Damenbasketball

Eigner Angels zu Gast in Saarlouis

Stephanie McBride im Spiel gegen Freiburg. Bild: Michael Soller
Am vierten Spieltag der 1. Toyota DBBL gastieren die Eigner Angels Nördlingen bei den international erfahrenen Saarlouis Royals. Auf einem brandneuen LED-Glasboden kommt es dabei auch zum Wiedersehen mit einigen ehemaligen Nördlingerinnen.

Die Verbindung zwischen Nördlingen und Saarlouis ist im deutschen Damenbasketball längst keine unbekannte mehr. Immer wieder haben Spielerinnen und Verantwortliche den Weg aus dem Ries ins Saarland gefunden. Auch beim anstehenden Duell gibt es gleich mehrere bekannte Gesichter auf der Gegenseite. Drei ehemalige Weggefährten stehen dabei besonders im Fokus.

Zum einen Elina Koskimies, die vor fünf Jahren nach Nördlingen kam und sich dort zur Leistungsträgerin entwickelte. Nach weiteren Stationen in Keltern und ihrer finnischen Heimat schloss sie sich zur vergangenen Saison den Royals an. Dort überzeugte sie mit guten Leistungen, musste zuletzt allerdings verletzungsbedingt pausieren. Bei ihrem bislang letzten Heimauftritt gegen Freiburg gehörte sie mit elf Punkten noch zu den effizientesten Akteurinnen ihres Teams. Ebenfalls im Saarlouiser Kader steht Mariam Haslé-Lagemann, die nach fünf Spielzeiten im Ries eine neue sportliche Heimat gefunden hat. Ihre bisherigen statistischen Werte lassen zwar vermuten, dass sie noch nicht vollständig in ihrer neuen Rolle angekommen ist, doch wer die vergangenen Jahre der Angels verfolgt hat, weiß um ihre besonderen Qualitäten: Mariam glänzt vor allem in der Defensive und hat sich immer wieder darauf spezialisiert, die gefährlichsten gegnerischen Spielerinnen aus dem Spiel zu nehmen.

Ein weiteres Wiedersehen gibt es an der Seitenlinie: Matiss Rozlapa, der 2023 mit den Angels nur knapp davorstand, den größten Erfolg der Nördlinger Vereinsgeschichte perfekt zu machen, wechselte nach dieser erfolgreichen Zeit ins Saarland. Ein finanziell attraktiveres Angebot aus der deutsch-französischen Grenzregion überzeugte den heute 34-Jährigen von einem Engagement bei den Royals. Während der Sommerpause betreut Rozlapa zudem die lettische Damen-Nationalmannschaft – gemeinsam mit seinem dortigen Assistenztrainer und heutigen Angels-Chefcoach Rudolfs Rozitis.

Damit kommt es am Sonntag nicht nur auf dem Spielfeld zu einem Wiedersehen, sondern auch zwischen den beiden Trainern zu einem besonderen Duell. Rozitis möchte die wichtigen Punkte aus dem Saarland entführen und mit nach Nördlingen bringen. Die persönliche Bekanntschaft mit seinem Gegenüber sieht er dabei allerdings nicht als entscheidenden Faktor: „Das ist ein Spiel wie jedes andere auch“ erklärt Rudolfs Rozitis, „und sowohl Matiss als auch ich wollen jede Möglichkeit zu siegen nutzen. Wir kennen uns gegenseitig ziemlich gut, aber das bringt keinem von uns einen entscheidenden Vorteil!“

Saarlouis mit breitem Kader und internationaler Zusatzbelastung

Die bisherigen Auftritte der Royals zeigen, dass die Verantwortung im Team auf mehrere Schultern verteilt ist. Neben den beiden ehemaligen Angels gehören vor allem die deutsche Nationalspielerin Emma Eichmeyer sowie Elizabete Bulane zu den auffälligen Akteurinnen. Auch Jordyn Jenkins zählt zu den wichtigen Spielerinnen der Saarländerinnen. Ihr Einsatz gegen die Angels ist allerdings fraglich, nachdem sie sich beim jüngsten Spiel gegen ALBA Berlin offenbar schwerer verletzt hat.

Zusätzliche Herausforderungen bringt für die Royals der internationale Wettbewerb mit sich. Als Eurocup-Teilnehmer bestritten sie bereits unter der Woche ihr Heimspiel auf dem ligaweit einzigartigen LED-Glasboden. Gegen Sopron Basket, den Euroleague-Sieger des Jahres 2022, mussten die Saarländerinnen am Mittwochabend eine deutliche 46:83-Niederlage hinnehmen. Für die Angels stellt sich damit die Frage, ob die zusätzliche Spielbelastung zum Vorteil werden könnte oder ob die internationale Erfahrung den Gastgeberinnen neue Impulse gibt.

Rudolfs Rozitis sieht beide Seiten der Medaille: „Es ist immer von Vorteil ein Spiel mehr zu haben als der Gegner, weil du dich und dein Team dadurch verbessern kannst!“, schätzt der Angels-Coach die Vor- und Nachteile eines zusätzlichen Spiels unter der Woche und die damit verbundene Doppelbelastung ein, „und die Erfahrung durch den internationalen Wettbewerb ist natürlich Gold wert!“

In der heimischen Liga läuft es für den Vizemeister der vorletzten Saison bislang allerdings noch nicht nach Wunsch. Niederlagen in Osnabrück und Berlin stehen einem Erfolg gegen Freiburg gegenüber. Dieser Sieg war wichtig, um den Tabellenletzten Hannover auf Distanz zu halten. Die Royals stehen damit bereits früh in der Saison unter Druck, den Anschluss an die obere Tabellenhälfte nicht zu verlieren.

Für die Eigner Angels bietet sich folglich die Chance, auswärts ein Ausrufezeichen zu setzen. Ob sich die Einschätzung ihres Trainers bewahrheitet oder die Nördlingerinnen die personelle Situation sowie die zusätzliche Belastung der Gastgeberinnen zu ihrem Vorteil nutzen können, wird sich am Sonntag zeigen.

Tip-off in Saarlouis ist um 17:00 Uhr. Wer die Angels nicht vor Ort unterstützen kann, hat die Möglichkeit, die Partie im kostenlosen YouTube-Livestream auf dem Kanal von DYN Basketball zu verfolgen. (dra)