5. Dezember 2020, 06:58

Bürgerversammlung vor dem Bildschirm

Der Harburger Bürgermeister bei der Übertragung der Bürgerversammlung ins Internet. Bild: Matthias Stark
Rund 200 Bürger verfolgten durchgehend den Livestream der Versammlung in der Aula der Harburger Schule. Auch die Amtsleiter der Sachgebiete und die Stadträte stellten sich den Fragen der Bürger. Diese wurden über den Chat gestellt.

„Ein für uns alle ungewohntes Jahr fordert auch von uns ungewöhnliche Entscheidungen“, begrüßte Bürgermeister Christoph Schmidt die Bürger und Bürgerinnen die an der Bürgerversammlung über einen Livestream teilnehmen konnten. In der Aula der Grund- und Mittelschule waren nur einige Mitarbeiter der Verwaltung, sowie eine große Zahl der Stadträte anwesend. 

Nach der Begrüßung stellte der Bürgermeister die Stadträte vor, da sich das Gremium ja doch deutlich verändert hatte, wie Bürgermeister Schmidt betonte. Anschließend ging er auf das Jahr ein. „Ich bedanke mich zuerst bei allen Beteiligten für die Unterstützung und Zusammenarbeit in den ersten Monaten,“ begann Schmidt und stieg in die Themen ein. „Unsere erste Herausforderung war die Schaffung von Kindergartenplätzen. Das geschah in Harburg durch die Anmietung einer Wohnung und in Ebermergen durch den Ausbau des Obergeschosses.“ Dennoch sind im Frühjahr nahezu alle Plätze in den Kindergärten und der Kinderkrippe ausgelastet. Bis Mitte 2022 soll der Ausbau des Harburger Kindergartens abgeschlossen sein. Hier werden 2 Millionen Euro investiert. Das Thema Waldkindergarten wurde aufgrund der unklaren Finanziellen Situation auf März verschoben. „Vielen Dank für das Engagement der Elterninitiative und das Verständnis.“

Da der Tourismus in diesem Jahr sehr gut angelaufen war, wurde ein neuer Flyer aufgelegt um über Harburg zu informieren. Gemeinsam mit der Firma Märker wurden Fahrradständer im Stadtgebiet umgesetzt, sowie der Wörnitzstrand aufgewertet, sowie ein Toiletten-Container aufgestellt. Besonders der Märchenweg sorgte in diesem Jahr für zahlreiche Besucher. Geplant sind ein Wörnitzwasserweg, eine Tourismus-App, sowie eine Lauchtour geplant. „Möglich wird das nur durch das große Ehrenamtliche Engagement. Ohne dies wäre das nicht möglich. Deshalb hier noch einmal ein herzliches Dankeschön für den Beitrag, dass unsere Stadt Harburg so schön ist.“ 

Nur die Stadträte und einige Mitarbeiter der Verwaltung waren bei der Bürgerversammlung zugelassen. Bild: Matthias Stark

Niedrigzins sorgt für Baulandmangel

Hauptamtsleiter Werner Nothofer kündigte bei seiner Präsentation an, dass es im Moment sehr schwer ist, neue Grundstücke zu erwerben. Der Stadtrat hat sich der Maxime „Innen vor Außen“ verschrieben, um die Städte und die Dörfer zu stärken. „Ob sich die Stadt in diesem Bereich in Zukunft der Immobilienentwicklung einbringen wird, wird sich zeigen“, kündigte der Stadtmitarbeiter an, dass sich die Stadt Gedanken über ein Kommunalunternehmen macht.  Kostenintensiv war die Archäologische Ausgrabung im Bereich Großsorheim. Im Baugebiet in Mündling wird im Moment der Hauptkanal verlegt. Nothofer erwartet, dass der Verkauf 2021 starten kann. 

Eine Kuriosität schilderte er beim Baugebiet Krautgärten in der Kernstadt. „Hier gehört ein Grundstück einer Person, die nach den vorliegenden Unterlagen bereits 1908 verstorben war. Hier sind wir auf der Suche nach den Erben, um das Grundstück zu erwerben.“ In Zukunft muss der Fokus auf die Innenstadtentwicklung liegen. Beispielsweise geht es hier um die Entwicklung leer stehender Hofstellen. 

Digitalisierung der Schule

In diesem Jahr wurde auch viel Geld für die Schulen investiert. Insgesamt 220.000 Euro wurden für Interaktive Tafeln, Dokumentenkameras und Monitore für 144.000 Euro angeschafft. Nach Abzug der Förderung aus dem Digitalpakt Schule bleiben rund 38.000 Euro. Weiter wurden neue Server und PCs angeschafft. Die Kosten von etwa 26.000 Euro werden zu 90 Prozent gefördert. Der Glasfaseranschluss mit 28.000 Euro wurde mit 80 Prozent gefördert. 

Straßensanierungen und Wasserwege 

Ab dem kommenden Jahr werden 150.000 Euro in den Straßenunterhalt, kündigte der Bürgermeister an. Bis 2024 sollen alle Kanäle im Stadtgebiet gespült und mit einer Kamera befahren, um den aktuellen Zustand kennen zu lernen.  Konkret werden außerdem die Steinerne Brücke in Ebermergen und das Parkdeck saniert. Außerdem sprach Schmidt den Ausbau der B25-Abfahrt zur Schlossstraße an, die von Seiten des Staatlichen Bauamts verlegt werden soll. 

Auch am Wasser wird in Harburg gebaut. Mit einer Fischtreppe soll die Durchgängigkeit der Flüsse für die Fische möglich gemacht werden. Der Standort soll sich nahe der Geopark-Infostelle an der ehemaligen Stadtmühle befinden. Auf einer Länge von 45 Metern entstehen dreizehn Becken. Überwunden wird damit eine Höhe von  zwei Metern. Fertiggestellt werden soll das Projekt von Juni bis September 2021. Nach Abzug der 60 Prozent-Förderung bleiben rund 314.000 Euro bei der Stadt Harburg, da Eigentümer der Wörnitz die Stadt ist. 

Die zahlreichen Zuschauer nutzten die Gelegenheit, Fragen an den Bürgermeister, die Stadträte und die Verwaltung zu stellen. Mit Weihnachtswünschen schloss Bürgermeister Schmidt die Bürgerversammlung. 

Kurz angemerkt

  • Der Schuldenstand konnte dieses Jahr um rund 400.000 Euro auf ca. 2,51 Millionen Euro gesenkt werden. Dem gegenüber stehen 1,7 Millionen Euro an Rücklagen.
  • Im Hallenbad wurden rund 30.000 Euro in neue Filteranlagen investiert. 
  • Das neue Multifunktionsspielfeld und die Geoparkinfostelle wurden in diesem Sommer eröffnet. Der Eigenanteil liegt jeweils bei rund 100.000 Euro 
  • Der Breitbandausbau wird im Rahmen des Förderprojekts „Höfe-Bonus“ mit 954.000 Euro gefördert. Die Gesamtmaßnahme kostet 1,3 Millionen Euro. 
  • Im Stadtgebiet werden weitere Standorte für Hundetoiletten gesucht und umgesetzt. 
  • Die Donauwörther Straße steht weiter auf der Agenda der Stadt. 
  • Die Dorferneuerung Ronheim läuft seit Juli und im Moment wird die Straße asphaltiert. 
  • Für den in Mauren geplanten Mobilfunkmasten wartet man auf den Bauantrag.