7. April 2020, 08:37

„Schnäppchenjagd und Corona-Krise passen überhaupt nicht zusammen!“

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Der Landtagsabgeordnete Wolfgang Fackler fordert, dass Produkte die nicht zur Lebensmittelversorgung zählen, vorübergehend aus dem Sortiment der Supermarktketten genommen werden.

Mit Unverständnis hat der CSU-Landtagsabgeordnete Wolfgang Fackler die Zustände kommentiert, die laut einem Medien-Bericht in einem Einkaufszentrum in Donauwörth geherrscht haben. „Auf der einen Seite sollen die sozialen Kontakte durch Ausgangsbeschränkungen maximal reduziert werden. Auf der anderen Seite werden aber die wichtigsten Grundregeln in bestimmten Bereichen offenbar außer Kraft gesetzt“, sagt der Abgeordnete irritiert. 

In die Pflicht will MdL Fackler deshalb die Lebensmittelversorger nehmen: „Natürlich leisten sie alle mit großem Einsatz einen wichtigen Beitrag, damit wir mit den Grundnahrungsmitteln versorgt sind. Dennoch tragen auch sie Verantwortung dafür, dass Mitarbeiter und Kunden bestmöglichst vor einer Ansteckung geschützt werden.“

Mehr Abstandsflächen schaffen 

Der CSU-Abgeordnete fordert deshalb die Supermarktketten auch auf, Produkte, die nicht zur Lebensmittelversorgung zählen, vorübergehend aus dem Sortiment zu nehmen, um auch mehr Abstandsflächen zu schaffen. Zudem muss die Anzahl der gleichzeitigen Einkäufer begrenzt werden, so wie das jede kleine Bäckerei und Metzgerei freiwillig, vorbildlich und aus Eigenverantwortung praktiziert.

Solidarität an oberster Stelle

„Gartenmöbel und andere Freizeit-Utensilien gehören meiner Meinung nach derzeit nicht in einen Supermarkt, wenn gleichzeitig die Fachgeschäfte im Einzelhandel geschlossen haben müssen. Auch hier ist Solidarität gefragt. Gewinnmaximierung und Umsatzsteigerungen sind nicht das Gebot der Stunde“, so MdL Fackler. Schließlich führen diese Schnäppchen auch mit Blick auf die in Bayern geltenden Ausgangsbeschränkungen zu Fehlanreizen für einen Besuch.

Um seinem Appell Nachdruck zu verleihen, hat der Abgeordnete die Lebensmittelversorger Aldi, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Norma und Rewe/Penny angeschrieben und aufgefordert, ihrer Verantwortung nachzukommen. Gleichzeitig wurde auch das Bayerische Wirtschaftsministerium über diese Vorfälle und Fehlentwicklungen informiert.

MdL Fackler appelliert aber auch an die Einsicht der Bürger, ihr Einkaufsverhalten an die derzeitige Situation anzupassen. „Wir alle müssen Abstand halten und Menschenansammlungen meiden. Nur so können wir die Ausbreitung des Corona-Virus in den Griff bekommen“, erklärt MdL Fackler. (pm)