Mit der feierlichen Preisverleihung am Freitag, 24. Juli 2026, fand der freiräumliche Planungswettbewerb zur Neugestaltung der Ortsmitte des Marktes Kaisheim seinen erfolgreichen Abschluss. Ziel des Wettbewerbs war es, die Freiflächen im historischen Ortskern rund um die ehemalige Klosteranlage zukunftsweisend und unter Berücksichtigung der denkmalgeschützten Umgebung neu zu gestalten.
Im Mittelpunkt der Planungsaufgabe standen insbesondere der Münsterplatz sowie die Freiflächen südlich des Rathauses mit den Bereichen Thaddäus, Zunftweg und Abteistraße. Insgesamt wurden 14 Entwürfe von renommierten Landschaftsarchitektur- und Planungsbüros eingereicht.
Bereits am Donnerstag, 23. Juli 2026, trat das Preisgericht zusammen, um die eingegangenen Arbeiten zu bewerten. Das Gremium setzte sich aus Fach- und Sachpreisrichtern zusammen. Zu den Fachpreisrichtern gehörten namhafte Landschaftsarchitekten, Professoren sowie Städtebauplaner. Die Sachpreisrichter repräsentierten den politisch-gesellschaftlichen Bereich des Marktes Kaisheim. Darüber hinaus brachten Berater aus der Bürgerschaft, den zuständigen Fachbehörden sowie der benachbarten Justizvollzugsanstalt ihre Expertise in das Verfahren ein.
Spannendes Rennen um den Sieg
Organisatorisch und fachlich begleitet wurde der Wettbewerb durch das Büro Schirmer aus Würzburg, vertreten durch Marek Stadthaus. Nach intensiver Beratung entschied sich das Preisgericht – nach einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen – mit einem klaren Votum für den Entwurf des Münchner Landschaftsarchitekturbüros Terran.Nova. Dessen Inhaber Peter Wich nahm den mit 33.000 Euro dotierten ersten Preis mit großer Freude entgegen.
In seiner Dankesrede erläuterte Wich die Leitidee seines Entwurfs. Dieser setzt konsequent auf eine umfassende Begrünung der Ortsmitte. Neben einer deutlichen Verbesserung der Beschattung kommt insbesondere der sogenannten Schwammstadt-Funktion eine zentrale Bedeutung zu. Regenwasser soll künftig vor Ort gespeichert und nutzbar gemacht werden, wodurch der Entwurf den Herausforderungen des Klimawandels in besonderem Maße Rechnung trägt und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität im historischen Ortskern nachhaltig verbessert.
Ein zentrales Ziel der Neugestaltung des Münsterplatzes ist es, einen lebendigen und einladenden Ortsmittelpunkt zu schaffen. Der Platz soll nicht als reine Kulisse oder Fotomotiv verstanden werden, sondern als hochwertiger öffentlicher Raum, der den Anforderungen des Alltags gerecht wird. Mit einer repräsentativen, dem historischen Ensemble würdigen Gestaltung soll ein Platz entstehen, der zum Verweilen, Begegnen und Nutzen einlädt und damit die Attraktivität des Ortskerns nachhaltig stärkt.
Bürgermeister Strobel zeigt sich zufrieden
Bürgermeister Andreas Strobel zeigte sich mit dem Ausgang des Wettbewerbs außerordentlich zufrieden: „Mit dem Wettbewerb haben wir einen wichtigen Meilenstein für die Zukunft unserer Ortsmitte erreicht. Jetzt gilt es, ins Handeln zu kommen.“ Bereits unmittelbar nach der Sommerpause sollen die Auftragsverhandlungen mit dem Siegerbüro beginnen. Im Anschluss wird die konkrete Planungsphase eingeleitet. Ein ehrgeiziges Ziel hat die Marktgemeinde bereits fest im Blick: „Wenn alles planmäßig verläuft, wäre unser Wunsch, dass der Maibaum 2028 wieder auf dem neu gestalteten Münsterplatz steht“, so Bürgermeister Strobel.
Besonders erfreulich sei zudem die hohe staatliche Unterstützung für das Projekt. Sowohl das Wettbewerbsverfahren als auch die spätere Umsetzung werden voraussichtlich mit einer Förderquote von 80 Prozent bezuschusst. Bürgermeister Strobel betonte hierzu: „Ohne die staatliche Förderung wäre eine solch große und zukunftsweisende Maßnahme für den Markt Kaisheim überhaupt nicht vorstellbar.“
Bürgermeister Andreas Strobel sprach den Mitgliedern des Marktgemeinderats seinen besonderen Dank aus. Sie hätten die über achtstündigen Beratungen des Preisgerichts mit großer Ausdauer, hoher Konzentration und einer stets sachorientierten Arbeitsweise begleitet und damit wesentlich zum Gelingen des Wettbewerbs beigetragen.
Mit dem erfolgreichen Abschluss des Wettbewerbs ist ein bedeutender Schritt für die Weiterentwicklung der historischen Ortsmitte getan. Der Siegerentwurf verbindet den sensiblen Umgang mit dem denkmalgeschützten Ortsbild mit modernen Anforderungen an Klimaanpassung, Nachhaltigkeit und Aufenthaltsqualität. Ziel ist es, einen Münsterplatz zu schaffen, der nicht nur den historischen Charakter Kaisheims unterstreicht, sondern vor allem als lebendiger Mittelpunkt des täglichen Lebens von den Bürgerinnen und Bürgern gerne genutzt wird. (dra)