6. April 2019, 22:54

Ein Archäologe für den Landkreis?

Bei der Erschließung neuer Baugebiete muss oft auch Bodendenkmäler untersucht werden. Damit das in Zukunft schneller und auch kostengünstiger geht, überlegt der Landkreis einen Kreisarchäologen einzustellen. Bild: pixabay
Soll der Landkreis einen eigenen Kreisarchäologen bekommen und welche Ergebnisse lieferte die aktuelle Sozialraumanalyse? Wie läuft das Projekt "Unser Landkreis blüht auf"? Einiges gab es für die Rathauschefs des Landkreises bei der letzten Bürgermeisterdienstbesprechung zu erfahren und zu diskutieren.

So stellte Dr. Gabriele Theiler, Bildungskoordinatorin des Landkreis, den  Bildungs- und Beratungspass vor, den es seit März für Neuzugewanderte im Landkreis gibt. Mit diesem Pass kann ein Nachweis über bereits absolvierte Qualifikationen, wie Deutschkurse, Praktika oder den schulischen Werdegang erbracht werden. Auch Informationen zu den richtigen Anlaufstellen enthält der Pass. 

Ein weiterer Tagesordnungspunkt auf der Dienstbesprechung war die Einstellung eines Kreisarchäologen. Dazu müsste aber vorher eine neue Stelle geschaffen werden. Dr. Thomas Richter, Kreisarchäologe im Landkreis Landshut, referierte über seine Arbeit. Schwerpunktmäßig beschäftigt er sich mit Bodendenkmälern. Auch im Landkreis haben es, gerade bei der Ausweisung neuer Baugebiete, mit Bodendenkmälern zu tun. Gerade dann sei eine Stelle, die Bauvorhaben archäologisch begleitet und die Grabungen überwacht und koordiniert. Die Kreisarchäologie, die dann zur Unteren Denkmalbehörde gehören würde, sei ein ideales Mittel, um die mit dem Vollzug des Denkmalschutzgesetzes einhergehenden Herausforderungen und finanziellen Belastungen für die Kommunen zu senken, so Richter. Das Thema Kreisarchäologie soll, so Landrat Stefan Rößle, im Laufe des Jahres in den verschiedenen Kreisgremien diskutiert werden. "Das ist ein attraktives Angebot für unsere Städte und Gemeinden", so Rößle.Landkreis.

Landkreis entwickelt sich positiv

Eine positive Entwicklung in vielen Bereichen, bescheinigte Dr. Herbert Tekles von der Gesellschaft für demographische und soziale Planungen, dem Landkreis in einer von ihm vorgenommenen Sozialraumanalyse. So sei die Quote bei der Jugendkriminalität sehr gering. Mit 2,5% liegt diese auch deutlich unter dem bayernweiten Vergleich, denn dort liegt die Quote bei 5,4%. Positives hatte Tekles außerdem in Sachen Bevölkerungsentwicklung zu berichten. Im Gegensatz zu früheren Prognosen, in welchen ein Rückgang der Bevölkerungszahlen vorhergesagt wurde, hat sich die Einwohnerzahl nach oben entwickelt und liege derzeit bei 135000 Einwohnern und die Tendenz sei steigend. Die positiven Entwicklungen hinsichtlich der Bevölkerungszahlen bedeuten aber auch, dass der Bedarf an Betreuungsplätzen und Wohnraum in Zukunft ebenfalls steigen werde. "Darin liegen viele Herausforderungen für die Zukunft", so Dr. Herbert Tekles. 

Über das Projekt "Unser Landkreis blüht auf" informierte Paul Buss, Teamleiter Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt.  Das Projekt verzeichne eine ständig steigende Nachfrage, berichtete Buss und fügte hinzu "innerhalb weniger Tage waren alle 12.500 Samentütchen ausgegeben. Den Bürgermeistern legte er außerdem eine Teilnahme am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft - unser Dorf soll schöner werden", ans Herz. Eine Anmeldung ist noch bis zum 1. Juni möglich.