8. November 2019, 11:32

Das Tanzhaus kann saniert werden

Wie geht es mit dem Tanzhaus weiter? Bild: DRA
Rund sechzig Minuten referierte Dr. Bettina Kandler über die Machbarkeitsstudie zum Tanzhaus. Das Ergebnis zeigte. Das Tanzhaus kann saniert werden, eine Sanierung ist günstiger als ein Neubau.

„Ich denke, wir lassen das heute erst einmal alle sacken und gehen mit vielen neuen Eindrücken in die Beratungen,“ stellte Armin Neudert nach dem Ende des Vortrags der Architektin fest. Die Ergebnisse der Beratungen sollen in einen Beschluss münden, welcher in der Sitzung am 09. Dezember 2019 gefasst werden soll. 

So kann das neue Tanzhaus aussehen

Das Team des Architekturbüros überprüfte in der Machbarkeitsstudie vier Varianten, die jeweils bei einer Sanierung und bei einem Neubau realisiert werden könnten. „Es hat sich sehr schnell gezeigt, dass die kleineren Varianten nicht in Relation zwischen Aufwand und Nutzen stehen. Deshalb haben wir am Ende nur die jeweils großen Varianten berechnet,“ erklärte Dr. Bettina Kandler. Beide Varianten unterscheiden sich in erster Linie durch die Nutzung des Erdgeschosses.

In der ersten Variante befindet sich Im Erdgeschoss ein Cafe (148 Sitzplätze) und im hinteren Bereich des Gebäudes die Touristinfo. Ebenfalls im Erdgeschoss untergebracht werden sollen großzügige Sanitäranlagen, sowie Schließfächer und Übergabeboxen für den Stadtladen.

In der zweiten Variante soll ein kleineres Cafe mit rund 70 Sitzplätzen und die Stadtbibliothek im Erdgeschoss untergebracht werden. Bei beiden Varianten ist die Nutzung der oberen Stockwerke gleich. Der Stadtsaal wäre dann im ersten und zweiten Stockwerk untergebracht. Das große Foyer soll zum Saal hin geöffnet werden. Im ersten Stockwerk würde sich dann, so die Planung, ein kleiner Konzertsaal mit 220 Tribünensitzplätzen befinden. Bindet man das zweite Obergeschoss mit ein, ergeben sich bis zu 427 Sitzplätze. Die Tribüne wäre dann im Boden versenkbar und auch im Bestand umsetzbar. Im Ballsaal sind 312 Sitzplätze möglich. Bindet man das zweite OG mit ein, können insgesamt 438 Sitzplätze installiert werden. Im ersten Dachgeschoss könnten Lagerräume Platz finden, ebenso Tagungsräume und Flächen für Netzwerktreffen. Alternativ könnte dort ein Hotel mit 24 Betten und 15 Zimmer untergebracht werden. Das zweite Dachgeschoss könnte als Küche genutzt werden, die von Caterern für Veranstaltungen angemietet werden könnte. In der Tiefgaragen sollen 38 Stellplätze Platz finden. Bei einem Neubau sind bis zu 42 Stellplätze möglich. 

Das Tanzhaus kostet Millionen

Im Rahmen der Machbarkeitsstudie, errechnete Dr. Bettina Kandler mit ihrem Team auch die Kosten. Demnach liegen die Gesamtkosten einer Sanierung bei rund 17 Millionen Euro. Bei ersten Gesprächen mit der Regierung von Schwaben wurde eine Fördersumme von bis zu 3,5 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die Bauzeit würde dann 20 Monate betragen. Bei einem Neubau muss mit rund 20 Millionen Euro an Kosten gerechnet werden, Zuschüsse fließen keine und die Bauarbeiten würden rund 36 Monate dauern. „Außerdem kommt es beim Neubau zu deutlichen Verkehrsbehinderungen. So müssen Merkurplatz, Mangoldstraße und Klostergasse gesperrt werden, die Reichsstraße wird ein Jahr nur halbseitig befahrbar sein“, so die Architektin.

Im Anschluss an die Sitzung erläuterte Dr. Bettina Kandler gegenüber unserer Redaktion nochmals die bauliche Situation. „Der Zustand des Tanzhauses ist besser, als man meinen mag. Als es 1970 gebaut wurde, wurde bereits ein Skelett aus Beton verwendet. Das würden wir heute auch nicht anders machen“, erklärte die Architektin. „Wir würden bei einer Sanierung das Tanzhaus bis auf den Rohbau zurückbauen und den Beton wo nötig – zum Beispiel in der Tiefgarage – sanieren. Dann geht es wieder mit dem Aufbau weiter.“ Kandler erklärte, dass man sich bei einer Sanierung den Rohbau nicht neu errichten müsse, sondern den bestehenden verwenden könne. Das spare nicht zur Zeit, sondern auch Geld. Die vorhandenen Strukturen seien laut Kandler gut und könnten weiterverwendet werden. „Bei einem Neubau würden wir die Treppenhäuser und den Eingang ähnlich anordnen, wie es bisher ist. Das kommt uns bei unseren Planungen entgegen“, so Kandler weiter.  

Wie es nun weiter geht liegt an den vierundzwanzig Männern und Frauen im Stadtrat, sowie an Oberbürgermeister Armin Neudert. Sie müssen entscheiden, welche Einrichtungen im Tanzhaus untergebracht werden sollen, und welche Variante bevorzugt wird. Bettina Kandler ist sich sicher, dass mit der neuen Nutzung das Tanzhaus wieder ein Haus für die Bürger wird.