Die Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe schnupperten Landtagsluft bei einem Planspiel „Der Landtag sind wir!“, das die Abläufe des Bayerischen Landtags simulierte. In drei Klassenzimmern und der Aula bildeten sie einen Vormittag lang das Parlament ab und schlüpften in die Rollen von Abgeordneten mit fiktiven Biografien. Als Parlamentarierinnen und Parlamentarier agierten sie in Fraktionssitzungen, Ausschüssen und im Plenum.
Sie beschäftigten sich mit einem fiktiven Gesetzesentwurf zur längeren gemeinsamen Grundschulzeit in Bayern und durchliefen dabei die verschiedenen Stufen des Gesetzgebungsverfahrens. Die Schülerinnen und Schüler diskutierten leidenschaftlich über die Vor- und Nachteile des Entwurfs und formulierten Argumente, um ihre Standpunkte zu vertreten. Dabei lernten sie nicht nur das politische System besser kennen, sondern entwickelten auch ihre Fähigkeiten in Argumentation und Kooperation.
Nach dem Planspiel nahmen die Teilnehmenden ihr „Abgeordneten-Namensschild“ ab und kehrten in ihre Rolle als Schülerinnen und Schüler zurück. In der anschließenden Reflexion diskutierten sie zentrale Fragen der Demokratie: Wie werden Entscheidungen getroffen? Wie wichtig ist es, Mehrheiten zu finden? Welchen Einfluss auf Abstimmungen hat der Wunsch, bei der nächsten Wahl wiedergewählt zu werden? Auch die Rolle von Abgeordneten, die nie in der Mehrheit sind, wurde thematisiert.
Die Reflexion förderte ein tieferes Verständnis für die Herausforderungen, mit denen Landtagsabgeordnete konfrontiert sind, und regte die Schülerinnen und Schüler an, über ihre eigenen Werte nachzudenken. Sie erkannten, dass politische Entscheidungen oft Kompromisse erfordern und unterschiedliche Perspektiven in der Demokratie unverzichtbar sind. Insgesamt war das Planspiel eine lehrreiche und beeindruckende Erfahrung für die Schülerinnen und Schüler, die mit viel Engagement und Interesse an den politischen Prozessen teilnahmen. (dra)