15. Juni 2020, 13:04

Die Corona-Krise trifft die heimische Wirtschaft hart

IHK Schwaben Bild: IHK Schwaben
Wie sich die Corona-Krise auf die Wirtschaft im Donau-Ries auswirkt, zeigt die IHK-Konjunkturumfrage.

Die Corona-Krise hat die Wirtschaft in Donau-Ries schwer getroffen, die Auswirkungen sind bereits jetzt spürbar. Das macht die Konjunktur-Umfrage der IHK Schwaben deutlich. Dreimal jährlich befragt die IHK ihre Mitgliedsunternehmen zur aktuellen Lage und den künftigen Erwartungen. Von Anfang bis Mitte Mai beantworten über 1000 Unternehmen aus Produktion, Handel und Dienstleistungen Fragen der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage. Neben der wirtschaftlichen Lage standen dabei vor allem die Auswirkungen der Corona-Krise und der Re-Start der Wirtschaft im Vordergrund. 

Im Rahmen eines Pressegesprächs haben IHK-Regionalvorsitzender Andres Dirr, Vizepräsident Wolfgang Winter und Regionalgeschäftsführerin Bettina Kräußlich die Ergebnisse der Umfrage vorgestellt. 

Stimmung bei Unternehmen ist abgefallen 

42 Prozent der befragten schätzen ihre Geschäftslage im Frühjahr 2020 als "gut" ein. Im Herbst 2019 waren es noch 60 Prozent. Als "schlecht" schätzten 33 Prozent ihre Lage ein. Im Vergleich dazu, waren es im vergangenen Herbst nur 8 Prozent. Der Konjunkturindex der IHK ist zum ersten Mal seit der Finanzkrise 2009 auf einen Wert unter 90 Punkte, auf 88 gefallen. Anfang des Jahres lag der Index noch bei 120 Punkten. "Die Geschäftslage der Unternehmen im Donau-Ries spannt sich zunehmend an. Der Blick in die Zukunft ist sorgenvoll", sagt Dirr. Fast die Hälfte der Unternehmen geht von einer Verschlechterung der Geschäftslage aus. Besonders betroffen von der Corona-Krise sind die Tourismus- und Gastronomiebranchen. 

Der breite Branchenmix und die mittelständisch geprägten Strukturen im Landkreis wirken in Krise zwar stabilisieren, trotzdem sei ein starker Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen, so Winter. Für ein Drittel der rund 63.000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Landkreis sei Kurzarbeit beantragt worden. 

Große Sorgen macht sich der IHK-Vizepräsident auch um die momentane Zurückhaltung bei neuen Ausbildungsverhältnissen, denn seit der Krise wurden deutlich weniger Verträge für das kommende Ausbildungsjahr abgeschlossen. Winter appelliert an Betriebe ihre Ausbildungsplätze nun nicht leer stehen zu lassen, denn auch nach der Krise werden gut ausgebildete Fachkräfte dringend benötigt. Dass die Bundesregierung im Rahmen des Konjunkturpaketes eine Ausbildungsprämie für kleine und mittelständische Unternehmen beschlossen hat, könnte weiterer Anreiz sein, so Winter. 

Appell: Mehr in der Region einkaufen 

Jeder könne jetzt etwas "gutes" für die Konjunktur, die Region und die Gastronomie, den Handel und die Dienstleister in der Region tun, sind sich Dirr, Winter und Kräußlich sicher. Die IHK-Regionalgeschäftsführerin spricht sich zum Beispiel für eine Änderung des Bayerischen Ladenschlussgesetzes aus. Mit mehr verkaufsoffenen Sonntagen könne besonders dem Einzelhandel unter die Arme gegriffen werden. Um die Wirtschaft wieder in den Gang zu bringen wünschen sich mehr als 60 Prozent der befragten Unternehmen eine rückwirkende Senkung der Unternehmenssteuer. Zum Konjunkturprogramm der Bundesregierung sagt Winter, man habe ein positives Signal für den Aufbruch in die "Nach-Corona-Zeit" gesetzt. 

Auch positive Effekte 

Die Krise brächte trotz alledem auch positive Auswirkungen mit sich, so die IHK-Vertreter. Die Digitalisierung bekäme nun einen Aufschwung, Mitarbeiter hätten die Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten, lange Dienstreisen könnten vermieden werden, und durch Telefon- oder Videokonferenzen ersetzt werden.