Herr König, Sie kandidieren zum zweiten Mal um den Posten des Rainer Stadtchefs. Was war Ihre Motivation, es noch einmal zu versuchen?
Es liegen große Herausforderungen vor unserer Stadt, die man mit klarem Kurs, Sachverstand und Entscheidungsfreude angehen muss. In den letzten Jahren konnte vieles, trotz im Haushalt bereitgestellter Mittel, nicht umgesetzt werden. Es braucht für unsere Stadt einen neuen Aufbruch und jemanden, der die notwendigen Projekte vorantreibt. Es ist viel zu tun. Und dabei muss die Lebenswirklichkeit unserer Bürgerinnen und Bürger im Mittelpunkt stehen. Vieles, was noch der Stadtrat vor 2020 in die Wege geleitet hat, wie z. B. das Schulzentrum, wurde in der letzten Periode abgeschlossen. Es braucht nun neue Impulse und die Kraft, diese auch umzusetzen.
Was ist Ihnen eine Herzensangelegenheit, die Sie als Bürgermeister zeitnah umsetzen möchten?
Für mich liegt der Schwerpunkt grundsätzlich in einer Mischung aus wirtschaftlich verantwortungsvoller Politik und Maßnahmen, die Lebensqualität in der Stadt und den Stadtteilen, sowie Familienfreundlichkeit und Bürgernähe in Rain stärken. Als konkretes erstes Projekt, dass sich zügig realisieren lässt, würde ich die Einführung eines Bürgerbudgets nennen. Ein Bürgerbudget ist ein fest im Haushalt der Stadt verankerter Geldbetrag, über dessen Verwendung unsere Bürger selbst entscheiden können. Sie können eigene Projektideen einreichen, über die nach einer Prüfung öffentlich abgestimmt wird. Die Projekte werden dann von der Stadt umgesetzt. Das stärkt Mitbestimmung, Transparenz und Bürgernähe. Dabei ist das Bürgerbudget eine gute Ergänzung zum Thema Dorferneuerung und den Projekten des Innenstadtmanagements.
Zudem müssen wir als Stadt hartnäckig Druck machen beim dreispurigen Ausbau der B16 und der Sanierung der Lechbrücke. Das ist ein elementarer Standortfaktor, für uns, aber auch für den gesamten Landkreis. Das hier die letzten Jahre von Seiten des Bundes nichts vorangegangen ist, können wir nicht einfach still und leise akzeptieren.
Sie haben gesagt, „dass es keine großen Versprechen braucht, sondern bodenständige, pragmatische Antworten auf die Herausforderungen der Zeit“. Was sind Ihrer Meinung nach diese Herausforderungen in Rain?
Der Neubau des Feuerwehrhauses und die schrittweise Umsetzung des Feuerwehrbedarfsplans sind neben der Sanierung des Straßennetzes, des Wasser- und Klärwerks aber mittelfristig auch der Bauhof Beispiele für Projekte die anstehen. Zudem müssen wir weiter in unsere Kindergärten, Krippen und Schulen investieren. Um diese Aufgaben schultern zu können, müssen wir die Einnahmebasis des städtischen Haushalts sukzessive verbreitern und bestehendes Gewerbe halten, sowie Neues in unserer Stadt ansiedeln. Entscheidend ist, dass wir mit klarem Plan und Fokus auf das Wesentliche vorgehen und den städtischen Haushalt solide für die Zukunft aufstellen, um all diese Themen nach und nach abarbeiten zu können.
Wie sieht Ihr weiteres Vorgehen bis zum Wahltag aus? Welche Möglichkeiten haben die Bürgerinnen und Bürger, Ihre politischen Auffassungen noch etwas näher kennen zu lernen?
Wir werden bis zum Wahltag in jedem Stadtteil Informationsversammlungen durchführen. Zudem werde ich in der Kernstadt und den Stadtteilen, wie bereits bei der letzten Bürgermeisterwahl, Hausbesuche machen und wir werden mit Infoständen präsent sein. Das Wichtigste für mich ist der persönliche Austausch und der Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt. So möchte ich es auch halten, sollte ich zum Bürgermeister gewählt werden.