Sicherheitstraining

Feuertaufe vor der Eröffnung: Großübung im neuen Nördlinger Hallenbad

Vor der Eröffnung des Nördlinger Hallenbads wurde eine Großübung von Feuerwehr und Rettungsdiensten abgehalten. Bild: Jannis Rauh
Im Februar ist die große Eröffnung des neuen Nördlinger Hallenbades. Um bestens gerüstet zu sein, haben Feuerwehr und Rettungsdienste am Wochenende eine Großübung abgehalten. Zahlreiche Darsteller waren beteiligt.

Noch bevor der erste Badegast offiziell seine Bahnen ziehen darf, hat das neue Nördlinger Hallenbad seine erste große Bewährungsprobe bestanden. Am 17. Januar 2026 wurde der moderne Neubau Schauplatz einer umfangreichen Einsatzübung, an der mehr als 65 Darsteller sowie zahlreiche Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdiensten beteiligt waren.

Was für Außenstehende zunächst wie ein realer Ernstfall wirkte, war in Wahrheit eine bewusst realitätsnahe Übung: Simuliert wurde ein Brandereignis im Dachstuhl des Hallenbades, das eine vollständige Räumung des Gebäudes erforderlich machte. Die besondere Gelegenheit, das Bad noch vor der offiziellen Eröffnung unter nahezu echten Betriebsbedingungen zu testen, wurde von allen Beteiligten intensiv genutzt.

Neben Feuerwehr waren auch zahlreiche Rettungsdienste vor Ort. Bild: Jannis Rauh

Eine zentrale Rolle spielten dabei die vielen engagierten Darsteller, die das Szenario erst möglich machten. Menschen aus unterschiedlichsten Bereichen und Altersklassen stellten Badegäste, Verletzte und Betroffene dar und sorgten mit großem Einsatz für eine realitätsnahe Darstellung. Ihr Engagement verlangte Geduld, Disziplin und Durchhaltevermögen – und trug maßgeblich zum Erfolg der Übung bei.

Die Feuerwehren aus Nördlingen, Reimlingen und Herkheim arbeiteten Hand in Hand, um das Gebäude zügig zu evakuieren, vermisste Personen zu suchen und den angenommenen Brand im Dachstuhl zu bewältigen. Ein besonders anspruchsvoller Teil der Übung war die Rettung von Patienten aus dem Dachbereich: Diese wurden unter realistischen Bedingungen mithilfe der Drehleiter aus luftiger Höhe gerettet und dem Rettungsdienst übergeben. Rauchentwicklung, komplexe Gebäudestrukturen und zahlreiche Betroffene forderten von den Einsatzkräften höchste Konzentration und eine enge Abstimmung.

Medizinischen Erstversorgung und psychosoziale Betreuung

Parallel dazu lief die medizinische Versorgung auf Hochtouren. Ehrenamtliche Helfer des Bayerischen Roten Kreuzes,  sowie der Johanniter-Unfall-Hilfe übernahmen die Versorgung der Verletzten und betreuten die unverletzten Betroffenen. Unterstützte von der Schnelleinsatzgruppe Behandlung, richteten die SEG-Betreuung in der nahe gelegenen Hermann-Kessler-Halle ein. Für das leibliche Wohl aller Teilnehmer sorgte im Anschluss die Betreuungsgruppe aus Rain am Lech. Neben der medizinischen Erstversorgung spielte auch die psychosoziale Betreuung eine wichtige Rolle – insbesondere für Personen, die unter Schock standen oder emotional stark belastet waren.

Die Übung diente jedoch nicht nur der Ausbildung der Einsatzkräfte, sondern zugleich als wichtiger Meilenstein vor der offiziellen Inbetriebnahme des neuen Hallenbades. Abläufe, Rettungswege und die Zusammenarbeit aller Beteiligten konnten unter realistischen Bedingungen geprüft und weiter optimiert werden.

„Eine solche Übung gibt uns allen Sicherheit“, betonte Martin Gruber, Betriebsleiter der Nördlinger Bäderbetriebe, im Anschluss. Er zeigte sich sehr zufrieden mit dem Ablauf und dem Ergebnis der Übung. Beruhigend sei vor allem die Gewissheit, dass im Ernstfall alle Zahnräder ineinandergreifen würden – auch wenn man hoffe, dass ein solcher Einsatz niemals Realität werde.

Mit dieser erfolgreichen Feuertaufe hat das neue Nördlinger Hallenbad eindrucksvoll bewiesen, dass es gut auf den Ernstfall vorbereitet ist. Die offizielle Eröffnung kann nun mit einem guten Gefühl erwartet werden – getragen von der starken Zusammenarbeit aller Beteiligten und dem besonderen Engagement der vielen freiwilligen Darsteller. (dra)