Einweihung

Haus der Vereine und neues Löschfahrzeug in Schweinspoint gesegnet

Mit der Anschaffung des LF10 wurde die Sicherheit der Bevölkerung gestärkt. Bild: Matthias Stark
In Schweinspoint finden Feuerwehr und Vereine ein neues Zuhause. Zudem wurde ein gebrauchtes LF10 gesegnet. Damit wurde eine kostensparende Lösung gefunden, den Zivilschutz zu stärken.

Gleich zwei wichtige Investitionen in die Zukunft des Dorfes standen in Schweinspoint am Sonntag im Mittelpunkt: Mit einem Festakt wurden das neue Haus der Vereine und das Löschgruppenfahrzeug LF 10 offiziell ihrer Bestimmung übergeben und von Pfarrer Wincent aus Marxheim gesegnet. Zahlreiche Ehrengäste, Vereinsmitglieder und Feuerwehrkameraden nahmen an der Feier teil. „Ein Ort, an dem Ehrenamt und Zusammenhalt sichtbar werden“, beschrieb Pfarrer Wincent das neue Haus der Vereine.

Auch das Feuerwehrfahrzeug sei ein sichtbares Zeichen für den Einsatz zugunsten der Mitmenschen. Passend zum Anlass erinnerte er an die Worte: „Der Herr behüte dich.“ Gemeinsam baten die Anwesenden um Gottes Segen für das Löschfahrzeug, für das Haus der Vereine und für alle Menschen, die dort künftig ein und aus gehen werden. Nach der Segnung durfte Pfarrer Wincent als erster Gast bei einer Fahrt mit dem neuen Feuerwehrfahrzeug mitfahren.

Erste Überlegungen reichen bis ins Jahr 2011 zurück

Bürgermeister Alois Schiegg blickte auf die lange Entstehungsgeschichte des Projekts zurück. „Was lange währt, wird endlich gut“, stellte er fest. Bereits im Jahr 2011 sei erstmals über eine neue Lösung für die Feuerwehr und die örtlichen Vereine diskutiert worden. Mit der Anschaffung des LF 10 sei schließlich endgültig klar gewesen, dass das bestehende Feuerwehrhaus den Anforderungen nicht mehr genügte. Nachdem zunächst ein Neubau am Festplatz geplant worden war, rückte später wieder der bisherige Standort in den Mittelpunkt. Dort entstand schließlich das neue Haus der Vereine. Im Keller erhielt der Schützenverein eigene Räumlichkeiten. Aufgrund der begrenzten Größe des Gebäudes seien bei der Planung zwar einige Kompromisse notwendig gewesen, dennoch sei eine gute und zukunftsfähige Lösung entstanden.

Eine besondere Herausforderung bildeten die während der Planungs- und Bauphase stark gestiegenen Preise. Obwohl die Baugenehmigung bereits 2020 vorgelegen hatte, verzögerte sich die Umsetzung. Dennoch sei es gelungen, den vorgegebenen Kostenrahmen einzuhalten, betonte Schiegg. Dazu habe vor allem die umfangreiche Eigenleistung der örtlichen Vereine beigetragen. Unter anderem wurden die Stahlzargen und Türen eingebaut, Böden und Fliesen verlegt sowie Maler- und Pflasterarbeiten übernommen. Auch bei der Gestaltung der Außenanlagen packten zahlreiche Helfer mit an.

Gebrauchtfahrzeug statt teurer Neuanschaffung

Auch bei der Anschaffung des LF 10 zeigte die Feuerwehr große Eigeninitiative. Die Feuerwehrleute machten sich selbst auf die Suche nach einem geeigneten Gebrauchtfahrzeug und wurden schließlich fündig. Das Fahrzeug war zuvor bei der Feuerwehr Sankt Augustin bei Bonn im Einsatz und befand sich zum Zeitpunkt des Verkaufs bereits in Österreich. Dort wurde es besichtigt und schließlich gekauft. Das LF 10 kostete rund 245.000 Euro. Für die notwendige Ausrüstung kamen weitere etwa 80.000 Euro hinzu. Ein vergleichbares Neufahrzeug hätte nach Angaben der Gemeinde ungefähr das Doppelte gekostet. Das gebrauchte Fahrzeug hatte zum Zeitpunkt des Kaufs lediglich rund 19.000 Kilometer zurückgelegt. Eine Abordnung der Feuerwehr Sankt Augustin ließ es sich nicht nehmen, zur feierlichen Segnung nach Schweinspoint zu kommen.

Wie schnell die Entscheidung damals getroffen werden musste, schilderte der Kommandant Andreas Ries: Am Mittwoch sei das Fahrzeug im Internet entdeckt worden. Bereits am Donnerstag habe der Gemeinderat dem Kauf zugestimmt. Am Freitag sei eine Abordnung nach Graz gefahren, um das LF 10 zu besichtigen und den Kauf abzuschließen. „Es gab viele Interessenten, aber wir waren die Schnellsten und haben den Zuschlag bekommen“, berichtete er. Auch der Einbau des Materials und die Anpassung der Ausstattung wurden größtenteils in Eigenleistung erledigt. Rund 1.200 Arbeitsstunden investierten die Feuerwehrleute in das Fahrzeug. Parallel dazu liefen Schulungen und Übungen, damit die Mannschaft das LF 10 sicher bedienen und im Ernstfall einsetzen kann. Seit dem 31. Mai 2026 ist das Fahrzeug offiziell bei der Integrierten Leitstelle gemeldet. Seither wurde es bereits zu fünf Einsätzen alarmiert.

Dank an Gemeinde, Vereine und Helfer

Kreisbrandinspektor Jürgen Scherer würdigte das gemeinsame Engagement aller Beteiligten. „Hier haben alle an einem Strang gezogen“, sagte er und bedankte sich im Namen des Kreisfeuerwehrverbandes. Die Gemeinde und der Gemeinderat hätten weitsichtig gehandelt und gezeigt, dass die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger höchste Priorität genieße. Auch der Vorsitzende des Soldaten- und Kameradenvereins, Bernhard Wenninger, sprach von einem besonderen Tag für die Vereine und das gesamte Dorf. „Wir können stolz darauf sein, was wir hier geschafft haben“, erklärte er. Das neue Gebäude werde künftig ein fester Bestandteil des Vereins- und Dorflebens sein.

Mit dem Haus der Vereine und dem LF 10 verfügt Schweinspoint nun über zwei moderne Einrichtungen, die für Sicherheit, Gemeinschaft und gelebtes Ehrenamt stehen. Beide Projekte zeigen zugleich, was erreicht werden kann, wenn Gemeinde, Vereine und zahlreiche ehrenamtliche Helfer gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Geschäftsführer und Gründer. Immer direkt vor Ort wenn etwas passiert, auch in der Nacht. Verantwortlich für den Anzeigenverkauf. Bespricht dienstliches gerne bei einem Arbeitsessen. Fußballer. Hat ein Faible für antike Holzmöbel. Bringt Tochter und Hund gerne mit ins Büro.

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