30. Juli 2020, 11:29

BUND Naturschutz fordert: Keine „Autobahn in Salamitaktik“

Die Nördlinger Ortsgruppe des BUND Naturschutz versammelte sich, um sich mit dem Ausbau der B 25 zwischen Möttingen und Nördlingen zu beschäftigen. Bild: Doris Dollmann
Die Einspruchsfrist endete am 4.11.2019, Baubeginn des ersten Bauabschnittes des mehrspurigen Ausbaus der B 25 zwischen Nördlingen und Möttingen ist im Oktober 2020. Am Dienstag hatte die Nördlinger Ortsgruppe des BUND Naturschutz der Kreisgruppe Donau-Ries das Thema auf der Agenda.

Uwe Beierlein, Ansprechpartner für Nördlingen, fasste die Forderungen zusammen. Demnach soll die Straßenkategorie von II auf I geändert werden, also von einer Kraftfahrstraße mit einer Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h zu einer einer Straße mit Verbot für Radfahrer und 100 Stundenkilometern Höchstgeschwindigkeit. Dadurch würde weniger Fläche verbraucht, und es könnte auf den sechs Meter breiten Begleitweg für den nicht-motorisierten und landwirtschaflichen Verkehr verzichtet werden.

Erhalt statt Neubau

„Wir sind generell gegen einen übertriebenen Ausbau, der die Mautflucht begünstigt“, so Beierlein. Stattdessen setzt sich der BUND Naturschutz für eine Investitionsoffensive für den Gütertransport auf der Schiene und die Stärkung des ÖPNV ein. Konkret handelt es sich dabei um die Reaktivierung der Hesselbergbahn, die Elektrifizierung aller Schienen der Stecke Donauwörth-Aalen und den Anschluss an den Augsburger Verkehrsverbund AVV. Der Nördlinger Stadtrat Wolfgang Goschenhofer fügte in diesem Zusammenhang die Strecken Dombühl und Dinkelsbühl an, die seiner Meinung nach zur Stärkung der Region beitragen würde.

Umgehung Möttingen von Gemeinde nicht gewünscht

Als „Mega-Thema“ bezeichnete dritte Bürgermeisterin Dr. Sigrid Scharrer-Bothner die Ortsumgehung von Möttingen, die nach ihrer Aussage von der Gemeinde selbst bzw. dem Gemeinderat gar nicht gewünscht wird. Dem Vernehmen nach favorisiert Möttingen keine Umgehungslösung, weil zuviel wertvoller Grund und Boden verbaut werden würde. Zur Lösungsfindung soll eine noch zu gründende Projektgruppe beitragen, der auch der BUND Naturschutz angehören soll, so Dr. Scharrer-Bothner.

Die Gemeinde Reimlingen soll den Ausbau bzw. die Anbindung des Mittelweges und den Heuweges befürworten.

Eventuelle Einflussnahme

Bisher sind an der Planung nur Gemeinde, Landratsamt und Bauamt beteiligt, die Träger öffentlicher Belange blieben außen vor. Eine Klage gegen den I. Bauabschnitt verspricht keine Aussichten auf Erfolg. Vielleicht könne man auf den II. und III. Bauabschnitt und den IV. (Umgehung Möttingen) noch Einfluss nehmen, so Beierlein. Auch die rund 20 Anwesenden sprachen sich dafür aus, in der Öffentlichkeit aktiver zu werden.