede von Jürgen Sorré heißt es entsprechend: „Die Goldene Bürgermedaille wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich in besonderer Weise um die Entwicklung unserer Stadt verdient gemacht haben – durch ihren Einsatz in unterschiedlichsten Aufgabenbereichen, durch verantwortungsvolle Entscheidungen und durch ihr nachhaltiges Wirken im Dienst der Allgemeinheit. Frau Dr. Stefanie Musaeus, Frau Barbara Kandler und Herr Franz Ost erfüllten diese Voraussetzungen in besonderer Weise.“ Alle drei Genannten gehören bzw. gehörten dem Stadtrat insgesamt 24 Jahre an.

Josef Reichensberger erhält Ehrenring der Stadt Donauwörth

Noch einmal zwei Wahlperioden länger und damit insgesamt 36 Jahre war Josef Reichensberger Mitglied des Donauwörther Stadtrates und zuletzt auch Bürgermeister der Stadt Donauwörth. Für seinen jahrzehntelangen, aufopferungsvollen Einsatz wurde er mit dem Ehrenring der Stadt Donauwörth, der zweithöchsten Auszeichnung nach der Ehrenbürgerschaft, geehrt. Das Besondere: Nur fünf Personen können gleichzeitig mit dieser Auszeichnung bedacht werden.

„Der Ehrenring unserer Stadt ist eine ganz besondere Auszeichnung. Er steht für höchste Anerkennung und Dankbarkeit gegenüber Persönlichkeiten, die sich über viele Jahre hinweg in herausragender Weise um das Gemeinwohl verdient gemacht haben und die Entwicklung unserer Stadt nachhaltig geprägt haben“, so Sorré. Er ergänzt: „Für mich persönlich war und ist er stets ein wichtiger Ratgeber – gerade auch in meiner ersten Zeit als Neuling im Amt.“

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt vom „Trio Classissimo“. Im Anschluss fand ein feierlicher Empfang statt, bei dem der Stadtrat in seiner bisherigen Besetzung noch einmal die Gelegenheit hatte, sich über die vergangenen sechs Jahre auszutauschen.

Josef Reichensberger (l.) wird mit dem Ehrenring der Stadt Donauwörth ausgezeichnet. Bild: Thomas Oesterer

Redakteur. Schreibt bei uns für Online und blättle. Ist in Donauwörth geboren und aufgewachsen und der Stadt sehr verbunden. In seiner Freizeit als Spieler und Trainer auf den Fußball - und Tennisplätzen der Region zu finden.

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