Extremschwimmer

Von Ulm bis ans Schwarze Meer: Joseph Heß schwimmt durch die Donau

Joseph Hess durchschwimmt die Donau - von der Quelle bis zur Mündung. In Donauwörth macht er an Tag 3 seine Mittagspause. Bild: Mara Kutzner
Mehr als 2.600 Kilometer will Joseph Heß schwimmend auf der Donau zurücklegen. Bei einer Mittagspause in Donauwörth spricht der Extremsportler darüber, was ihn zu diesem außergewöhnlichen Projekt antreibt.

Am Montagmittag bietet sich auf der Donau in Donauwörth ein ungewohntes Bild: Ein Mann im Neoprenanzug krault durch das derzeit seichte Wasser, begleitet von zwei Kajaks, die ihn auf seiner außergewöhnlichen Reise absichern.

Der Schwimmer ist Joseph Heß aus Dresden. Nach einem symbolischen Start an der Donauquelle in Donaueschingen begann sein Langstreckenabenteuer am Samstag in Ulm. Von dort aus will er die gesamte Donau durchschwimmen. Insgesamt liegt eine Strecke von mehr als 2.600 Kilometern bis zum Schwarzen Meer vor ihm. Die ersten Etappen hat der Ausdauersportler bereits erfolgreich gemeistert.

Am Montagmorgen startete Joseph Hess seine heutige Tagesetappe in Höchstädt, um gegen 14 Uhr seine Mittagspause in Donauwörth am Alten Donauhafen einzulegen. "Endlich gibt es mal ein bisschen Strömung. Das macht Spaß", sagt der Langstreckenschwimmer, als er etwas erschöpft, aber bestens gelaunt am Donauufer in Donauwörth steht. Der geringe Pegelstand der Donau mache ihm das Schwimmen gerade zwar nicht leicht, trotzdem ist er guter Dinge, heute Abend in Lechsend anzukommen.

Täglich bis zu 50 Kilometer

Täglich will Joseph Heß etwa 50 Kilometer zurückzulegen. Pausentage sind nicht geplant, nur kurze Verpflegungsstopps und Übernachtungen im Wohnmobil. Begleitet wird Joseph Hess auf dem Wasser durch zwei Kajakfahrer und durch ein kleines Team an Land, das ihn regelmäßig versorgt.

"Ich freue mich auf das, was noch kommt: zehn Länder, vier Hauptstädte", sagt Joseph Hess. Die enorme Distanz und wechselnde Bedingungen sind für den 39-jährigen Langstrecken-Schwimmer ein Meilenstein in der eigenen sportlichen Laufbahn. Als leidenschaftlicher Schwimmer hat er ähnliche Schwimmprojekte bereits 2017 in der Elbe und 2022 im Rhein erfolgreich abgeschlossen. 2024 umrundete Joseph Heß in nur fünf Tagen schwimmend den Bodensee - schneller als jeder vor ihm.

Bild: Mara Kutzner

Umweltschutz und Forschungsarbeit stehen im Vordergrund

Joseph Heß startet nicht nur einen Rekordversuch, seine Schwimmexpedition ist auch ein Forschungsprojekt. Mehrmals am Tag werden Wasserproben aus der Donau entnommen, die die Schadstoffbelastung im Fluss dokumentierten. "Wir sind die ersten, die die Donau mikroplastisch kartieren", erklärt er. Die Daten will er danach an die EU weitergeben - mit einem klaren Appell: "Einmal saubermachen, bitte!"

Außerdem wird er von Sportpsychologen der Universität Leipzig begleitet. Sie wollen herausfinden, wie der menschliche Körper mit einer solchen sportlichen Extrembelastung zu Recht kommt.

Spätestens am 4. September will Joseph Hess an der Mündung der Donau im Schwarzen Meer ankommen. Wer möchte, kann den Extremschwimmer per Livetracker unter Joseph Heß – Extremschwimmer | Donauschwimmen 2026 und auf Instagram verfolgen. 

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