Spielbericht

Missglückter Saisonstart: Trotz Zwei-Tore-Führung nur ein Remis

Timo Zausinger im Zweikampf Bild: Gerd Jung
Für den TSV Rain stand am Wochenende der Start in die neue Saison der Landesliga Südwest auf dem Programm. Offensiv zeigten sich die Blumenstädter in bester Laune, musste aber dennoch einen späten Ausgleich hinnehmen.

Das tat weh: Zum Auftakt der neuen Saison in der Landesliga Südwest musste sich der TSV Rain mit einem bitteren 3:3-Unentschieden gegen den SV Cosmos Aystetten begnügen.

Pünktlich mit dem Anpfiff öffnete der Himmel über dem Rainer Georg-Weber-Stadion seine Schleusen. Die Gastgeber ließen sich vom strömenden Regen jedoch nicht beirren und erwischten einen Start nach Maß. In der 9. Spielminute passte Dennis Lechner nach einer starken Anfangsphase quer ins Zentrum zu Michael Knötzinger, der das Leder aus kurzer Distanz zur frühen 1:0-Führung einschob. „Wir sind eigentlich relativ gut ins Spiel gekommen und sind verdient in Führung gegangen“, bilanzierte Bobinger den Auftakt. 

Die Freude im Lager der Hausherren währte allerdings nur kurz: Sechs Minuten nach der Rainer Führung wurde Gästestürmer Pascal Mader im Strafraum der Tillystädter von den Beinen geholt. Den fälligen Strafstoß verwandelte Elija Hanrieder (15.) flach und sicher im linken Eck zum 1:1-Ausgleich. „Danach war es in der ersten Halbzeit ein offener Schlagabtausch“, so der Rainer Coach.

Nach einer guten halben Stunde beruhigte sich das Wetter – und prompt zündete der TSV die nächste Offensivstufe. Tino Joerss hatte das 2:1 auf dem Fuß, verfehlte das Ziel aus zwölf Metern jedoch knapp. Nur zwei Zeigerumdrehungen später brachte derselbe Akteur den Aystettener Keeper mit einem gefährlichen Distanzschuss in arge Bedrängnis, den dieser nur mit Mühe über die Querlatte lenken konnte. Kurz vor dem Pausenpfiff verbuchten auch die Gäste noch eine Großchance, doch Rains Schlussmann Niklas Gordy entschärfte einen gefährlichen Fernschuss von David Schwab glänzend. Mit dem 1:1-Remis ging es in die Kabinen.

Rain mit neuer Taktik in Durchgang zwei

In der Kabine justierten die Rainer nach. „Wir haben in der Halbzeit ein bisschen was angepasst“, verriet Bobinger. Die Maßnahmen fruchteten schnell: In der 48. Minute bediente Knötzinger mit einer präzise getretenen Ecke Dennis Lechner am langen Pfosten, der per Kopf aus vier Metern zur erneuten 2:1-Führung einnickte. Rain blieb am Drücker.

In der 72. Minute spekulierte der eingewechselte Timo Zausinger bei einem Missverständnis der Gäste an der Mittellinie richtig, ergatterte den Ball und lief alleine auf das Aystettener Tor zu. Vor dem Gehäuse behielt er die Nerven und schob cool zum viel umjubelten 3:1 ein. „Zu dem Zeitpunkt muss das Spiel eigentlich durch sein“, ärgerte sich Bobinger im Nachgang. Viele der 240 Zuschauer glaubten nun auch an die Vorentscheidung. Die Gäste aus Aystetten steckten jedoch nicht auf, warfen alles nach vorne und boten den Gastgebern Räume für hochkarätige Konter.

Der Anschlusstreffer für den SV Cosmos fiel dann allerdings unter die Kategorie „glücklich“: Ein abgefälschter 18-Meter-Schuss von Sebastian Kempf (78.) flog unhaltbar über den Rainer Torwart hinweg zum 2:3 ins Netz. Die Gäste bekamen dadurch die zweite Luft. Rain hielt kämpferisch dagegen und hätte in der 92. Minute alles klarmachen müssen: Der eingewechselte Lucas Möller tauchte völlig frei vor dem Aystettener Torhüter auf, zielte jedoch etwas zu ungenau, sodass der Ball knapp über den Querbalken ins Toraus strich.

Hier legte Bobinger nach dem Spiel den Finger in die Wunde: „Was ich meinen Jungs heute einfach ankreide, ist, dass wir vorne die klaren Torchancen nicht genutzt haben. Das Spiel muss viel früher zugemacht werden. Das war vor dem Tor wirklich kläglich. Und so ist es manchmal im Fußball: Wenn du sie vorne nicht machst, bekommst du sie hinten rein.“

Ausgleich des SV Cosmos Aystetten in letzter Minute

Die vergebene Großchance sollte sich in der fünften Minute der Nachspielzeit bitter rächen. Als alle schon mit dem Rainer Sieg rechneten, schlug die Cosmos-Elf eiskalt zu. Ein hoher Ball von Marcel Burda segelte in den Rainer Sechzehner, wo erneut Sebastian Kempf (90.+5) goldrichtig stand und per Kopf den 3:3-Endstand markierte.

„Es ist extrem bitter, mit dem Schlusspfiff den Ausgleich zu bekommen. Das ist schon sehr ernüchternd und richtig ärgerlich, weil wir uns viel vorgenommen hatten und das Spiel hätten gewinnen können“, zeigte sich Bobinger enttäuscht, bewies aber gleichzeitig sportliche Fairness: „Am Ende des Tages muss man ehrlich sein und sagen, dass es für den Gegner auch verdient war, weil sie einfach nie aufgegeben haben. Wir haben es hergeschenkt.“

Trotz des verpatzten Saisonauftakts richtet sich der Blick beim TSV bereits wieder nach vorne. „Es hilft nichts, wir gucken nach vorne. Die Saison ist noch jung“, gab sich der Spielertrainer kämpferisch und zog einen Optimismus versprühenden Vergleich zur Vorsaison: „Wir sind letztes Jahr auch mit einem Unentschieden gestartet. Von dem her bleiben wir positiv. Wir müssen jetzt einfach hart weiterarbeiten, defensiv gut stehen und vorne unsere Chancen besser nutzen. Das war heute der Knackpunkt. In Dachau versuchen wir dann, den ersten Dreier für uns einzufahren.“ (dra)

TSV Rain: Niklas Gordy, Jannik Schuster, Fabian Ott, Jost Rittner (46. Timo Zausinger), Paul Schmidt, Michael Knötzinger, Tino Joerss, Gabriel Merane (88. Lukas Huck), Lukas Müller, Maximilian Schmidt (67. Lucas Möller), Dennis Lechner (77. Robin Böhm) - Spielertrainer: Dominik Bobinger

SV Cosmos Aystetten: Luis Klein, Edward Schäfer (68. Maximilian Schmid), Raphael Marksteiner, Dejan Mijailovic, Pascal Mader (81. Marcel Burda), Philipp Toth, Sebastian Kempf, David Schwab (88. Ömer Sancak), Dejan Durašinović, Elija Hanrieder (63. Marvin Czerwonka), Serhat Fidan (88. Marco Iovane) - Trainer: Thomas Hanselka

Schiedsrichter: Ken Eichentopf (München) 
Zuschauer: 240
Tore: 1:0 Michael Knötzinger (9.), 1:1 Elija Hanrieder (15. Foulelfmeter), 2:1 Dennis Lechner (48.), 3:1 Timo Zausinger (72.), 3:2 Sebastian Kempf (78.), 3:3 Sebastian Kempf (90.+5)