Dass Kleidung Menschen nicht nur äußerlich, sondern auch psychisch verändert – wie in einem Vortrag dargelegt -, konnte unmittelbar nachvollzogen werden, als bekannte Leute aus dem Veranstaltungsteam, eingekleidet in Rokoko-Gewänder, plötzlich nicht mehr wieder erkannt wurden. Überhaupt war im Laufe der Veranstaltung eine Vielzahl von Gewändern „leibhaftig“ zu sehen und zu erleben: der indische Sari, muslimische Kleidung aus Usbekistan und Marokko, das bayerische Dirndl, das europäische Cocktailkleid, die Kleidung des Sufi-Rituals, chinesische Gewänder aus fünf Dynastien … Und es wurde deutlich, wie viel Mühe Menschen seit Jahrhunderten und überall auf der Welt schon darauf verwendet haben, prächtige oder besondere Kleidung zu entwerfen und handwerklich auszugestalten.
Auch „das erste Kleid“ des Menschen, die Haut, wurde beleuchtet. Und es gab Erwägungen zu der Frage, ob „der nackte Mensch“ als ästhetisch ansprechend zu gelten hat oder nicht. Westliche Kulturen sehen dies ganz anders als östliche.
Zwischen den Programmpunkten war viel Zeit, mit Leuten aus anderen Kulturen ins Gespräch zu kommen – und so war es eine überraschende Information an diesem Hitze-Wochenende, dass Frauen in Marokko oder Indien bei über 40 Grad Celsius, obwohl sie in viele Schichten Stoff eingehüllt sind, „nicht schwitzen“.
Die veranstaltenden Vereine, die „Akademie für west-östlichen Dialog der Kulturen e.V.“ und der „Verein der Freunde des KunstMuseums Donau-Ries in Wemding e.V.“, hatten das ganze Wochenende sehr ansprechend vorbereitet und begleiteten es in wohlwollender und abwechslungsreicher Art. Zur Freude von Bezirkstagsvizepräsident Peter Schiele, 2. Bürgermeister Johann Roßkopf aus Wemding sowie dem Wemdinger Kulturreferenten Josef Barta, wie alle drei in ihren Grußworten zum Ausdruck brachten. Die „Sommerakademie“ - ein Ereignis und Geschenk für die Stadt Wemding und den Bezirk Schwaben, das hoffentlich zur Tradition werden möge – so der Tenor. (dra)