Wettbewerb

Segelflug-Tradition am Stillberghof - Licht und Schatten in der Bundesliga

Die erfolgreichen Piloten des Stillberghof-Wettbewerbs: David Bauder (Mitte) landete auf Platz 1, Andreas und Michael Gesell (links) belegten Platz 2. Sebastian Langer (rechts) wurde Dritter Bild: Bernhard Hämmerl
Am vergangenen Wochenende lieferten sich die Lokalmatadoren spannende Rennen am Himmel beim traditionellen Segelflug-Vergleichsfliegen am Stillberghof. In der Bundesliga gab es jedoch einen Rückschlag und ein Kuriosum.

Das Fronleichnam-Wochenende stand ganz in der Tradition des Stillberghof-Wettbewerbs, der von 1975 bis Anfang der 2000er eine feste Größe im Wettbewerbskalender der süddeutschen Segelflieger war. Regelmäßig starteten am Stillberghof mehr als 40 Piloten zu Wettflügen. Nach rund 20 Jahren Pause organisierten die Mitglieder der Segelfluggruppe (SFG) Donauwörth-Monheim 2022 erstmals eine Neuauflage, die nun in die vierte Runde ging. Der Teilnehmerkreis ist seither deutlich übersichtlicher, dafür aber mit familiärem Flair. 14 Luftsportler der Segelfluggruppe sowie benachbarter Vereine traten vom vergangenen Mittwoch bis Sonntag gegeneinander an.

Wetterbedingungen werden zur Herausforderung

Geflogen wurde nach Grand-Prix-Regeln, ähnlich wie bei einem Formel-1-Tennen oder einer Segelregatta: Alle Flugzeuge fliegen gleichzeitig eine vorgegebene Flugstrecke ab, und wer zuerst wieder am Stillberghof landet, hat den Durchgang gewonnen und bekommt die meisten Punkte. Nur drei von fünf Tagen boten jedoch Segelflugbedingungen.

Der erste Wettbewerbstag kam am Freitag zustande – aufgrund der spät einsetzenden Thermik flogen die Piloten erst kurz vor 17 Uhr am Stillberghof los, normalerweise eher eine Zeit, zu der der Flugbetrieb eingestellt wird. Nach rund eineinhalb Stunden kehrten sie vom 120 Kilometer langen Rundkurs zurück. Am Wochenende verbesserten sich die Bedingungen spürbar, am Sonntag legten die Teilnehmenden ohne Motorkraft fast 350 Kilometer zurück.

Rückschlag in der Segelflug-Bundesliga

In der Gesamtwertung holte SFG-Pilot David Bauder die Goldmedaille, gefolgt von den Brüdern Michael und Andreas Gesell (ebenfalls SFG); Sebastian Langer vom Segelflugzentrum Augsburg wurde Dritter.

In der Segelflug-Bundesliga sieht es indes düster aus: Obwohl Wolfgang Köckeis, Lothar Press und Stephan Bosch drei ordentliche Flüge für die Wertung beisteuerten, rutschte die SFG in der Tabelle um gleich fünf Plätze ab und liegt nun nach der siebten Runde auf dem vorletzten Rang. Das Kuriose daran: Die eigentlich zu Saisonbeginn abgesagte Bundesliga-Wertung des Veranstalters „Onlinecontest“ wurde kurzfristig wieder aufgenommen und läuft parallel – hier liegt die SFG auf Platz vier. Ganz so schlecht fliegen die Stillberghof-Piloten also doch nicht. (dra)

Segelflug-Bundesliga nach Runde 7

1. SFV Bad Wörishofen (BY) 119

2. ...

23. AC Ansbach (BY) 19

24. SFG Donauwörth-Monheim (BY) 19

25. FLC Schwandorf (BY) 14