Der Auftakt in die neue Bundesliga-Saison ist für die Eigner Angels Nördlingen nicht nach Wunsch verlaufen. Gegen den amtierenden Meister Rutronik Stars Keltern hielt die neu formierte Mannschaft lange gut mit, musste sich am Ende aber deutlich geschlagen geben.
„Wir sind einerseits enttäuscht über den Einstand in die Saison“, so Pauline Mayer direkt nach dem Heimspiel gegen Keltern vergangenen Sonntag, „aber andererseits sind wir guter Dinge, dass die Siege ganz bald kommen werden. Die Fans dürfen gespannt sein!“
Das deutliche Endergebnis spiegelte dabei nur bedingt den Spielverlauf wider. Bis zur Halbzeitpause begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe, ehe sich die Gäste aus Keltern zunehmend absetzen konnten. Gleichzeitig wurden die Bereiche sichtbar, in denen die Angels noch Verbesserungspotenzial haben.
Headcoach Rudolfs Rozitis war mit der Leistung seiner Schützlinge phasenweise entsprechend unzufrieden, konnte aber auch zahlreiche Ansätze erkennen, auf denen sich in den kommenden Wochen aufbauen lässt.
Wurfquote und Rebounds als Problem erkannt
„Wir müssen unsere Offensive strukturierter laufen und disziplinierter im Rebounding sein“, erklärt Jana Koch, die mit acht Punkten gegen Keltern direkt groß aufspielte. Ein Blick auf die Statistik unterstreicht die Analyse der Angels-Spielerin: Während Nördlingen lediglich jeden dritten Wurf aus dem Feld verwandeln konnte, traf Keltern nahezu jeden zweiten Versuch.
Auch bei den Rebounds und Assists hatten die Gäste deutliche Vorteile und konnten sich in beiden Kategorien jeweils zehn Aktionen mehr gutschreiben lassen.
An den grundlegenden Stellschrauben gilt es nun in der Trainingswoche zu drehen. Gelingt es den Angels, die eigene Fehlerquote zu reduzieren, die individuellen Stärken im Angriff konsequenter auszuspielen und offene Würfe sicherer zu verwandeln, dürfte das Gesicht der Mannschaft bereits am zweiten Spieltag ein anderes sein.
Schließlich befindet sich die Saison noch in ihren Anfängen – und auch bei den anderen Teams läuft längst noch nicht alles rund.
Hannover startete ebenfalls mit einer Niederlage
Das gilt auch für den kommenden Gegner. Die Hannover Luchse zeigten am vergangenen Wochenende bei den halfit Lions zwar eine solide Leistung, mussten sich am Ende jedoch knapp geschlagen geben. Dabei verteilte sich die offensive Verantwortung der Niedersachsen auf nur wenige Schultern: Die drei US-Amerikanerinnen Nora Francois, Prencis Harden und Alyssa Brown, die Niederländerin Rowie Jongeling sowie die aus Berlin nach Hannover gewechselte Theresa Simon erzielten gemeinsam rund 90 Prozent der Hannoveraner Punkte. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch auf Seiten der Angels, bei denen ebenfalls fünf Spielerinnen für den Großteil der eigenen Zähler verantwortlich waren.
„Hannover ist ein körperlich großes Team, dafür sind wir athletischer und schneller. Diese Stärke wollen wir ausspielen und sind auch positiv gestimmt, dass es am Sonntag mit dem Sieg dann klappt!“, kündigt Koch mit breiter Brust das Vorhaben ihrer Mannschaft an und erklärt weiter: „Denn die Stimmung nach der letzten Niederlage war nicht schlecht. Wir haben das Spiel analysiert, trainieren unsere Schwachpunkte und bereiten uns akribisch auf Hannover vor.“
Auf der anderen Seite des Spielfelds wartet mit Jesper Sundberg ein erfahrener Trainer, der die niedersächsische Mannschaft inzwischen bestens kennt. Der Schwede geht bereits in seine dritte Saison an der Seitenlinie der Luchse und ist parallel als Headcoach der österreichischen Nationalmannschaft tätig. Gemeinsam mit seinem US-amerikanischen Assistant Coach und dem lettischen Trainerduo auf der Nördlinger Bank dürfte am Sonntag entsprechend geballte internationale Basketballkompetenz in der Sporthalle an der Birkenstraße versammelt sein.
Wiedersehen mit „Leo“
Für ein besonders herzliches Wiedersehen dürfte dabei Leonie Kambach sorgen. Die in Duisburg geborene, inzwischen in München beheimatete Sympathieträgerin trug in der Saison 2023/2024 das Trikot der Angels und verpasste mit ihren damaligen Teamkolleginnen nur hauchdünn den größten Erfolg der Vereinsgeschichte.
Seit ihrem Abschied aus Nördlingen ist „Leo“ viel herumgekommen. In Hannover scheint die 26-Jährige nun jedoch ein neues sportliches Zuhause gefunden zu haben. Im Sommer entschied sie sich dafür, ihren Vertrag bei den Luchsen zu verlängern – und bleibt damit im für Nördlinger Verhältnisse „hohen Norden“.
Beim Auftakt der neuen Saison konnte Kambach ihrem Team zwar noch nicht ihren Stempel aufdrücken. In der vergangenen Spielzeit zeigte sie jedoch regelmäßig, dass sie gerade gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber besonders motiviert ist und gegen die Angels immer wieder mit überdurchschnittlichen Leistungen auf sich aufmerksam machen konnte.
Ob die Angels sich für die vergangenen Niederlagen gegen die niedersächsische Hauptstadt revanchieren und am zweiten Spieltag den ersten Saisonsieg einfahren können, entscheidet sich am kommenden Sonntagnachmittag. Dann heißt es wieder: Luchse gegen Engel.
Tip-off in Hannover ist um 16:30 Uhr. Die Partie wird live und kostenlos auf dem YouTube-Kanal von DYN Basketball übertragen. (dra)