Basketball

Angels vor schwerer Aufgabe in Halle

Bianca Helmig. Bild: Michael Soller
Nach dem ernüchternden Heimauftritt gegen Osnabrück geht es nun nicht nur um wichtige Punkte, sondern auch darum, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen.

Die Aufgaben werden nicht leichter für die Eigner Angels Nördlingen. Am Samstagabend um 19 Uhr gastiert die Mannschaft von Headcoach Rudolfs Rozitis bei den halfit Lions aus Halle, die früher unter dem Namen SYNTAINICS MBC antraten. Während die Gastgeberinnen mit drei Siegen aus fünf Begegnungen auf dem dritten Tabellenplatz stehen, rangieren die Rieserinnen mit lediglich einem Erfolg auf Platz neun. Die Favoritenrolle scheint klar verteilt.

Besonders ernüchternd verlief für die Angels der jüngste Heimauftritt gegen die GiroLive Panthers Osnabrück. Bei der deutlichen 63:79-Niederlage lagen die Nördlingerinnen bereits zur Halbzeit mit 24:40 zurück. Dabei war die Begegnung eine große Gelegenheit gewesen, sich in der Tabelle entscheidend nach vorne zu arbeiten. 

Osnabrückkatapultierte sich durch den Auswärtssieg vom letzten auf den fünften Tabellenplatz. Ein Sprung, den auch die Angels mit einem Erfolg hätten schaffen können. Stattdessen wurde eine vielversprechende Chance leichtfertig vergeben.

Kommentator Marcus E. Michler bezeichnete den Auftritt treffend als „gebrauchten Tag“. Noch deutlicher wurde die Mannschaftskapitänin im anschließenden Interview. Osnabrück habe mit den Angels machen können, was es wollte, lautete ihre ernüchternde Bilanz. Von einer „großen Enttäuschung“ war die Rede. Der ursprüngliche Gameplan habe von Beginn an nicht umgesetzt werden können, man habe nicht dagegengehalten und sei entsprechend sauer. Bemerkenswert offene Worte, die verdeutlichen, wie tief der Stachel dieser Niederlage sitzt.

Auch auf den Zuschauerrängen machte sich Unmut breit. Schwache Wurfquoten, fehlende Durchschlagskraft und der über weite Strecken vermisste kämpferische Biss hinterließen einen bitteren Nachgeschmack. Wie groß die Enttäuschung war, zeigte sich nach der Schlusssirene. Beim traditionellen Abklatschen der Spielerinnen mit den Fans am Spielfeldrand standen diesmal merklich weniger Zuschauer als gewohnt. Ein durchaus bemerkenswertes Signal. Andere haderten mit der mangelnden Gegenwehr. Niederlagen werden im Ries durchaus verziehen, solange Einsatz, Leidenschaft und unbedingter Siegeswille erkennbar sind.

Nach dem hart erkämpften 94:92-Auswärtserfolg nach Verlängerung in Hannover folgten drei Niederlagen gegen Freiburg (62:75), Saarlouis (73:75) und Osnabrück. Mit durchschnittlich 69,0 erzielten und 79,6 kassierten Punkten offenbaren sich insbesondere defensiv erhebliche Probleme.

Für Nördlingen geht es um mehr als einen möglichen Überraschungserfolg. Die Mannschaft muss beweisen, dass sie bereit ist, sich gegen den Negativtrend zu stemmen. Denn nach dem Osnabrück-Spiel dürfte eines klar sein: Die Fans erwarten keine Wunderdinge, wohl aber eine Mannschaft, die bis zur letzten Sekunde kämpft. (dra)