Wer erfahren wollte, wie Olympische Sommerspiele in Hamburg in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 aussehen könnten, erhielt kürzlich beim 40. Haspa Marathon einen eindrucksvollen Vorgeschmack. Geschätzte 300.000 Menschen säumten die 42,195 Kilometer lange Strecke entlang von Elbe und Alster. Die Sonne schien, der Wind wehte kaum, und die Temperaturen lagen bei idealen sieben bis elf Grad Celsius. Am Ende gab es wohl keine Läuferin und keinen Läufer, die oder der die Atmosphäre nicht als „geil“ oder „einmalig“ beschrieb.
„Das war der Hammer, die Stadt ist großartig“, sagte Samuel Fitwi (30), der als erster Deutscher seit dem Leipziger Carsten Eich im Jahr 1999 den zweiten Platz belegte. Hinter Othmane El Foumri (33) lief er in persönlicher Bestzeit und zugleich deutscher Jahresbestleistung von 2:04:45 Stunden ins Ziel.
Kaum eine andere Veranstaltung wird in Hamburg derart gefeiert
Bei den Frauen stellte Brillian Jepkorir Kipkoech einen neuen Streckenrekord auf. Die 31-jährige Kenianerin verbesserte ihre persönliche Bestzeit von 2:23:56 Stunden um fast sieben Minuten auf 2:17:05 Stunden. Im Ziel zeigte sie sich noch voller Energie: Nach einer kurzen Verschnaufpause lief sie jubelnd die Zielgerade in entgegengesetzter Richtung zurück und wurde vom Publikum begeistert gefeiert. „Ich habe es genossen“, sagte sie nach ihrem Hamburg-Debüt. „Ich komme wieder.“
Kaum eine andere Veranstaltung wird in Hamburg derart gefeiert. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer – sowohl internationale Gäste als auch Läuferinnen und Läufer aus Nördlingen – berichten, dass sie eine derartige Stimmung mit so vielen begeisterten Zuschauerinnen und Zuschauern am Streckenrand nur hier erleben.
Darüber hinaus war die 40. Auflage des Hamburger Marathons ein Rennen der Rekorde: 46.000 Anmeldungen bedeuteten eine neue Bestmarke. Davon entfielen 20.000 auf den Marathon, 8.000 auf den Halbmarathon, 6.000 (in Staffeln à vier Personen über jeweils 1.500 Meter) auf die Staffelwettbewerbe und 12.000 auf den Schülerlauf „Das Zehntel“ am Vortag rund um die Messe. Um den großen Andrang organisatorisch zu bewältigen, startete der Halbmarathon (21,1 Kilometer) erstmals am Nachmittag um 14 Uhr am Bahnhof Dammtor.
Läufer*innen aus dem Ries "durchweg zufrieden"
Vom TSV Nördlingen gingen auf der Marathondistanz Rudi Ortner (3:32 Stunden), Birgit Schumann (3:28), Ulrich Schumann (3:43), Dorothea Gaudernack (4:25) und Brigitte Radajewski (4:39) an den Start. Thomas Bengesser (3:40) trat für den SV Wechingen an.
In persönlicher Bestzeit von 1:30 Stunden absolvierte Marie Gaag die Halbmarathondistanz. Ebenfalls über diese Strecke gingen Daniela Gaag, Helene Schröder, Stefan Kirchner, Susanne Vierkorn und Anneliese Zinke an den Start. Mit ihren Ergebnissen zeigten sich alle Läuferinnen und Läufer aus dem Ries durchweg zufrieden. (dra)